Sir Ben Kingsley

"Ich war ein Sklave der Mode"

Sir Ben Kingsley verrät Geheimnisse aus seiner Vergangenheit: Früher trug er Plateauschuhe und versuchte sich als Rocker

Ein Mann wie ein Chamäleon.

Ob er den Friedensstifter Gandhi, einen englischen Kleinkriminellen ("Sexy Beast") oder einen Literaturprofessor wie in "Elegy" spielt - kaum ein Schauspieler ist so wandlungsfähig wie Sir , 64. Häufig brilliert der charismatische Halbinder als Bösewicht. Wie in seinem jüngsten Film "Transsiberian", in dem er einen kaltblütigen russischen Polizeichef spielt.

Gala: In "Transsiberian" sind Sie wieder einmal als Schurke besetzt. Ist Ihr Reservoir an Bösewichten nicht langsam erschöpft?

(lacht) Nein, das glaube ich nicht. Es gibt etwas Dunkles in mir, das ist unerschöpflich. Das habe ich gemerkt, als ich zu Beginn meiner Karriere viel Shakespeare gespielt habe. Damals habe ich auch gelernt, wie vielschichtig die Menschen wirklich sind. Nehmen Sie meine Rollen in "Transsiberian" und "Elegy" - außer meiner Glatze gibt es keine Gemeinsamkeiten.

Demnächst produziert einen Bollywood-Film, und die Hauptrolle übernimmt er selbst

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Gala: Welche der vielen Rollen, die Sie gespielt haben, kommt Sir Ben am nächsten?

Definitiv Oberst Behrani aus "Das Haus aus Sand und Nebel". Als meine 94-jährige Mutter diesen Film gesehen hat, drehte sie sich zu meiner Schwester um und sagte: "Das ist Ben!" Vielleicht ist das etwas, was nur eine Mutter sieht. Auf jeden Fall ist es einer meiner Lieblingsfilme. Professor Kepesh aus "Elegy" steht mir auch sehr nahe, weil ich bei ihm zum ersten Mal meine Stimme nicht verstellen musste, keinen Akzent spreche. Als mein Sohn erste Ausschnitte gesehen hat, sagte er: "Hey Dad, das bist ja du!"

Gala: Kinder haben in der Regel einen anderen Filmgeschmack als ihre Eltern. Mögen Ihre Söhne Edmund und Ferdinand Ihre Filme?

Sie sind selbst Schauspieler, schauen sich meine Filme an und haben Spaß dabei. Meine Leistungen kommentieren sie nicht. Eigentlich wollen meine Söhne eh nur besser sein als ihr Vater, was ganz natürlich ist. So funktioniert Evolution.

Gala: Wie entspannen Sie?

Ich liebe es zu kochen. Ich habe zu Hause eine wundervolle und mag es einfach, die ganzen Zutaten zu schnibbeln. Ich wohne auf dem Land und kann von meiner Küche aus in den Garten gucken. Dann fühle ich mich wie ein Kind. Es sind die ganz einfachen Dinge, die mir Freude bereiten.

Sir Ben Kingsley und seine Frau Daniela sind seit 2007 verheiratet

Sir Ben Kingsley und seine Frau Daniela sind seit 2007 verheiratet

Gala: Stimmt es, dass Sie beinahe nicht Schauspieler, sondern Rockstar geworden wären?

Na ja, 1966 spielte ich bei "A Smashing Day" mit, einem Theaterstück des Beatles-Managers . Ich habe gesungen und Gitarre gespielt, danach hat er mich gefragt, ob ich nicht eine Karriere daraus machen wolle. Obwohl ich mich dagegen entschied, durfte ich einmal im Monat bei einer BBC-Radiosendung meine eigenen Rocksongs vortragen.

Gala: Die Bänder müssen ja dann noch irgendwo existieren ...

Ich befürchte, ja! (lacht)

Gala: Sie steckten also tief drin in der Hippieszene.

Ich war ein absoluter Sklave der , ob sie mir gestanden hat oder nicht. Plateauschuhe, lange Haare, zu viel Schmuck, indische Shirts. Was habe ich damals nur gedacht?

Gala: Gibt es noch irgendeine Herausforderung für Sie?

Ich versuche, ökonomischer zu werden in meinem Spiel. So wie der japanische Maler, der mit 109 Jahren sagte, dass er die Berge, den See und die Boote mit einem Strich zeichnen kann. Schauen Sie sich an, der raubt mir jedes Mal den Atem. Er ist einer der ökonomischsten Schauspieler, die ich kenne. Er muss nur eine Braue heben und sagt damit alles.

Gala: Momentan ist Bollywood-Kino gefragter denn je. Eine Herausforderung für Sie als Halbinder?

Absolut. Ich habe eine eigene Produktionsfirma und werde bald einen Film in Indien produzieren, in dem ich auch mitspiele. Ich liebe diese Energie.

Gala: Dann können Sie endlich wieder singen und Gitarre spielen ...

Stimmt! So oder so - zurück zu meinen Wurzeln zu kehren, darauf freue ich mich sehr.

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