Dev Patel - Interview
© WireImage.com Dev Patel - Interview

Slumdog Millionär - Dev Patel "Wie ein Kind im Bonbonladen"

"Slumdog Millionär" ist das Kinowunder des Jahres: Nachwuchsstar Dev Patel über sein Doppelleben zwischen Hotel Mama und Hollywood

Hätte er nicht auf seine Mutter gehört

, wäre Dev Patel, 18, vielleicht nie bei der Oscar-Verleihung gelandet. Sie war es, der damals diese Zeitungsannonce auffiel: "Laiendarsteller gesucht". So landete der Schüler in der britischen Teenager-Serie "Skins". Darin sah ihn Caitlin Boyle und machte daraufhin ihren Vater Danny auf Dev aufmerksam. Der "Trainspotting"-Regisseur suchte geradeeinen Hauptdarsteller für seinen neuen Film ... Und so begab es sich, dass Dev Patel, der als Sohn indischer Eltern in London aufwuchs, gleich mit seiner ersten Filmrolle die Welt eroberte. Die Kinosensation "Slumdog Millionär" wurde mit acht Oscars gekrönt.

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die Hauptrolle in "Slumdog Millionär" bekommen haben?
Nach dem Casting sagte Danny Boyle so etwas wie "Wir melden uns dann". Und ich war mir sicher: Das war's. Anschließend bin ich mit meiner Mutter Pizza essen gegangen. Ich bekam kaum einen Bissen runter, und mir war zum Heulen zumute. Aber zwei Wochen später kam der Anruf, dass ich nach Indien fliegen darf, um das Team zu treffen. Ich brachte nur ein 'okay' heraus.

Und wie war das Vorsprechen mit 15 indischen Beautys?
Wahnsinn! Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge im Bonbonladen.

Und alle waren älter als Sie, oder?
Ja, die meisten. Freida Pinto, die im Filmkinomeine Freundin spielt, war 23, ich 17. Hinterher gestand sie mir, sie habe sich ein wenig wie eine Kinderschänderin gefühlt.

War Ihre damalige Freundin nicht eifersüchtig?
Nein, denn ich hatte gar keine und bin nach wie vor Single.

Sie haben in den Slums der indischen Metropole Mumbai gedreht. Wie war's?
Überwältigend. Am meisten hat mich der Zusammenhalt dort beeindruckt. Jeder kennt jeden. Und diese Menschen sind stolz auf ihr Zuhause. Bevor das Kamerateam hereingebeten wurde, bekamen wir stets zu hören: "Lasst es nicht so aussehen, als wären wir arm. Denn wir sind glücklich."

"Slumdog Millionär" zeigt aber auch Elend und Brutaliät.
Richtig. Oft war es auch schockierend. Als ich gerade in Mumbai angekommen war, hielten wir auf dem Weg vom Flughafen an einer Ampel. Ich saß in dieser klimatisierten Limousine, als ein Junge an die Scheibe klopfte. Sein Arm war völlig verstümmelt. Das sind schon Momente, die man nicht vergisst.

Weiter zur nächsten Seite
Übersicht zu diesem Artikel
  • Seite 1 / 2
  • Seite 1 "Wie ein Kind im Bonbonladen"
  • Seite 2