Samuel L. Jackson im Interview: Samuel L. Jackson
© Getty Images Samuel L. Jackson

Samuel L. Jackson im Interview Dramatischer Unfall am Set

Im Interview mit Gala.de verrät Hollywood-Legende Samuel L. Jackson, dass er bei den Dreharbeiten zu seinem neuesten Film "Big Game" fast gestorben wäre - auch privat lebt der Schauspieler gefährlich

US-Präsident trifft auf Jugendlichen. Der Action-Thriller "Big Game - Die Jagd beginnt!" versetzt den Zuschauer in die finnischen Wälder, in der der kleine Oskari (gespielt von Onni Tommila) gerade versucht, sich im Rahmen einer Mutprobe bei der Jagd als Mann in der Wildnis zu behaupten. Parrallel dazu sitzt der amerikanische Präsident in einem Flugzeug, das von Terroristen angegriffen wird. Mit Hilfe einer Rettungskapsel findet sich der mächtigste Mann der Welt in völlig unbekanntem Gefilde wieder - und muss sich von einem Halbstarken helfen lassen.

Diese Story hat einen völlig überzeugt: Leinwand-Legende Samuel L. Jackson. Gala.de hat den mittlerweile 66-jährigen Schauspieler ("Pulp Fiction") in Berlin im Hotel de Rome zum Interview getroffen und begegnete einem völlig entspannten und zu Scherzen aufgelegten Superstar, den das Tamtam um seine Person völlig unbeeindruckt lässt.

Im Film muss ein kleiner Junge zum Mann werden – wann wurden Sie zum Mann?

Lacht schallend.

Ist aus Ihnen je ein Mann geworden?

Letzte Woche? Ich weiß nicht!

Und jetzt ernsthaft?!

Hmm, ich finde es ist schwierig, einen genauen Zeitpunkt dafür auszumachen. Vermutlich war es, als ich clean wurde.

Der Film wurde komplett in Bayern gedreht. Was war denn das tollste Erlebnis am Set?

Das Beste an den Dreharbeiten war Schloss Elmau, dort haben wir gelebt, als wir draußen in den Bergen gedreht haben. Es ist ein Wellnesshotel - mit einem fantastischen Spa.

Sie haben für den Dreh ein paar Wochen in Deutschland gelebt, gibt es etwas an Deutschland und den Deutschen, was Sie niemals verstehen werden?

Ja, die Sprache! (lacht)

Ansonsten ist es ziemlich cool hier bei euch. Ich habe meine Zeit in Deutschland total genossen. Berlin und München unterscheiden sich ziemlich. In München scheinen alle viel Geld zu haben und gehen immer shoppen. Hier in Berlin ist es mehr wie in New York. Wenn man es in Berlin schafft, scheint man es geschafft zu haben. München war entspannter.

Gab es am Set irgendwelche Vorfälle, ging etwas schief?

Samuel L. Jackson zeigt auf eine Narbe an der Schulter

Was ist Ihnen passiert?

In einer Szene stecke ich in einer Tiefkühltruhe, aus der ich dann aus gut zwei Metern Höhe fiel – glücklicherweise knallte ich nur auf meine Schulter. Daraufhin habe ich mir ein paar Bänder am Schlüsselbein gerissen, aber es hätte alles viel schlimmer enden können - ich bin dem Tod nur knapp entkommen.

Gibt es etwas, wovor Sie besonders Angst haben?

Ich habe Angst davor, keine Arbeit zu haben. Ich bin eben ein Schauspieler, jedes Mal, wenn man einen Film fertig gedreht hat, fragt man sich, ob man jemals wieder arbeiten wird.

Im Film erzählen Sie Ihrem Co-Star von einer Situation, in der Sie sich als Präsident richtig hätten blamieren können – gab es bei Ihnen persönlich mal so eine Situation?

Ja, wobei ich mich damit nicht blamiert hätte, sondern ich hätte sterben können. Ich habe mir mal den Fuß in einer U-Bahn-Tür in New York eingeklemmt, als ich davor stand. Und dann fuhr die Bahn los – glücklicherweise hat jemand in der Bahn die Notbremse gezogen, sonst hätte das ein böses Ende gehabt.

Sie haben bereits mit so vielen Schauspiel-Größen gearbeitet – welcher Kollege ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Ich habe gerade die Dreharbeiten zu dem Film "Hateful Eight" von Quentin Tarantino beendet und das ist ein wirklich großes Ensemble-Projekt und die Beziehung, die sich zwischen uns allen entwickelte, war sehr besonders. Wir verbrachten so eine intensive Zeit zusammen und stehen uns sehr nahe. Wir hingen zusammen rum, aßen zusammen, tranken Kaffee zusammen – wir machten einfach alles zusammen. Wir sprachen alle einfach viel miteinander und hatten am Set dadurch viele tolle Momente.

Kann man in dem Business also echte Freunde finden?

Natürlich, wie in jedem anderen Geschäft auch.

Wer ist denn zum Beispiel ein super Freund von Ihnen?

Quentin Tarantino! Und es gibt viele Schauspieler, die ich kenne, seitdem ich ein junger Schauspieler bin. Viele, mit denen ich zu Vorsprechen gegangen bin.

Und was ist das Besondere an Tarantino?

Ich mag ihn einfach. Ich mag ihn, er mag mich – so einfach ist das! Und es gibt viele Schauspieler, die ich kenne, seitdem ich ein junger Schauspieler bin. Viele, mit denen ich zu Vorsprechen gegangen bin. Denzel Washington, Laurence Fishburne, …. da haben sich richtige Beziehungen entwickelt.

Wie war die Arbeit mit ihrem Gegenspieler Mehmet Kurtuluş, mit dem Sie im Film eine Kampf-Szene haben – könnten Sie beide Freunde werden?

Natürlich, er ist ein super Typ! Wir haben ein bisschen Zeit miteinander verbracht, gequatscht, viel miteinander gelacht. Es ist wichtig, dass man eine gute Arbeitsbeziehung mit seinem Kollegen hat, dem man auf die Art körperlich nahe kommt. Manchmal hat man beim Dreh mit Kollegen zu tun, die bei einer Kampf-Szene dominant und besonders männlich rüberkommen wollen, zeigen wollen, dass sie der bessere Schauspieler, einfach der Bessere sind – mir ist so etwas ja völlig egal – und er war auch nicht so. Es ist sowieso schön, wenn man mit jemandem vor der Kamera steht, der nicht denkt „Ich werde jetzt Samuel L. Jackson in den Arsch treten.“ Mehmet wollte den Präsidenten töten und nicht mich, Sam. Das war gut. Er ist ein ehrlicher, professioneller, toller Typ.

Ich habe gesehen, dass Sie bei Instagram aktiv sind – was denken Sie darüber?

Ich sehe das einfach als sinnfreien Spaß! Es ist aber ein Weg, um auf lustige Art mit den Fans in Verbindung zu treten. Ich nehme weder das noch mich selbst zu ernst. Mein Instagram-Account ist für mich eine Chance, den Menschen zu zeigen, dass ich genauso albern wie sie bin.