Sibel Kekilli: Sibel Kekilli
© PR Sibel Kekilli

Sibel Kekilli "Ich bin eine Bauch-Schauspielerin"

Sibel Kekilli sprach mit "Gala" über ihre Rolle als Kurtisane Shae in der Serie "Game Of Thrones" und darüber, wie sie sich in die Figur hineinfühlt

An der Seite von Peter Dinklage agiert "Tatort"-Kommissarin Sibel Kekilli, 33, einfach großartig, sie ist ein starker Teil des Teams. Beim Dreh von "Game Of Thrones" in Nordirland spürt man sofort, wie beliebt sie bei den anderen Schauspielern ist - großes Hallo, als Sibel eintrifft. Hier vermisst sie nur eines: ihren Rottweiler Shiro, der zu Hause in Hamburg bleiben muss.

Wussten Sie vor dem Casting, dass Shae Ihre Rolle sein wird?

Nein. Ich stand damals vor acht bis neun Leuten, unter anderem vor den Produzenten Dan Weiss und David Benioff. Ich dachte nur: Oh je, mein Englisch ist nicht gerade gut ... Ich sollte zum Beispiel in der zweiten Castingrunde meinem Gegenüber die Haare kämmen, aber vor lauter Aufregung habe ich meine eigenen Haare gekämmt, weil ich die Storyline falsch verstanden hatte. Am Ende habe ich die Rolle trotzdem bekommen - und gleich wieder abgesagt. Ich hatte Angst, für mehrere Jahre in einer US-Serie mitzuspielen und nicht zu wissen, wie und ob sich meine Rolle tatsächlich entwickelt.

Sibel Kekilli: Das bezauberndste Paar der Serie: Tyrion Lannister (Peter Dinklage) und seine Geliebte Shae (Sibel Kekilli). "Mit ihm zu spielen fühlt sich an wie zusammen tanzen", schwärmt Kekilli.
© PRDas bezauberndste Paar der Serie: Tyrion Lannister (Peter Dinklage) und seine Geliebte Shae (Sibel Kekilli). "Mit ihm zu spielen fühlt sich an wie zusammen tanzen", schwärmt Kekilli.

Wie sind Sie doch noch bei "Game Of Thrones" gelandet?

Dan und David waren so überzeugt von mir als Shae, dass sie mir einen ganz tollen Brief geschrieben haben. Darin stand: "Wir wollen das, was du uns gezeigt hast, der Welt zeigen." Davon war ich sehr gerührt und dachte nur: Wie soll ich denn jetzt noch Nein sagen? Sie haben die Rolle der Kurtisane Shae dann von Anfang an weiterentwickelt. Und die beiden haben sogar George R. R. Martin, den Autor der Bücher, von mir überzeugen können. Seine Shae im Buch ist ja viel jünger und hat keinen Akzent.

Was mögen Sie an Ihrer Rolle?

Shae ist sehr ehrlich, geradeheraus und loyal. Und sie hat absolut keine Angst. Anfangs ging es ihr nur um sich selbst. Tyrion Lannister ist zunächst nur ein lukratives Geschäft für sie, wie sie es zuvor schon hundertmal gemacht hat. Und dann wird’s romantisch: Sie verliebt sich wirklich und gibt das Versprechen, dass sie immer für ihn da sein wird.

In der Serie sind Sie die Partnerin von Superstar Peter Dinklage …

Ich liebe es, mit ihm zu arbeiten! Er interagiert großartig mit mir, ist sehr präsent, und das hilft beim Spielen sehr. Ich hatte zuerst großen Respekt vor ihm, weil er ein so toller Schauspieler ist. Aber er ist ganz zauberhaft. Mit ihm zu spielen fühlt sich an wie zusammen tanzen.

Finden Sie ihn sexy?

Ja, vor allem aber besitzt er Charisma.

Sibel Kekilli: Game of Thrones
Film
Die Serie "Game Of Thrones" ist ein Phänomen, Frauen wie Männer lieben sie. "Gala" besuchte exklusiv den Dreh in Irland

Macht es für Sie als Schauspielerin einen Unterschied, ob Ihr Partner ein kleinwüchsiger Mann oder ein Zwei-Meter-Hüne ist?

Nein. Es geht rein ums Spielen. Ein großer Mann nutzt mir nichts, wenn er kein Körpergefühl hat und ich mit ihm nicht spielen kann. Und Peter Dinklage hat ein unglaubliches Körpergefühl.

Als Shae zeigen Sie sich nackt. Ein Problem für Sie?

Na ja, ich wusste ja, dass Shae eine Kurtisane ist. Und wenn man solch einen Part spielt, muss man natürlich auch was zeigen. Aber sie ist ja nur am Anfang in einer Szene oben ohne zu sehen. Ab dann nicht mehr.

Wie fühlen Sie sich in Shae ein?

So, wie ich es immer mache: Ich bin eine Bauch-Schauspielerin. Es gibt die technischen Schauspieler, die auf einer Schule waren. Sie können sich durch ihr Wissen retten, wenn ein Regisseur nicht richtig führt. Diesen Vorteil habe ich nicht. Aber ich will es mir auch gar nicht aneignen. Ich hätte Angst, dass ich dadurch mein Gefühl verliere. Zum Glück habe ich bei "Game Of Thrones" großartige Schauspielkollegen und Regisseure.

Erschreckt Sie die extreme Gewalt, wenn Sie die Serie anschauen?

Ja, schon. Ich habe sogar das Gefühl, dass es immer gewalttätiger wird. Aber auch das liebe ich an Dan und David - sie ziehen das einfach durch und sind dabei sehr konsequent.

Haben Sie die Bücher vorher gelesen?

Das wollte ich nicht, das hätte mich vielleicht beim Spielen beeinflusst. Mir wurde aber gesagt, dass Shae jünger sei und im Buch einen viel kleineren Part einnimmt.

Und wie geht’s mit Shae weiter?

Als ich den Vertrag unterschrieben habe, versicherten mir Dan und David, ich würde Königin werden. Aber bei den beiden weiß man nie! (lacht)