Scarlett Johansson

"Ich liebe Experimente"

Scarlett Johansson verrät im Gespräch mit GALA, warum sie sich immer wieder neu erfindet, wie für sie ein perfekter Abend aussieht und dass sie schon als Elfjährige Champagner mochte

Scarlett Johansson

Die Stimme ist geheimnisvoll

und hat einen rauen Klang, der so gar nicht zu zarter Erscheinung passen mag. Mit diesem sexy Timbre könnte sie problemlos in jedem Callcenter jobben, falls ihre Hollywood-Karriere irgendwann doch ins Stocken geraten sollte. "Bereits als Mädchen hatte ich ein auffällig dunkles Organ und habe so die Leute irritiert", verrät sie lachend. Deshalb ist es vor allem ihre markante Stimme, die nach einem Interview in Erinnerung bleibt - trotz aller Schönheit. Ihr Aussehen macht die Schauspielerin auch zu einer begehrten Werbe-Ikone. Scarlett Johanssons jüngster Coup: Sie ist für die nächsten zwei Jahre das Gesicht von "Moët & Chandon". Entsprechend präsentierte sich die 24-Jährige im Gespräch mit GALA in Champagnerlaune.

Mit Penélope Cruz und Woody Allen verbindet sie eine Freundschaft

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Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Glas Champagner?

Oh ja, da muss ich ungefähr elf Jahre alt gewesen sein. Es war die Silvesternacht, und meine Eltern gaben mir und meinen Geschwistern jeweils ein Glas, um auf das neue Jahr anzustoßen.

Und? Wie hat es Ihnen damals geschmeckt?

Sehr gut. An meiner Vorliebe für Champagner hat sich bis heute nichts verändert.

Haben Sie ein Rezept gegen einen Kater?

Ganz einfach: ein großes Glas Wasser und zwei Aspirin, kurz bevor man ins Bett geht. Und morgens ganz viel Zitronenwasser mit Vitamin C. Damit bin ich bislang immer gut gefahren.

Sind Sie eher Nachteule oder Frühaufsteher?

Feiern muss ab und zu mal sein, aber mir auf Partys die Nächte um die Ohren zu schlagen, war eigentlich nie mein Ding. Da gehe ich lieber in ein gutes Restaurant oder in Jazzkonzerte und liege relativ zeitig im Bett. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich deshalb morgens gern aufstehe.

Was reizt Sie mehr: ein lauschiges Dinner mit Ihrem Mann Ryan Reynolds und Freunden oder ein rauschendes Fest?

Da ziehe ich auf jeden Fall das intime Dinner vor. Ich mag es eher ruhig. Außerdem gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als für , meine Familie und Freunde zu kochen - oder mich von Ryan bekochen zu lassen.

Haben Sie prominente Freunde?

Da gibt es schon ein paar: Mit oder hänge ich privat viel ab, wenn es unsere Terminkalender zulassen.

Hängen Sie auch mit Woody Allen ab?

ist zwar nicht unbedingt der Mann, den ich mitten in der Nacht anrufen würde, wenn mich Liebeskummer plagt - aber nach drei gemeinsamen Filmen verbindet uns schon eine Freundschaft. Wenn ich in New York bin, gehe ich häufig mit ihm essen, und dann quatschen wir über Weltpolitik.

Für eine Champagner-Werbekampagne räkelt sich Scarlett Johansson wie eine Glamour-Diva aus Hollywoods Glanzzeiten

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Apropos Weltpolitik. Wie bleiben Sie angesichts der aktuellen Probleme optimistisch? Stichwort: Finanzkrise.

Es bleibt uns doch gar nichts anderes übrig, als positiv zu denken! Mit einer negativen Grundeinstellung kommen wir aus dem Schlamassel gar nicht mehr raus.

Also lieber agieren als lamentieren?

Genau! Gier und Maßlosigkeit haben unsere Gesellschaft viel zu lange beherrscht. Wir alle haben immer nur genommen, ohne an die ökonomischen und ökologischen Konsequenzen zu denken. Irgendwann musste deshalb alles einmal zusammenbrechen. Ich sehe die Krise auch als Chance, dass wir innehalten, die bestehenden Strukturen hinterfragen und einen Neuanfang wagen.

Ihren Optimismus in Ehren - aber momentan hagelt es doch fast nur schlechte Nachrichten: Millionen Menschen verlieren ihren Job.

Das ist natürlich beängstigend. Aber irgendwann wird sich die Spirale auch wieder nach oben drehen.

Könnte die negative Entwicklung Präsident Barack Obama, den Sie im Wahlkampf leidenschaftlich unterstützt haben, schaden? Könnten die Erwartungen an ihn zu hoch sein und die Menschen sich am Ende frustriert von ihm abwenden?

Natürlich haben viele in der ersten Euphorie ihre Erwartungen an ihn und die neue Regierung viel zu hoch geschraubt. Aber ich hoffe, dass den meisten jetzt klar ist, dass wir alle mit anpacken, uns für die Gesellschaft einsetzen und Opfer bringen müssen. Ein Politiker allein kann doch nichts reißen. ist auch nur ein Mensch und kein Messias.

Stimmt es, dass Sie mit ihm befreundet sind?

Wir verstehen uns gut und haben Kontakt. Aber Freunde? Nein.

"Beauty-Operation? Das käme für mich auch in zwanzig Jahren nicht in Frage"

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Wo ist Ihre Heimatbasis?

Ich habe eigentlich kein richtiges Zuhause, sondern pendele ständig zwischen New York, Los Angeles und London. Ich mag es, flexibel zu sein und je nach Lust und Laune den Ort zu wechseln.

Hört sich aufregend an, aber auch ziemlich hektisch. Wie relaxen Sie?

Wenn ich mal nichts um die Ohren habe und herumreise - ich liebe es, zu reisen - bin ich ein ziemlicher Stubenhocker. Dann lümmle ich mich in Shorts und T-Shirt auf der Couch, lese oder telefoniere. Es entspannt mich aber auch, wenn ich mich durch Secondhand-Läden wühle.

Kürzlich erst haben Sie sich die Haare gefärbt. Was hat es damit auf sich, wollten Sie ein Statement abgeben?

Ein Statement durch eine neue Haarfarbe? Ich glaube nicht, dass ich eine so enge Beziehung zur Öffentlichkeit habe. Ich hatte einfach Lust auf Veränderung, wie wohl jede Frau von Zeit zu Zeit: Ich experimentiere häufig mit Klamotten, Make-up oder meinen Haaren. Ehrlich gesagt würde ich gern auch mal extremere Looks ausprobieren.

Und damit am Ende Ihrem Image schaden?

Was für ein Image habe ich Ihrer Meinung nach denn?

Das der geheimnisvollen, männermordenden Hollywood-Blondine ...

(lacht) Wenn Sie meinen. Ehrlich gesagt denke ich nicht darüber nach, wie ich auf die Menschen wirke. Glauben Sie mir: Ich lebe einfach mein Leben und bin wie ich bin. Da ist wirklich nichts Berechnung.

Und was sagt Ihr Mann Ryan zum neuen Look?

Dem gefällt's auch.

Einige verändern die Haarfarbe, andere gleich das ganze Gesicht. Wie stehen Sie zu Schönheitsoperationen?

Jeder soll machen, was er will. Die einen lassen sich ein Tattoo stechen, die anderen trainieren sich Muskeln an - und dann gibt es eben Leute, die wollen unbedingt weniger Falten oder einen größeren Busen. Wenn sie sich danach besser fühlen, bitte.

Sie würden sich demnach auch unters Messer legen?

Nein, für mich käme das nicht infrage -auch nicht in zehn oder zwanzig Jahren. Ich bin Schauspielerin! Ich muss mit meinem Gesicht arbeiten können und will kein mimikloses Wachsgesicht bekommen. Davon gibt es in Hollywood leider schon zu viele.

Können Sie mir ein Beispiel nennen?

Den Teufel werde ich tun!

Mal anders gefragt: Altert Madonna würdevoll?

Würdevoll altern - was ist das? verkauft Illusionen. Unter anderem auch die Illusion der ewigen Jugend. Würde sie vor sich hin schrumpeln, wäre es doch auch wieder nicht okay. Ich finde, dass wir viel zu schnell über Menschen urteilen, die wir gar nicht persönlich kennen. Das ist ungesund.

Stimmt es, dass Sie noch nie ein Fitnesscenter von innen gesehen oder eine Diät gemacht haben?

Wer sagt das?

Sie, in einem Interview von 2008.

Das ist Quatsch, da wurde ich falsch zitiert! Ryan ist ein Fitnessfreak. Der würde mir was erzählen, wenn ich nur faulenzen würde.

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