Robert Lewandowski: Robert Lewandowksi, Anna Lewandowski
© Bulls Press Robert Lewandowksi, Anna Lewandowski

Robert Lewandowski "Das Gegensätzliche macht uns komplett"

Wenn Robert Lewandowski vor großen Spielen steht, lässt seine Frau Anna ihm alles durchgehen. Was nicht heißt, dass die Profi-Karatekämpferin in seinem Schatten steht ...

Es ist der Sommer der emotionalen Achterbahnfahrt für Robert Lewandowski! Erst platzte sein Wechsel vom deutschen Vizemeister Borussia Dortmund zu Triple-Sieger Bayern München - dann feierte er Traumhochzeit mit seiner Jugendliebe Anna. Den Dienst in Dortmund trat er nun zum Saisonstart übellaunig an, schießt schwer gegen das Management, weil man ihn nicht freigibt und er sich unterbezahlt fühlt. Gerade jetzt ist die Frau an seiner Seite gefragt. Anna, die charmante Karatekämpferin, ein Energiebündel. Robert hingegen wirkt trotz seiner Power manchmal fast schüchtern. Das "Gala"-Interview zeigt, wie perfekt sich diese beiden ergänzen.

Herzlichen Glückwunsch nachträglich zur Hochzeit! Sie beide sind ja schon lange zusammen - war der Heiratsantrag eine Überraschung, Anna?

Anna Lewandowski: Eine riesige! Wir wussten zwar schon lange, dass wir zusammenbleiben wollen, aber ich habe nie auf eine Hochzeit gedrängt. Robert hat mich wirklich überrascht.

Wenn man Sie beide so sieht, wirken Sie erst mal sehr unterschiedlich ...

Anna: Das stimmt, wir sind sehr gegensätzlich, aber genau das macht uns komplett. Ein Freund hat uns mal mit einem Reißverschluss verglichen, bei dem die einzelnen Zähnchen ineinandergreifen. Das trifft’s ganz gut.

Robert Lewandowski: Und so ruhig, wie ich auf den ersten Blick wirke, bin ich in Wahrheit auch gar nicht.

Anna: Wenn wir mit guten Freunden unterwegs sind, ist Robert sowieso ganz anders. Einmal waren wir nach einem Spiel mit der ganzen Mannschaft feiern und plötzlich stürmte Robert die Tanzfläche und rockte los. Ich konnte zuerst kaum glauben, dass er’s wirklich ist.

Robert Lewandowski: Seit 2010 ist der Pole Robert Lewandowski Torjäger bei Borussia Dortmund.
© Picture AllianceSeit 2010 ist der Pole Robert Lewandowski Torjäger bei Borussia Dortmund.

Wie kamen Sie sich eigentlich näher?

Robert: Unser erstes Date war ganz traditionell: im Kino.

Anna: Ich erinnere mich genau. Nach dem Film saßen wir vor dem Kino, Robert umarmte mich, lachte mich sehr nett an und sagte: "Weißt du, Anna, ich werde dir zeigen, dass ich besser bin als alle anderen." Damit hatte er mich sofort!

Dabei wollten Sie erst gar keinen Fußballer daten, heißt es.

Anna: Stimmt. Fußball hat mich einfach nicht interessiert. Ein Freund hat mich jedoch davon überzeugt, es mit Robert zu versuchen. Meine Mutter war ebenfalls begeistert: Sie hat ein Foto von ihm gesehen, auf dem er lächelt, und sagte sofort, er sei ein guter Mann.

Robert: Meine Mutter mag Anna auch sehr gern. Für sie ist Anna wie eine Tochter.

Klingt sehr harmonisch. Gibt’s trotzdem Themen, über die Sie in Streit geraten?

Robert: Wir streiten nicht wirklich.

Anna: Wir sticheln höchstens. Türenknallen und Schreien gibt’s bei uns nicht. Außerdem können wir nie lange böse aufeinander sein.

Ein guter Grund für ein Jawort ...

Robert: Wir lieben einander. Die Hochzeit war die logische Konsequenz daraus.

Anna: Als Sportler reift man viel schneller heran. In unserem Job ist es zudem extrem wichtig, dass im Privatleben alles stimmt.

Robert Lewandowski: Robert und Anna Lewandowski bei ihrer Hochzeit am 22. Juni 2013 in Serock, Polen.
© Action PressRobert und Anna Lewandowski bei ihrer Hochzeit am 22. Juni 2013 in Serock, Polen.

Man sagt ja, dass Fußballspieler einen guten Teil des Erfolgs ihren Frauen verdanken.

Robert: Da ist sehr viel Wahres dran. Wenn man als Spieler den Kopf frei von privaten Problemen hat, kann man sich völlig auf das Spiel konzentrieren.

Stimmt es, dass Anna vor wichtigen Spielen besonders großzügig ist und Ihnen alles durchgehen lässt?

Robert: O je, das sollte wohl lieber Anna beantworten.

Anna: Kommt darauf an, was er angestellt hat. (lacht) Nein, im Ernst, ich stelle sein Wohl in diesem Moment ganz klar über meines. Zugegeben, das ist nicht immer einfach. Ich übe noch. Ich stehe im Job ja selbst häufiger unter Strom.

Auch Sie sind Profisportler - als Karatekämpferin. Als Ihr Mann beim Champions-League-Finale in Wembley auf dem Rasen stand, sollten Sie am gleichen Tag bei den polnischen Meisterschaften antreten.

Anna: Ja, ich gehe dort eigentlich immer in fünf verschiedenen Wettbewerben an den Start. An dem Tag habe ich einen Teil geopfert und bin nach London geflogen, um Roberts Spiel zu sehen. Man hat mir sehr geholfen, so konnte ich immerhin noch dreimal antreten. Aber als das Spiel angepfiffen wurde, stand ich im Stadion und habe mitgefiebert.

Polnische Meisterin sind Sie trotzdem geworden!

Anna: Darüber bin ich auch sehr glücklich, vor allem weil alles so stressig war. Obwohl Robert mir sehr viel bedeutet und seine Karriere wichtig ist, denke ich natürlich auch an mich selbst.

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Sie haben beide schon viel erreicht. Dennoch wirken Sie bescheiden und bodenständig.

Anna: Das wurde uns schon im Elternhaus beigebracht. Wir kommen beide aus nicht besonders vermögenden Familien und hatten keine einfache Kindheit. Meine Mutter hat meinen Bruder und mich allein aufgezogen, nachdem uns mein Vater verlassen hatte. Vielleicht fing ich mit dem Sport an, weil ich dort für kurze Zeit alle Sorgen vergessen konnte. Und Robert hat sehr hart gearbeitet für all das, was er erreicht hat.

Robert: Wir wissen beide, wo wir heute stehen. Und wir wissen auch sehr genau, wie wir dort hingekommen sind.

Was kommt denn als Nächstes?

Anna: Wir wünschen uns eine Familie. Dafür würde ich sogar meine Karatekarriere zurückschrauben. Das bedeutet aber nicht, dass ich für immer zu Hause bleiben möchte! Ich werde wohl Karate machen, so lange ich kann. Und ich würde sehr gern eine Stiftung mit Robert gründen. Wir werden sehen. Momentan bleibt uns jedenfalls nicht viel freie Zeit, alles passiert in einem rasenden Tempo.

Robert: Stimmt. Ein wenig Ruhe könnten wir gut gebrauchen.