Scarlett Johansson

"Ich weiß genau, was ich will

Am Set verlässt sich Scarlett Johansson auf Woody Allen. Ihr Privatleben meistert sie ohne ihren Mentor

Scarlett Johansson

Woody Allen ist nun wirklich

niemand, der schnell ins Schwärmen gerät. Doch bei kann der 72-Jährige kaum an sich halten: "Ich möchte eigentlich nur eins sein, ihr Liebhaber", sagte der Regie-Altmeister jüngst in einem Interview. Doch verfügt über genügend Selbstironie und weiß, dass es für ihn - im Leben wie im Kino - über eine Rolle als väterlicher Freund nie hinausgehen wird. Einen solchen spielte er in der Komödie "Scoop" (2006), ansonsten gibt er sich damit zufrieden, die 24-Jährige möglichst verführerisch zu inszenieren. Wie 2005 in "Match Point" oder jetzt in dem erotischen Reigen " Barcelona". GALA hat die Schauspielerin in Los Angeles getroffen und mit ihr über ihren neuen Film und das Verhältnis zu gesprochen.

Scarlett Johansson mit ihrem Mentor Woody Allen

GALA: Sie haben zum dritten Mal mit Woody Allen gearbeitet. Was fasziniert Sie an ihm?

Er ist einer der wenigen Regisseure, die tolle Rollen für Frauen schreiben. Bei ihm sind Frauen intelligent, einfühlsam und lustig. Und in diesem Film auch sexy. Woody versteht Frauen besser als die meisten Männer und manche Frau.

Und darüber hinaus?

Sieht er einfach nur sexy aus! ( lacht) Nein, Woody ist ein Mann, der Frauen auf ein Podest stellt. Er würde an dieser Stelle wohl sagen, dass sie die besseren Menschen sind.

In "Vicky Cristina Barcelona" spielen Sie eine Frau, die das Leben so nimmt, wie es kommt. Ist das auch Ihre Einstellung?

Sicher. Ich mag es, nach Chancen zu greifen, neue Dinge auszuprobieren, einfach spontan zu sein. Ich bin ein Mensch, der jeden Tag neu angreift. Ich lebe im Hier und Jetzt, gehe Risiken ein, lasse das Leben auf mich zukommen.

Deshalb auch die spontane Hochzeit mit Ryan Reynolds in Kanada?

( lacht) Ganz so spontan war das gar nicht. Ein solcher Schritt will schon durchdacht sein.

Sie wirken jedenfalls sehr glücklich.

Ich liebe es, verheiratet zu sein. Es ist ein ganz neues Gefühl, von meinem "Ehemann" zu sprechen.

Scarlett Johansson verzaubert alle mit ihrem Lächeln

Scarlett Johansson verzaubert alle mit ihrem Lächeln

In Ihrem neuen Film machen Sie mit Ihrer Freundin zusammen Urlaub. Als ein sexy Spanier - gespielt von Javier Bardem - auftaucht, gibt's Stress. Ist Ihnen so etwas schon einmal passiert?

Nein, ich hatte bisher immer Glück. Urlaube mit Freundinnen waren nie davon bestimmt, dass die eine total verrückt nach einem Mann war und die andere einsam im Hotelzimmer sitzen musste.

Sie fahren aber mit anderen Frauen in die Ferien?

Das mache ich sogar häufig. Da meine Freundinnen und ich in der Regel dasselbe von einem Urlaub wollen, haben wir die meiste Zeit auch viel Spaß miteinander.

Wie muss man sich das vorstellen: Ferien mit Scarlett Johansson?

Champagner, Kaviar, das komplette VIP-Treatment! Quatsch, wir reisen durch die Weltgeschichte und amüsieren uns so gut wie möglich. Die meisten meiner Freunde sind keine Schauspieler. Das ist erfrischend und hilft mir, auf dem Boden zu bleiben. Für meine Freunde bin ich nicht der Filmstar Scarlett Johansson, sondern einfach nur Scarlett.

Als es am Set zur Liebesszene zwischen Ihnen, Penélope Cruz und Javier Bardem kam, war der Andrang doch sicher sehr groß, oder?

Das war eher komisch. Da waren rund 60 Crewmitglieder, einige schauten zu, andere aßen Salami-Sandwiches. Und irgendwie wollten alle nur fertig werden. So richtig hat das niemanden interessiert.

Was? Dass zwei der attraktivsten Frauen auf diesem Planeten miteinander turteln, hat keinen interessiert? Das nehme ich Ihnen nicht ab.

Okay, vielleicht war an dem Tag tatsächlich ein bisschen mehr Personal am Set als sonst. Aber mal im Ernst: Es ist doch wie ein ganz normaler Bürotag. Da ist keine besondere Erotik dabei. Der Ausdruck Traumfabrik kommt ja nicht von ungefähr.

Sind Sie eine Frau, die immer weiß, was sie will, oder verlieren Sie auch ab und zu mal das Ziel aus den Augen?

Natürlich verliere ich mich auch mal, ich bin schließlich nur ein Mensch. Ich habe aber immer gewusst, was ich im Leben will. Das heißt nicht, dass es nicht die ein oder andere Hürde gegeben hat, die ich überwinden musste. Aber das waren gute Erfahrungen, weil ich dadurch als Mensch gewachsen bin.

Fühlen Sie sich heute erwachsen?

Ja, ich stehe auf meinen eigenen Füßen, verdiene mein eigenes Geld und kümmere mich um meine eigenen Probleme. Ich fühle mich erwachsen, und mir geht es sehr gut dabei.

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