Sandra Bullock

"Er ist der schönste Mann, den ich kenne"

Monatelang hielt sie ihr Mutterglück geheim: In Gala spricht Sandra Bullock jetzt erstmals über Adoptivbaby Louis

Sandra Bullock

Kein Star hat in den vergangenen Wochen

für mehr unfreiwillige Schlagzeilen gesorgt. Doch jetzt gibt es Nachrichten, die Sandra Bullock liebend gern mit der ganzen Welt teilen möchte: "Louis hat sich in seinem Bettchen auf die andere Seite gedreht - zweimal!", schwärmt sie. "Es ist überwältigend mitanzusehen, wie so ein kleiner Mensch buchstäblich vor deinen Augen heranwächst." Die 45-Jährige spricht von ihrem dreieinhalb Monate alten Sohn Louis Bardo Bullock, den sie seit Januar großzieht, ohne dass die Welt davon erfuhr. Nach den Wechselbädern der Gefühle in den vergangenen Monaten - dem Oscar-Triumph einerseits, dem schmerzlichen Ende ihrer Ehe mit Jesse James andererseits - ist die allergrößte Veränderung in ihrem Leben eine glückliche: Sandra Bullock ist Mutter geworden.

Star-Babys

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Es war ihr süßes Geheimnis. Nach der Trennung von Jesse James, 41, war sie untergetaucht, um den Schmerz zu verarbeiten - aber auch, um ihr neues Familienglück in aller Ruhe zu genießen. Neben ihren Stiefkindern Sunny, 6, Jesse Jr., 12, und Chandler, 15, ist der kleine Louis der wichtigste Mensch in Sandras Leben. "Ich wache auf, dann füttere ich den Kleinen, achte darauf, dass er sein Bäuerchen macht, spiele mit ihm, mache die Wäsche", beschreibt sie strahlend ihren neuen Alltag. "Ich bin noch in dem Stadium, in dem ich einfach von meinem Sohn und dem Leben an sich überwältigt bin."

Bereits vor einigen Jahren hatte das Paar gemeinsam die Adoption eines Kindes beantragt. Im Januar erhielten Sandra Bullock und Jesse James dann die Nachricht, dass in New Orleans ein Neugeborenes auf Adoptiveltern wartet. Sie holten Louis, den Sandra nur "Louie" nennt, zu sich, vereinbarten aber, die große Neuigkeit bis nach der Oscar-Verleihung für sich zu behalten. "Ich weiß selbst nicht mehr, wie uns das gelungen ist", sagt sie. Sie möchte keine näheren Details der Adoption preisgeben, um ihr Söhnchen zu schützen.

Im März dann der Eklat: Als sie erfuhr, dass ihr Mann sie betrogen hatte, zog Sandra sofort aus dem gemeinsamen Haus aus - und nahm ihr Baby mit. Die Oscar-Preisträgerin hat inzwischen bestätigt, dass sie die Scheidung von Jesse James eingereicht hat und Louis als alleinerziehende Mutter adoptiert. Im Exklusivinterview spricht sie über das Ende einer Liebe, den Start in ein neues Leben und den "kleinen Mann", der ihr Leben verändert hat.

Das Titelbild, auf dem Sandra Bullock ihren kleinen Sohn präsentiert, ziert die Gala-Ausgabe Nr. 19, die ab 6. Mai im Handel ist

Das Titelbild, auf dem Sandra Bullock ihren kleinen Sohn präsentiert, ziert die Gala-Ausgabe Nr. 19, die ab 6. Mai im Handel ist.

Wann haben Sie sich zur Adoption entschlossen?

Ich erinnere mich nicht an einen großen "Aha"-Moment. Wir haben nach "Katrina" viel Zeit in New Orleans verbracht. Eines Tages entstand bei uns das Gefühl, dass wir dort ein Kind finden sollten, anstatt noch ein Leben in die Welt zu setzen. Nach "Katrina" blieben so viele Kinder allein zurück, und aus irgendeinem Grund wussten wir, dass jemand in unser Leben treten würde. Und so reichten wir den Antrag für eine Adoption ein. Wir dachten nie darüber nach, wie das Kind aussehen würde, ob es ein Junge oder ein Mädchen wäre, wie sein familiärer Hintergrund ist - das alles war egal. Wir wussten einfach, dass die richtige kleine Person kommen würde. Und eines Tages verkündete Sunny mir aus heiterem Himmel, dass wir adoptieren sollten. Ich erstarrte. Ich hatte keine Ahnung, wie sie darauf kam. Also fragte ich sie warum, und sie sagte: "Weil es so viele kleine Babys gibt, die kein Zuhause haben, und wir können unsere Sachen mit ihnen teilen." Tiefsinnig für eine damals Vierjährige, doch ich wollte ihr keine zu großen Hoffnungen machen, also lenkte ich das Gespräch in eine andere Richtung.

Mussten Sie vor der Adoption viele Hindernisse überwinden?

Der Prozess ist nicht einfach. Und inzwischen weiß ich warum. Wir nahmen die Gespräche auf, und dann begann all der Papierkram, die Überprüfungen, die Hausbesuche. Wir wollten es genauso angehen, wie jeder andere es auch müsste. Es gibt Hürden - aber diese Hürden sind dazu da, das Kind zu schützen. Es lohnt sich also, sie zu überwinden.

Warum war es Ihnen so wichtig, ein Kind aus New Orleans zu adoptieren?

Ich weiß nicht, ob es wichtig war, aus New Orleans zu adoptieren, aber es war uns wichtig, ein Kind aus den USA zu adoptieren. Für uns beide war New Orleans ein Ort, den wir liebten, ein Ort, mit dem uns viel verband und der mich nicht losließ.

Wann haben Sie Ihren Sohn das erste Mal gesehen, und was fühlten Sie dabei?

Um ehrlich zu sein: Als wir die Nachricht erhielten, dass es zu einer Vermittlung kommen könnte, geriet ich in Panik. Es geschah mitten in dem Medien-Hype um die Preisverleihungen. Ich konnte einfach nicht verstehen, wieso das Universum entschieden hatte, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein Kind zu uns kommen sollte. Gerade jetzt! Ich hatte große Angst davor, ein Baby dieser Hysterie auszusetzen - ich konnte mir nicht vorstellen, wie es Geborgenheit und Sicherheit empfinden könnte. Doch Jesse erinnerte mich daran, weshalb wir den ganzen Adoptionsprozess überhaupt gestartet hatten. Als ich Louis dann das erste Mal traf, war es, als bliebe die Welt um mich herum plötzlich stehen. Er war so klein und friedlich. All die gewöhnlichen Dinge, von denen mein Leben bestimmt wurde, wurden mit einem Mal bedeutungslos. Ich sagte nur zu ihm: "Oh, da bist du ja." Als ob er schon immer ein Teil unseres Lebens gewesen war. Alles drehte sich nun um Louis und darum, was er braucht. Es fügte sich einfach, und ab diesem Zeitpunkt empfand ich keine Angst mehr.

Wie sagten Sie es Ihrer Familie und Ihren Freunden?

Das Wichtigste war, dass die Kids damit klarkommen – und sie hätten nicht besser reagieren können! Sie sahen ein, dass das hier erst mal ein Geheimnis bleiben musste, und wenn jemand weiß, wie hart das auch für sie gewesen sein muss, dann ich. Vor allem wenn man vor Stolz explodiert und jedem, den man trifft, die frohe Botschaft entgegenbrüllen will. Wir erzählten es nur einer Handvoll Freunden und der Familie – daraufhin sahen sie es als ihre Mission, dafür zu sorgen, dass Louis alles hatte, um glücklich zu sein. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele moderne Geräte es auf dem Markt gibt, die ein Baby für fünf Minuten ablenken sollen, nur damit man kurz unter die Dusche springen kann! Wir haben sie alle. Louis hätte sich keine besseren Geschwister wünschen können, sie lieben ihn über alles.

Wie kam es zu seinem Namen?

Es war einer der ersten, der uns einfiel. Der Louis-Armstrong-Song "What A Wonderful World" ging mir nicht mehr aus dem Kopf, als ich ihn ansah, der Name Louis blieb einfach hängen. Wir haben zwar sehr viele andere Namen ausprobiert, aber wir kamen jedes Mal wieder auf Louis zurück.

Die Premiere von "The Blind Side" feierte Sandra Bullock im November in Louis' Geburtsstadt New Orleans

Die Premiere von "The Blind Side" feierte Sandra Bullock im November in Louis' Geburtsstadt New Orleans.

Haben Sie die Ankunft Ihres Sohnes mit der Familie gefeiert?

Alles, was andere Familien selbstverständlich tun, passierte bei uns unter strengster Geheimhaltung. Während der Awards Season wurde ich auf Schritt und Tritt verfolgt, also musste alles vorher so minutiös wie ein CIA-Einsatz geplant werden, wenn es um Louis ging. Allein die Besuche beim Kinderarzt waren von Verkleidungen und getönten Autoscheiben begleitet. Die einzige richtige Feier, die wir hatten, war ein eher beängstigendes Ereignis - aber es erfüllte unser Haus mit so viel Liebe. Ein Freund half uns, eine Brit Mila (jüdisches Beschneidungsritual, Anm. d. Red.) daheim zu organisieren, weil wir ja nicht einfach in ein Krankenhaus gehen konnten. Der Beschneider kam zu uns. Es gibt sicher kein Elternpaar, das mehr Panik vor dem hatte, was mit ihrem Sohn passieren würde, als wir. Aber die Feier und die Zuneigung, die wir erfuhren, und der Stolz auf den kleinen Mann, den wir so lieben - all das machte es zu dem großartigsten Tag, den ich je in meinem Leben hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir so eine außergewöhnliche Erfahrung gemacht hätten, wenn wir nicht in unserer kleinen, geheimen Welt mit Louis gelebt hätten. Wir konnten jeden einzelnen Moment mit dem kleinen Mann genießen. Hier und da gab es einen Ausflug zum Einkaufen, ins Fitnessstudio oder natürlich zu den obligatorischen Preisverleihungen - aber wir konnten es nie erwarten, zurück nach Hause zu kommen zu Louis. Noch mal zum Feiern: Jetzt, wo wir unser Geheimnis mit der Welt teilen, wird es sicher noch ganz viel in der Öffentlichkeit zu feiern geben. Vielleicht ein Nachbarschaftsfest!

Warum haben Sie die Adoption geheim gehalten?

Aus tausend Gründen. Fotografen warteten nach der Oscar-Nominierung vor unserem Haus - vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Wir wollten das aus seinem Leben fernhalten. Außerdem wollte ich Louis nur für mich alleine haben. Aber ich musste immer wieder über gewisse Parallelen lächeln: Ich machte Werbung für eine Geschichte über eine Familie, die einen Sohn adoptiert ("The Blind Side"). Und privat taten wir das Gleiche! Hätte mir jemand vor ein paar Jahren erzählt, dass mir das einmal passieren würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Wörter "mein Sohn" in den Mund nehmen würde. Leute, mit denen ich bereits seit Jahren zusammenarbeite, konnten nicht verstehen, dass ich sie nicht mehr in mein Haus ließ. Ich traf mich mit ihnen in zufällig ausgewählten Hotels und behauptete, dass bei mir renoviert wird. Mein Visagist war irritiert, dass ich immer so müde war und massenhaft Concealer brauchte. Die Fittings für mein Oscar-Outfit endeten in einer Art Speed-Shopping. Wenn wir vor Award-Shows auf dem roten Teppich standen, hatten wir vorher oft nur zwei bis drei Stunden geschlafen, und ich weiß heute nicht mehr, was ich damals in Interviews oder auf der Bühne gesagt habe. Wir dachten nur daran, wieder nach Hause zu kommen. Zurück zu Louis.

Familie

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Madonna mit ihren Adoptiv-Töchtern
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Wie schwer war es, das Baby so lange vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen?

Es war eigentlich nur dann ein Problem, wenn ich vor die Tür ging. Ich hatte zwar keine Angst, dass irgendjemand unser Geheimnis verraten könnte - aber es war schon sehr schwer, nicht jederzeit und mit jedem darüber sprechen zu können, wie sehr ich diesen kleinen Mann liebe. Darüber, wie glücklich ich war, wenn Louis sein Fläschchen ausgetrunken hatte. Darüber, wie wir die perfekte Windel-Mülltonne fanden, bei der am wenigsten Geruch entweicht. Das waren auf einmal die wichtigsten Dinge in meinem Leben. Und ich betete, dass der Doktor nicht von sieben dunklen Geländewagen mit gefärbten Scheiben verfolgt wurde, wenn er uns besuchte. In der Oscar-Nacht hatte ich private Fotos von der Hochzeit meiner Eltern und von den Kindern in meiner Handtasche - und eine kleine grüne Babysocke von Louis, die herausfiel. Zum Glück ist es niemandem aufgefallen.

Kurz nach den Oscars haben Sie erfahren, dass Jesse Sie betrogen hat. Hatten Sie wirklich keine Ahnung von seiner Untreue, bis Sie durch die Presse davon Wind bekamen?

Ah, die unvermeidliche Frage. Ich ahnte wirklich überhaupt nichts, bis zu dem Tag, an dem ich den Anruf bekam. Es kommt mir aber heute so vor, als wäre es tausend Jahre her. Ich dachte nur: "Ich muss mit Louis hier raus, bevor sich die Aasgeier auf uns stürzen." Niemals hätte ich geglaubt, dass mir so etwas passieren könnte. Und bis heute wirkt es auf mich auch immer noch irreal.

Wie haben Sie auf den unglaublichen Pressewirbel reagiert?

Ich konnte nicht mehr tun, als Louis' und meine Sachen zusammenzupacken und aus der Stadt zu verschwinden. Ich dachte eigentlich nur an ihn und wollte mich nur noch verstecken. Zum Glück gab es diese kleine Gruppe von Familienmitgliedern und Freunden, die alles für uns taten. Sie sorgten dafür, dass ich in Ruhe trauern und wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. Durch mein Untertauchen wollte ich die Medien von meinen Kindern fernhalten und gleichzeitig die Dinge in Ruhe ins Reine bringen.

Reichen Sie die Scheidung ein?

Ja, das habe ich. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Ich bin traurig. Und ich habe Angst.

Sie werden also alleinerziehende Mutter sein? Wird Jesse wenigstens formal die Vaterrolle übernehmen?

Ich werde Louis als alleinerziehende Mutter adoptieren. Alles andere wird sich zeigen.

Wie würden Sie Ihre jetzige Beziehung zu Jesse beschreiben?

Als eine andere, bittersüße. Eine mit neuem Verständnis. Eine des Vergebens und der Unterstützung für seine Genesung. Eine, die mein Leben verändert hat. Ich weiß wirklich nicht, in welcher Form sich unsere Wege in Zukunft kreuzen werden. Aber ich hoffe, dass Louis eines Tages den Vater erleben kann, der Jesse all seinen Kindern gewesen ist - ganz unabhängig davon, wie Jesse und ich unser Leben weiterführen werden.

Sie waren Jesses Kindern eine liebevolle Stiefmutter. Werden seine Kids auch weiterhin eine Rolle in Ihrem Leben spielen?

Ich kann mir ein Leben ohne die Kinder nicht vorstellen. Jesse und ich wissen beide, dass nur diese Kids zählen. Was immer wir dafür tun können, auf die gesündeste Art, wir werden sie gemeinsam erziehen. Ich weiß, dass meine Rolle keine offizielle ist, aber Louis ist ihr Bruder, und Jesse und ich werden alles tun, damit sie wissen, dass sich ihre Welt nicht verändert, dass sie beschützt und sicher sind und geliebt werden. Nur die Dynamik wird sich ein wenig verändern.

Wie kommen Jesses Kinder mit dem Medienrummel zurecht?

Ich fühle mich schuldig und bin so traurig darüber, wie sie von den Fotografen gejagt worden sind. Ich hätte die Fotografen gern gefragt, ob sie selbst Kinder haben - wäre es fair, ihnen das anzutun? Ich wünschte, wir hätten hier in den USA die gleichen Gesetze wie in England, wo Kinder nicht verfolgt oder belästigt werden dürfen, um ein Foto zu bekommen. Sie haben damit nichts zu tun. Und was immer ich in dieser Zeit tun musste, um sie zu verstecken und zu beschützen, habe ich getan - egal, was andere darüber dachten. Die Leute hatten einiges dazu zu sagen. Aber diese Kinder sind nicht verantwortlich für das alles, und ihnen fühle ich mich am meisten verpflichtet. Ich war wirklich verblüfft, wie viel Geld mit anderer Leute Leid verdient wird. Ich wollte die Wahrheit herausschreien. Menschen, die ich überhaupt nicht kannte, sprachen in meinem Namen, und sie sagten nicht die Wahrheit.

Nach den Enthüllungen über Jesse tauchte ein Foto von ihm mit einer Nazi-Uniformmütze auf. Haben Sie jemals bemerkt, dass er sich für Nazismus interessiert oder die Überlegenheit der weißen Rasse propagiert hat?

Das Bild hat mich geschockt und traurig gemacht. Das ist nicht der Mann, den ich geheiratet habe. Es war dumm und ignorant. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie, jegliches Nazitum und eine Menge anderer Dinge haben in meinem Leben keinen Platz. Und der Mann, den ich damals geheiratet habe, sah das genauso. Ich hoffe, dass Jesse eines Tages dazu Stellung nehmen wird, aber das ist nicht die Welt, in der ich lebe oder jemals gelebt habe. Und ich toleriere sie nicht.

Jetzt, da Sie an die Öffentlichkeit gegangen sind: Wie werden Sie das Muttersein mit Ihrer Karriere vereinbaren?

Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich in der Lage sein möchte, das Muttersein zu genießen. All das zu tun, was Mütter tun dürfen, draußen in der Sonne, in der Welt. Die Karriere wird ein bisschen warten müssen. Ich möchte nicht in diese Welt hinaustreten, bevor ich meine Rüstung wiedergefunden habe. In diesem Business braucht man ein dickes Fell, und das habe ich zurzeit nicht. Und ich möchte es auch gar nicht.

Ihre Mutter Helga, die im Jahr 2000 gestorben ist, konnte Sie leider nicht bei diesem Prozess begleiten. Was haben Sie sich von ihr in Sachen Kindererziehung abgeschaut?

Oh, ich glaube doch, dass sie diesen Prozess mitverfolgen kann. Und ich glaube auch, dass sie sogar ein wenig ihre Hände mit im Spiel hatte. Wieso hätte es sonst auf diese Weise und genau jetzt passieren sollen? Helga weiß etwas, das ich nicht weiß. Und ich mag den Gedanken, dass Louis und sie sich auf seinem Weg hierher getroffen haben und sie ihm ein paar Dinge mitgegeben hat. Ich möchte, dass er keine Grenzen kennt. Ich möchte, dass er alle Kulturen, Nationalitäten, Länder und Menschen so kennenlernt wie ich. Ich möchte, dass sein Geist offen und frei ist. Wir wurden mit dem Grundsatz erzogen, dass wir alle gleich sind. Keiner ist großartiger, schlauer, stärker ... Ich wünsche mir sehr, dass Louis es genauso erfährt. Er hat eine große, schöne, vielfältige Familie. Solange er weiß, dass er geliebt und beschützt wird und die Gelegenheit bekommt, alles zu erfahren und zu sehen, habe ich meinen Job als Mutter erfüllt.

Was hat Sie als frisch gebackene Adoptivmutter am meisten überrascht?

Ich war überrascht, dass ich tatsächlich nur drei Stunden Schlaf brauche. Ich habe gelernt, dass es sechs Dinge bedeuten kann, wenn sich ein kleiner Mensch die Lungen aus dem Leib schreit: Ich habe Hunger, meine Windel ist voll, ich bin müde, ich fühle mich nicht wohl, mir tut etwas weh, ich habe Blähungen. Und ich werde herausfinden, was es ist und es beheben. Es ist nicht schwer, Louis zu lieben. Es fühlt sich für mich so an, als sei er schon immer da gewesen. Vielleicht könnte man sagen, dass ich überrascht bin, wie leicht alles für mich gelaufen ist.

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Eine alleinerziehende Mutter zu sein bedeutet viel Arbeit – wer hilft Ihnen dabei?

Über Kinderbetreuung habe ich mir vor Kurzem erstmals Gedanken gemacht. Bis jetzt läuft alles prima mit uns und dem lieben Kreis von Freunden und Familienmitgliedern, die uns unterstützen. Ich möchte, dass niemand außer mir die Freuden des Windelwechselns erlebt. Dies wird eine einmalige Erfahrung für mich, und ich möchte nichts verpassen.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Die Sonne auf dem Gesicht zu spüren, wenn wir spazierengehen, nicht mehr lügen oder sich verstecken zu müssen. Dass meine Freunde und die Familie nicht mehr lügen müssen. Jedem, den ich treffe, vom schönsten Mann, den ich kenne, zu erzählen - auch davon, wie oft er in die Windeln macht. Ich habe keine Pläne über das hinaus, was gerade passiert. Ich kann nicht mehr kontrollieren als das, was direkt vor meinen Augen passiert, und dafür brauche ich gerade meine ganze Aufmerksamkeit. Ich hoffe, jetzt, da das Geheimnis endlich aus dem Sack ist, ein wenig Ruhe zu haben, damit ich wie jede andere Mutter auch stolz der Welt meinen Sohn vorführen kann.

Was wünschen Sie sich für Louis?

Ganz einfache Dinge: dass er Liebe erfährt - viel davon. Dass er erkennt, dass die Rückschläge im Leben nicht die glücklichen Momente auslöschen können. Dass zwei Menschen, die sich geliebt haben, sich ihn sehr herbeigesehnt haben. Und ich freue mich am meisten darauf mitzuerleben, zu welch einem Menschen er sich entwickeln wird. Ich habe schon eine Vorstellung davon, wie er sein könnte - er hat es mir neulich nachts erzählt!

Tausende haben Ihnen in letzter Zeit ihre guten Wünsche zukommen lassen. Was möchten Sie ihnen sagen?

Es gab Menschen, die ihre Hand ausgestreckt und ihren Schmerz mit mir geteilt haben, um mir das Gefühl zu geben, dass ich nicht allein bin. Ich möchte, dass sie wissen, dass ich umsorgt werde und alles versuche, um das Richtige, das Gesündeste zu tun und nichts zu überstürzen. Ich habe Glück. Auch wenn das Leben gerade nicht so ist, wie ich es erwartet oder mir erträumt hätte, so habe ich doch im vergangenen Monat Dinge erlebt, von deren Existenz ich nicht einmal wusste. Jetzt kenne ich die Wahrheit. Ich kenne meine Wahrheit und Jesses Wahrheit, und dieses Geschenk erlaubt es mir, vorwärts zu gehen und auf mich selbst aufzupassen.

Gibt es etwas Positives, das Sie aus den Ereignissen der letzten Monate gewonnen haben?

Zu sagen, dass ich mich verändert habe, wäre noch untertrieben. Aber das muss ja nichts Schlechtes bedeuten. Ich habe viel darüber gelernt, wer ich bin und wer ich nicht bin. Aber das Wichtigste war für mich, meine Wahrheit zu kennen und zu schützen. Und die Wahrheit ist einfach. Die Dinge, die mir am wichtigsten sind, sind Dinge, die ohne Jesse nicht hätten passieren können. Vielleicht musste es so kommen, dass mir vor den Augen der ganzen Welt der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, damit mir keine Wahl blieb, außer es mir ganz genau anzuschauen, von innen und außen. Und vielleicht hatte meine Mutter Helga auch hier ihre Hände mit im Spiel. Sie weiß, wie stur ich sein kann. Vielleicht musste es so kommen, damit ich die allerbeste Mutter für Louis sein kann. Denn solange wir den Schmerz nicht kennen, können wir die süßen Momente des Lebens nicht wertschätzen. Und ich werde vieles schmerzlich vermissen.

J.D. Heyman, Alexis Chiu

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