Stephanie Stumph: Stephanie Stumph
© Andra Styling: Jennifer Hahn Stephanie Stumph

Stephanie Stumph Möchte an roten Ampeln geküsst werden

Brav und bieder? Von wegen. Erst recht nicht als Neu-Single! Im GALA-Shooting präsentiert sich die Schauspielerin lasziv und erotisch. Und sie spricht offen über die Liebe – ob zu zweit oder zu dritt

Ein märchenhaftes Lustschloss vor den Toren Hamburgs ist die Kulisse für unser Shooting mit Stephanie Stumph: Im Hotel "Schloss Tremsbüttel" will sich die zierliche Dresdnerin von einer ganz neuen Seite zeigen. Während sie als Kommissarin Annabell Lorenz in der Krimiserie "Der Alte" eher das nette Mädchen ist, überzeugt sie vor der GALA-Kamera fröhlich frivol als super sexy Single- Frau, strahlt in großen Seidenroben ebenso viel Selbstbewusstein aus wie mit wenig Spitze. Ende Januar ist Stephanie Stumph in einem großen TV-Zweiteiler zu sehen. Nach diesen GALA-Fotos wird man sie auch auf dem Bildschirm anders wahrnehmen als bisher.

Nach vier Jahren Beziehung haben Sie sich vor ein paar Monaten von Ihrem Freund, Stanfour-Sänger Alexander Rethwisch, getrennt. Wie fühlt sich dasneue Single-Leben an?

Zu zweit ist es schöner als allein, keine Frage. Gerade in meinem Alter – ich bin jetzt 31. Viele fragen mich nach meiner Zukunft und Kindern, was ich anmaßend finde. Das Dasein als Single wird fast schon wie eine Schwerbehinderung angesehen, nur dass es dafür keine ausgeschilderten Parkplätze gibt.(lacht) Aber es ist bei mir nicht als Dauerzustand geplant.

Verspüren Sie denn den Wunsch nach einer Ehe und nach Kindern?

Ich finde Kinder super, kann es allerdings auch nachvollziehen, wenn Paare sich dagegen entscheiden. Ich werde sicherlich zu den Menschen gehören, die irgendwann eine Familie gründen. Der Gedanke wird aber erst ernst, wenn ich einen Mann finde, der es wert ist, einen Schritt weiter zu gehen.

Was genau vermissen Sie als Single?

Ich teile unheimlich gern schöne Erlebnisse. Durch meinen Beruf habe ich die Möglichkeit, an tolle Orte zu reisen – und manchmal kommt mir mein Hotelzimmer dann zu groß vor. Ich vermisse es, tolle Augenblicke mit einer Person zu teilen, die mir nahesteht. Ich kann sehr gut allein sein, aber schlecht allein genießen.

Wie ist das aktuelle Verhältnis zu ihrem Ex-Freund?

Sagen wir mal so: Wir sind auf dem guten Weg, ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Keiner von uns hat irgendetwas getan, was er dem anderen vorwerfen könnte. Alexander ist ein ganz toller Mann, und er findet sicher auch eine tolle Frau, mit der er sein Leben verbringen kann.

Warum haben Sie sich dann getrennt?

Es ist, wie es ist. Ein langer Prozess. Ich habe mein Privatleben nie an die große Glocke gehängt und bin nicht der Typ, der sich auf dem roten Teppich mit inszenierten Küsschen fotografieren lässt. Grauenhaft! Aber mit dem, was an Öffentlichkeitsarbeit zu meinem Job gehört – Promo, Fotos, Interviews – muss sich mein Umfeld arrangieren. Einem bodenständigen Charakter, der lieber im Hintergrund steht, kann es da schon Bauchschmerzen bereiten, wenn man die Partnerin in ein paar Bereichen teilen muss.

Ist schon ein neuer Mann in Sicht, mit dem Sie Ihr Leben teilen wollen?

Nein. Ich bin gerade auch nicht auf der Suche nach einer festen Bindung. Ich war schon immer kommunikativ und lerne gern Leute kennen, ob Mann oder Frau. Allerdings habe ich nicht so viel Zeit, dass ich sie mit dem Falschen verbringen könnte. Ich kümmere mich jetzt verstärkt um meinen Beruf. Das Private wird bei mir früh genug wieder im Fokus stehen.

Sind Sie bei Tinder oder anderen Dating-Portalen aktiv?

Um Gottes Willen, nein! Die Typen, die dort angemeldet sind, will ich nicht kennenlernen.

Warum nicht?

Ich mag es nicht, wenn man mir die Zeit klaut, und ich mag auch anderen nicht die Zeit klauen. Der Mann, für den ich irgendwann die Wäsche wasche, muss sich ziemlich anstrengen.

Was muss er charakterlich mitbringen?

Das dringende Bedürfnis, mich zu küssen, während wir an der Ampel auf Grün warten. Ich brauche viel körperliche Aufmerksamkeit. Abgesehen davon sollte ein Mann Ziele haben. Beruflich und privat. Wenn er das noch mit Humor verbindet, ist er bei mir richtig.

Und äußerlich?

Da ist mein Männergeschmack nicht definierbar. Querbeet. Es geht mir vor allem um die Ausstrahlung.

Sie sind toll in shape. Könnten Sie sich vorstellen, mit einem übergewichtigen Mann zusammen zu sein?

Gab’s schon. Als ich 16 war.

In wenigen Tagen sieht man Sie in dem ZDF-Zweiteiler „Die Pfeiler der Macht“. Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert – einer Zeit, in der Erotik und Sexualität unterdrückt wurden. Manche machen das noch heute. Wie gehen Sie mit diesen Themen um?

Jeder sollte nach Belieben machen, was er will. Gleichgeschlechtliche Beziehungen zum Beispiel gehören einfach zu unserer heutigen Zeit dazu. Wo die Liebe hinfällt!

Könnten Sie sich vorstellen, eine Beziehung mit einer Frau zu führen?

Ich finde, Männer sind etwas ganz Wunderbares – und das wird sich für mich in diesem Leben auch nicht ändern.

In dem Film gibt es das „Maison des Secrets“, eine Art Swingerclub. Haben Sie so ein Etablissement schon mal besucht?

Das Bedürfnis habe ich nicht. Ich schaue vorrangig nach einem Mann, nicht nach zweien oder dreien. Ich selektiere stark, mit wem ich meine Zeit verbringe und meine Bettdecke teile.

Wie stehen Sie zu One-Night-Stands?

Ich erteile grundsätzliche keine Verbote. Das Leben ist zu kurz!

Wenn man sich so umhört, wie die Leute Sie einschätzen, fallen Begriffe wie "brav" oder sogar "schüchtern".

Es lebt sich wunderbar unter dem Deckmantel des Engels. (grinst)

Wie meinen Sie das?

Ich möchte nicht für Brustoperationen, Drogeneskapaden oder Ähnliches bekannt sein. Das Image der Braven oder Skandalfreien ist nicht das schlechteste. Es muss nicht jeder alles von mir kennen! Ich bin sehr leidenschaftlich und habe überhaupt kein Problem mit Nacktheit.

Würden Sie sich für den "Playboy" ausziehen?

Der "Playboy" hat tatsächlich bei mir angefragt, nicht nur einmal. Das kann man als Kompliment sehen. Ich verdiene mein Geld aber lieber anders.

Bei unserem Shooting haben Sie Ihren Körper sehr selbstbewusst eingesetzt.

Ich tue allerdings auch etwas dafür nicht dauernd daran denken zu müssen, den Bauch einzuziehen. Nach Dreharbeiten gehe ich jeden Tag noch eineinhalb Stunden zum Sport, mache Cardio- und Bauchmuskeltraining oder gehe schwimmen. Das brauche ich, um den Kopf freizukriegen, um fit zu bleiben. Und weil ich gerne esse. Ich bin ein Genussmensch.

Offenbar sind Sie aber auch sehr kontrolliert, wenn man sich Ihr Sportprogramm anschaut.

Ich mag Professionalität und finde es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Dann kann ich mich auch entspannen.

Was macht für Sie einen guten Freund aus?

Verbindlichkeit. Mein Freundeskreis ist sehr klein und besteht aus Leuten, die ich schon seit der Schulzeit kenne. Es ist ein hartes Stück Arbeit, diese Freundschaften zu pflegen, wenn die Prioritätenliste mal wieder überquillt.

Sind Sie eine gute Freundin?

Ich versuche es. Ich habe immer ein offenes Ohr. Wenn es brennt, kann man mich Tag und Nacht anrufen. Es gibt aber Phasen, in denen ich nicht gerade sensibel für die Befindlichkeiten anderer bin. Das verlangt viel Milde von meinen Freundinnen. Ich kann mich aber auch gut entschuldigen.

Würden Sie sich als egoistisch beschreiben?

Als Schauspieler bekommt man mehr Aufmerksamkeit als in anderen Berufen. Es dreht sich vieles um einen selbst, um Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten. Ich habe aber gelernt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und mich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Die Portion Egoismus, die ich besitze, brauche ich, um auch mal Nein sagen zu können.