Samantha Ronson
© WireImage.com Samantha Ronson

Samantha Ronson "Mein Bruder ist mein Held"

Dabei hätte Samantha Ronson genug andere coole Vorbilder gehabt. Gala erzählt sie von ihrer verrückten Kindheit

Trotz Mittagsschläfchens

wirkt Samantha Ronson, 31, beim Betreten der Suite im Münchener Hotel "Bayerischer Hof" nicht wirklich entspannt. Die DJane und jüngere Schwester von Hit-Produzent Mark Ronson sieht ausgemergelt aus. Fragen zu ihrer On-Off-Liaison mit Lindsay Lohan? No Way! Darüber wacht auch ihre fünfköpfige Entourage beim Gala-Interview. Auskunftsfreudiger zeigt sich das zarte Persönchen, als es um Karriere, Kindheit und den eigenen Nachwuchs geht - und antwortet mit erstaunlich rauher Stimme.

Was war der coolste Event, bei dem Sie je aufgelegt haben?

Die Eröffnung des Atlantis-Hotels in Dubai, das war echt verrückt, mit einem 3,5 Millionen-Euro-Feuerwerk. Aber den tollsten Abend überhaupt hatte ich mit 20 Leuten in einer winzigen Bar in Milwaukee. Wenn die Energie der Leute stimmt, kann ich überall Spaß haben.

Wie kamen Sie eigentlich hinter den Plattenteller?

Ich hatte nie einen großen Plan, was ich später machen wollte. Zum Plattenauflegen kam ich eher zufällig. Aber ich würde gern irgendwann Lehrerin werden ...

... und Musik unterrichten?

Nein, am liebsten englische Literatur oder kreatives Schreiben. Ich möchte kein Musiklehrer sein, die wurden in meiner Schule immer ausgelacht.

Sie haben eine große Familie. Wie oft schaffen Sie es, sich alle zu treffen?

Eigentlich nur an Feiertagen, Hochzeiten oder Abschlussfeiern. Selbst zu Weihnachten ist immer nur ein Teil unserer Familie zusammen. Der Organisationsaufwand ist verdammt groß, weil wir überall auf der Welt verteilt sind. Komplett waren wir zuletzt beim College-Abschluss meiner Schwester, das war vor zehn Jahren.

Ihre Mutter Ann Dexter-Jones ist eine bekannte New Yorker Society-Lady, Ihr Vater Laurence Ronson war Bandmanager und Ihr Stiefvater ist Foreigner-Gründer Mick Jones. Wie muss man sich Ihre Kindheit vorstellen?

Sie war ganz schön verrückt. Aber ich würde sie für nichts auf der Welt eintauschen wollen. Im Sommer sind wir mit auf Tour gegangen, oft waren wir jeden Tag in einer anderen Stadt. Das durften wir nur, weil wir gut in der Schule waren, dafür hat meine Mutter gesorgt. Sie war sehr streng.

Inwiefern?

Ich hatte mal drei Monate Hausarrest, als ich im Chemie-Unterricht Quatsch gemacht habe, und meine Schwester hat sechs Monate Hausarrest bekommen, als sie meiner Mutter sagte, sie solle sich mal entspannen. Wir hatten zwar unseren Spaß, aber sie hat immer aufgepasst, dass wir keine Dummheiten machen.

Es kamen ziemlich viele berühmte Leute bei Ihnen zu Besuch, Al Pacino, David Bowie, Andy Warhol ...

Stimmt, aber als Kind kümmert dich das nicht. Es sind halt die Freunde deiner Eltern. Ich habe sowieso nie ferngesehen oder Zeitung gelesen. Ich hatte keine Ahnung, ich habe einfach mit meiner Schwester irgendwo in der Ecke gespielt.

Hat Sie denn keiner der Gäste musikalisch inspiriert?

Musik hat mich als Kind nicht so interessiert, das war eher Marks Part. Er hat immer auf irgendwas herumgetrommelt oder mit Platten herumhantiert. Charlotte hat gemalt oder Klamotten anprobiert. Ich habe viele Bücher gelesen und mich mit Schriftsteller-Freunden meiner Eltern unterhalten. Aber ich könnte niemanden benennen, der mich besonders beeinflusst hat. Nein, das stimmt nicht: mein Bruder war immer mein Held. Er ist der Mensch, der mich am meisten inspiriert.

Er ist erfolgreicher Produzent, Sie arbeiten beide als DJs. Gibt es da keine Rivalität untereinander?

Nein, überhaupt nicht, die will man uns bloß immer andichten. Mark ist mein großer Bruder, ich liebe ihn.

Cooler als Eis: Samantha Ronson chillt noch ein wenig backstage, bevor sie bei der “o2 World on Tour” am Plattenteller die Bühne rockt.
© PRCooler als Eis: Samantha Ronson chillt noch ein wenig backstage, bevor sie bei der “o2 World on Tour” am Plattenteller die Bühne rockt.