Sarah Connor + Till Brönner

"Bloß nicht verrückt machen lassen"

"X-Factor" mausert sich zur Erfolgsshow - und pusht auch die Karrieren der Juroren Sarah Connor und Till Brönner. Ein Gespräch über peinliche Patzer und bewegende Momente

X-Factor - Till Brönner, Sarah Connor

X-Factor - Till Brönner, Sarah Connor

Einen Moment

stutzt Sarah Connor. "Sag mal, hat die einen Mops auf der Bühne?", fragt sie und zeigt zum Bildschirm, der im Backstageraum der Kölner MMC-Studios steht. Über den verfolgen ihr Jury-Kollege Till Brönner und sie während des Gala-Interviews immer wieder die Proben auf der "X Factor"-Bühne. Momentan studiert gerade das Trio Urban Candy seine Performance für eine der Live-Shows ein, in denen sich die Kandidaten behaupten müssen. "Ja, das ist das Maskottchen von Candy, der Sängerin. Aber das ist kein echter Mops, nur ein Kuscheltier. Der trägt immer dasselbe Outfit wie sie", klärt Brönner auf.

Harmonisches Team: Musikproduzent und Sarah-Connor-Entdecker George Glueck, 60 (l.), ist der Dritte im Bunde bei "X Factor" (die

Harmonisches Team: Musikproduzent und Sarah-Connor-Entdecker George Glueck, 60 (l.), ist der Dritte im Bunde bei "X Factor" (dienstags auf VOX, 20.15 Uhr)

Kannten Sie beide sich schon vor "X Factor"?

Till Brönner: Vom Namen her ja, aber nicht persönlich. Wir sind uns im März beim "Echo" zum ersten Mal über den Weg gelaufen und haben miteinander gesprochen, weil sich da das "X Factor"-Projekt bereits andeutete.
Sarah Connor: Mein Vater ist das Musikfachlexikon unserer Familie und großer Till-Brönner-Fan. Als ich ihm am Anfang erzählt habe, Papa, ich mache wohl bei einer Fernsehshow mit, war er eher kritisch. Aber als ich nachgeschoben habe, dass George und Till dabei sind, meinte er: "Till Brönner! Na dann wird das gut."

Mussten Sie Ihrem Vater ein Autogramm mitbringen?

Connor: Nee, aber wenn sich die beiden kennenlernten, würde er Till zwei Stunden in Beschlag nehmen - und ihm am Schluss noch Tipps geben.
Brönner (lacht): Na ja, mit so etwas habe ich Erfahrung. Es passiert oft, dass mich hübsche Mädchen ansprechen - und dann sagen: Herr Brönner, meine Mutter ist ein totaler Fan von Ihnen. Kann ich bitte ein Autogramm haben?

Sarah Connors aktuelles Album "Real Love" kommt am 22. Oktober raus – pünktlich wenn die Sendung aufs Finale zusteuert.

Sarah Connors aktuelles Album "Real Love" kommt am 22. Oktober raus: Pünktlich, wenn die Sendung auf's Finale zusteuert.

Kommen während der Show Erinnerungen an die eigenen ersten Karriereschritte hoch?

Connor: Andauernd.
Brönner: Ich erinnere mich oft an Situationen, in denen etwas schiefgegangen ist.
Connor: Zum Beispiel?
Brönner: Mit 18 hatte ich ein Konzert in einem der bekanntesten Jazzclubs Deutschlands - viele Freunde und Bekannte waren extra gekommen. Doch ich musste den Auftritt abbrechen. Die Band hat die zweite Hälfte allein gespielt. Ich hatte mir eine falsche Technik angewöhnt und mir deshalb die Lippen kaputt geblasen. Das ist so, als wenn du mit der falschen Technik singen würdest und deine Stimmbänder reißen. Es war schrecklich. Ich bin wie ein geprügelter Hund von der Bühne geschlichen.
Connor: Meine Stimme ist mir zum Glück noch nie weggeblieben. Aber ich musste vor zwei Jahren meine Stimmbänder operieren lassen, weil ich eine Erkältung nicht auskuriert hatte. Pannen gehören dazu, das muss man akzeptieren.

Für eine Panne haben Sie 2005 viel Spott abgekriegt. Da hatten Sie sich vor einem Fußballspiel bei der Nationalhymne versungen. Wie geht man mit so etwas um?

Connor: Mit Humor - anders geht das gar nicht. Klar, das war ein peinlicher Patzer, aber hinterher weiß man sowieso nicht mehr, wieso, weshalb, warum etwas passiert ist. Mir sind auf der Bühne Hosen gerissen, ich bin ausgerutscht und was weiß ich nicht alles. Man darf sich davon nicht verrückt machen lassen. Mir hat das eher eine gewisse Gelassenheit gegeben.

X Factor

Offenes Casting in Hamburg

Ein Schild am Wegesrand deutet bereits auf das offene Casting von X Factor in Hamburg hin.
Schon vor Beginn haben sich bereits zahlreiche Kandidaten vor dem Edelfettwerk versammelt.
Auch ein Kamerateam streunt schon durch die Menschenmenge auf der Suche nach potentiellen Interviewpartnern.
Wer berühmt werden will, muss frieren.

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„X Factor“ läuft noch bis zum 9. November. Juror Till Brönner veröffentlicht am 15. Oktober seine neue Platte "At The End Of The

"X Factor" läuft noch bis zum 9. November: Juror Till Brönner veröffentlicht am 15. Oktober seine neue Platte "At The End Of The Day".

"X Factor" ist ein zeitintensives Projekt. Wie kriegen Sie als Mutter von zwei Kindern das alles hin, Sarah?

Connor: Zu Beginn hatte ich da etwas Sorge. Ich bin ja kürzlich nach Berlin gezogen, ich lebe also nicht mehr in Wildeshausen bei Bremen, wo meine Familie gleich um die Ecke wohnt. Außerdem sind Tyler und Summer erst im August eingeschult worden. Funktioniert das alles? Wie kommen sie in der Schule und in der Kita zurecht? Das sind so Fragen, die man sich dann stellt. Aber es geht super. Meine Kinder sind zum Glück unkompliziert. Sie sind offen und gehen auf jeden zu. Und die Situation, dass Mama unterwegs ist, kennen sie ja.

Hilft Ihnen eine Nanny?

Connor: Nein. Ich nehme schon mal einen Babysitter, aber generell fühle ich mich besser, wenn sich jemand aus meiner Familie um die zwei kümmert. Momentan ist meine jüngere Schwester Marisa in Berlin. Eigentlich studiert sie in Wien, aber zum Glück hat sie Semesterferien. Das ist eine riesige Hilfe. Aber besonders so etwas wie ins Bett bringen, Gute Nacht sagen und morgens Frühstück zubereiten ist mir unheimlich wichtig. Das ist so intim, das will ich selbst machen. Jetzt, wo wir in Köln drehen, bin ich zwei Tage hier, fliege aber am zweiten Tag abends noch mit der letzten Maschine zurück. Dann kann ich meine Kinder am Morgen selbst wecken.

Wie schalten Sie nach einem hektischen Drehtag ab, Till?

Brönner: Indem ich Trompete spiele. Das ist für mich wie der Sandsack, an dem ich mich abreagiere. Danach schlafe ich wie ein Baby.

Wie schwer war es für Sie, sich an die Rolle des Jurors zu gewöhnen? Zu entscheiden, wer bleibt und wer geht? Sarah, Sie haben ein paar Tränen verdrückt.

Connor: He, ein einziges Mal war das! Weil die Kandidatin so eine heftige Lebensgeschichte hatte und sich solche Mühe gab - und wir sie dennoch nicht nehmen konnten. Die Szene wurde halt immer wieder und wieder gezeigt. Klar, ich bin oft gerührt, aber das geht nicht nur mir so, oder Till?
Brönner: Natürlich, manchmal ist man sprachlos. Nicht, weil einem nichts einfällt, sondern weil einem die Schicksale der Menschen so zu Herzen gehen. Ich glaube aber, es ist klar ersichtlich, dass es uns, neben aller Dramatik und allem Spaß, darum geht, einen guten Künstler zu finden.

Stimmt es, dass man im Fernsehen dicker wirkt?

Connor: Sagt man so, nicht? Ich mag mich generell nicht so gern im Fernsehen sehen.
Brönner: Wir haben da Glück. Die meiste Zeit sitzen wir ja hinter Tischen.

Hauke Herffs

Till Brönner und Sarah Connor mit GALA-Chefreporter Hauke Herffs (l.) im Backstage-Bereich des "X Factor"-Studios in Köln

Till Brönner und Sarah Connor mit Gala-Chefreporter Hauke Herffs (l.) im Backstage-Bereich des "X Factor"-Studios in Köln.

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