Shailene Woodley
© Getty Images Shailene Woodley

Shailene Woodley "In mir steckt ein Farmer"

Shailene Woodley könnte dank ihrer Hauptrolle im Sci-Fi-Abenteuer "Die Bestimmung - Divergent" zur ernst zu nehmenden Konkurrentin von Jennifer Lawrence werden. Warum sie daran aber gar kein Interesse hat, erklärt die 22-Jährige im Interview mit Gala.de

Shailene Woodley hat das Potenzial, die nächste Jennifer Lawrence zu werden: Ihr aktueller Film "Die Bestimmung - Divergent" erinnert stark an die erfolgreiche "Die Tribute von Panem"-Reihe, noch dazu scheint Woodley - ganz wie ihre Kollegin - ihn mühelos zu tragen. Der Film spielt in der Zukunft, die Gesellschaft wurde in verschiedene Fraktionen - die Furchtlosen, die Selbstlosen, die Freimütigen, die Gelehrten und die friedfertigen Farmer - aufgeteilt. "Beatrice" (Woodley) muss sich für eine der Gruppen entscheiden, doch ein Test ergibt, dass sie für keine der Gruppen wirklich geeignet ist. Sie muss sich selbst entscheiden, was tödliche Konsequenzen haben könnte ...

Der Film, für den zwei Fortsetzungen geplant sind, basiert auf einer erfolgreichen Jugendbuchreihe - ganz wie "Die Tribute von Panem". Und ähnlich wie in dem Kinohit gibt es hier eine Heldin, die sich in der rauen Gesellschaft der Zukunft beweisen muss, den dazu passenden jungen Mann und eine Menge packender Kampfszenen. In Deutschland startet der Film am 10. April.

Gala.de trifft die Hauptdarstellerin Shailene Woodley vorab in Berlin am Tag nach der Deutschlandpremiere des Films. Die 22-Jährige sieht ganz schön mitgenommen aus – doch nicht wegen des Feierns. Sie hat sich erkältet. Ihr Haar versteckt sie trotz des Frühlingswetters unter einer Wollmütze, ein grauer Wollpulli und ein grauer Wollschal halten sie warm. Nachdem sie den Raum betreten hat, erklärt sie als Erstes, dass sie entgegen ihrer Gewohnheit leider niemanden umarmen wird – sie wolle niemanden anstecken.

Shailene Woodley, Sie umarmen wirklich jeden Ihrer Gesprächspartner? Warum?

Mir gefällt das. Dadurch wird das Eis sehr schnell gebrochen.

Dann muss es heute eben so gehen. "Die Bestimmung - Divergent" schwimmt auf der Welle anderer Teenie-Reihen wie etwa "Twilight" oder "Die Tribute von Panem". Warum wollten Sie Teil eines solchen Projekts sein?

Es geht mir um die Botschaft darin. Der Film hat so viele Facetten: Es geht um die Auslöschung einer ganzen Gesellschaft, so wie wir sie kennen. Es geht um Macht und Privatsphäre. Ich kann nur für die USA sprechen, aber dort ist es heute ja auch schon so, dass die Privatsphäre immer eingeschränkter wird - der Staat überwacht seine Bürger auch in einer gewissen Weise.
Ich mag auch, wie in dem Film mit Gewalt umgegangen wird. Teenager schießen hier mit scharfen Waffen auf andere Menschen - aber das wird eben nicht glorifiziert. Ich finde, es zeigt den Umgang mit Waffen im Gegenteil eher auf eine schreckenerregenden Art und Weise - was sehr gut ist.
Und außerdem finde ich die Beziehung zwischen den Charakteren "Tris" und "Four" total wichtig als eine Botschaft an junge Erwachsene. Es geht bei den beiden nicht nur um körperliche Anziehung, die beiden sind auch nicht voneinander abhängig. Ihre Liebe fußt auf Wahrheit, Stolz und Respekt. Sie sind eher Partner als nur Liebende, was ich persönlich sehr nachahmenswert finde.

Eine Botschaft des Films ist auch, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen. Haben Sie Angst, sich vielleicht einmal für eine falsche Rolle zu entscheiden?

Nein, gar nicht. Ich habe den Beruf gewählt, weil er mir Spaß macht. Ich muss niemandem etwas beweisen. Ich finde, Schauspielerei ist eine Kunstform. Ich gebe nicht viel darauf, was andere von dem halten, was ich tue.

"Die Bestimmung - Divergent" zeigt uns, wie es in der Zukunft aussehen könnte. Haben Sie Zukunftsängste?

Nein. Ich freue mich sehr auf die Zukunft. Die Zukunft ist aufregend. Ich weiß aber, dass wir eine große Verantwortung tragen, damit es überhaupt eine Zukunft gibt. Ich denke nicht an meine persönliche Entwicklung, eher an die der Gesellschaft. Nach uns wird es noch viele Generationen geben und wir sollten sicherstellen, dass, wenn wir diese Erde verlassen, sie in einer besseren Verfassung ist, als zu dem Zeitpunkt, an dem wir sie betreten haben.

Wenn wir jetzt einmal auf Ihre unmittelbare Zukunft hinausblicken: Der Film wird Sie sehr berühmt machen. Sind Sie dafür bereit?

Ich habe dazu Jennifer Lawrence kontaktiert und sie hat gesagt: "Manches wird bestimmt schwierig sein, aber am Ende wird dieses Projekt dein Leben in so vielen unterschiedlichen Aspekten auf wundervolle Art verändern." Ich glaube, dass man sich ständig weiterentwickelt. Und ich glaube auch, dass man keine Entscheidungen fällen sollte, weil einen die Angst vor etwas dazu zwingt. Als ich mir das überlegt hatte, war es ganz einfach. Ich habe das Glück, dass ich mich sehr gut kenne und innerlich sehr gefestigt bin. Ich stelle mir das Ganze so vor wie einen Tornado, mit mir in der Mitte. Ich bin im Auge des Sturms. Ich bleibe also ganz ruhig.

Wie hat sich denn dieser Tornado bisher ausgewirkt, was hat sich in Ihrem Leben verändert?

Eigentlich nichts. Außer, dass ich mehr zu tun habe als vorher. (Lacht.)

Sie haben sehr früh angefangen zu schauspielern. Hat Sie das von Ihren Altersgenossen abgehoben - waren Sie deshalb vielleicht die beste Wahl, um eine "Unbestimmte" zu spielen?

Also, ich glaube nicht, dass das zusammenhängt. Ich habe mich nie einsam oder in irgendeiner Weise besonders gefühlt. Ich habe das Schauspielen angefangen, weil ich es für mich machen wollte. Nach dem Schauspielunterricht bin ich nach Hause gekommen und habe mit meinen Freunden gespielt wie ein ganz normales Kind. Andere sind zum Fußball gegangen, ich ging eben zum Unterricht oder zum Vorsprechen.

Klingt ja eher wie ein verrücktes Hobby…

Ja, genau. Ich glaube, als ich jünger war, haben die anderen Kinder oft nicht einmal gewusst, was Schauspielerei bedeutet. In der Highschool hat es niemanden interessiert. Jedenfalls keinen, den ich kannte.

Anders als viele ihrer Kollegen hat Shailene Woodley in der Highschool auch einen großen Bogen um die Theater-AG gemacht. Sie habe auch andere Dinge ausprobieren wollen. Das ist bis heute so. Für "Die Bestimmung – Divergent" ging die Schauspielerin sogar in ein Survival-Bootcamp.

Wenn Sie jetzt in der Wüste ausgesetzt würden, könnten Sie dort überleben?

Ich kann zumindest Feuer machen und selbst für mein Essen sorgen. Ich weiß nicht, ob ich es tatsächlich schaffen würde, zu überleben. Aber ich würde es versuchen. Ich bin eine Kämpfernatur.

Der Regisseur Neil Burger hat erzählt, Sie können auch Autos knacken.

(Lacht.) Das ist total einfach. Alles, was man dafür braucht, ist ein Schraubenzieher. (Lacht.)

Im Film gibt es viele Kampfszenen. Hat es Spaß gemacht, diese zu drehen?

Ich liebe es, mich körperlich und psychisch herauszufordern. Und als ich gehört habe, was ich alles machen darf, habe ich gedacht: "Ich darf wirklich auf fahrende Züge aufspringen und all das?! Wie cool ist das denn?!"

Wie halten Sie sich fit?

Für den Film hatten wir ein spezielles Training. Generell bin ich aber schon sehr sportlich. Ich mag Wandern, Rad fahren, Klettern, Surfen, eigentlich alles in der Richtung.

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