Robert Downey Jr.

"Heute bin ich ein Spießer"

Damit nicht genug: Ein Perfektionist sei er obendrein, bekennt Robert Downey Jr. Und siehe da: Er ist glücklich dabei

Robert Downey Jr.

Robert Downey Jr.

Heute ist ihm

wieder zum Lachen zumute. Nach schweren Alkohol- und Drogenproblemen sowie diversen Gefängnisaufenthalten meldet sich , 43, zurück. Und gibt gleich Vollgas: Die Comic-Verfilmung "Iron Man" spielte allein in den USA 186 Millionen Euro ein, und mit der Komödie "Charlie Bartlett" steht ihm nun sein nächster Coup bevor. Seine persönlichen Highlights sind aber ganz andere, verrät Downey im Interview: seine Familie und das Clean-Sein.

Früher war Robert Downey ein ziemlicher Draufgänger, mittlerweile betitelt er sich selbst als Spießer

Früher war Robert Downey ein ziemlicher Draufgänger, mittlerweile betitelt er sich selbst als Spießer

Gala: In "Charlie Bartlett" spielen Sie einen strengen Schulleiter. War das schwierig, wo Sie selbst doch als so unkonventionell gelten?

Keineswegs, es war einfach. Die Wahrheit ist: In letzter Zeit bin ich zum Spießer geworden. Ich bin jetzt erwachsen, ein Perfektionist. Ich liebe es, verheiratet zu sein, Verantwortung als Vater zu tragen und erfolgreiche Filme zu drehen.

Gala: Ihre Erfolgsserie ist ein wahrer Glücksfall.

Dafür bin ich meinem Schöpfer auch dankbar. Ich bin dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Aber ich möchte auch nicht als Musterbeispiel für Rekonvaleszenz dargestellt werden.

Gala: Aber gegen das Image des "Comeback-Kids" haben Sie doch gewiss nichts, oder?

Wenn Sie mal ganz unten angekommen sind und schon morgens um zehn Uhr nach dem ersten Drink greifen, dann nehmen Sie einen solchen Titel wie den des Comeback-Kids mit Kusshand entgegen. Ich mache mir um solche Bezeichnungen nicht zu viele Gedanken. Sie bedeuten, dass ich jetzt wieder ganz oben bin. Aber wo es ein Oben gibt, gibt es auch wieder ein Unten.

Robert Downey Jr. hat in den letzten fünf Jahren 16 Filme gemacht

Robert Downey Jr. hat in den letzten fünf Jahren 16 Filme gemacht

Gala: Früher sehnten Sie sich täglich danach, möglichst schnell high zu werden. Wie sieht heute Ihr perfekter Tag aus?

Ein nettes Frühstück mit der Familie, das Kind zur Schule bringen, ein Job, der auf mich wartet. Das reicht schon, um mich wirklich zufrieden zu machen. Ich habe gerne viel zu tun - dann kommt man nicht auf dumme Gedanken. (lacht)

Gala: Was denken Sie, wenn Sie sich selbst heute in einem Ihrer alten Filme sehen?

Sexy, ansehnlich, betrunken ... Und ich frage mich: "Hab ich mit der etwa auch geschlafen?"

Gala: Wie bitte?

Na, klar doch. Ich weiß noch heute ganz genau, beim Dreh welcher Filme ich fast ständig besoffen war. Und ich erinnere mich daran, dass wir mit vielen Kolleginnen sehr viel Spaß auf dem Set hatten.

Robert Downey Jr. mit seiner Frau Susan

Robert Downey Jr. mit seiner Frau Susan

Gala: Diese Zeiten sind aber vorbei, denn Sie sind verheiratet, mit einer Produzentin. Was ist das Beste an der Ehe?

Die Herausforderung. Verheiratet zu sein, ist nicht leicht. Es wäre allerdings dumm, wenn man eines Morgens aufwacht und feststellt, dass man zwar noch die Herausforderung, aber nicht mehr die Person liebt. Das ist dann wohl das Ende. Bislang aber kann ich mit Stolz behaupten, dass ich die Herausforderung mit meiner Frau jeden Tag aufs Neue genieße.

Gala: Robert Downey Jr. gibt es nun auch als "Iron Man"-Actionfigur im Spielzeuggeschäft.

Leider sieht mir die Puppe gar nicht ähnlich, und das, wo ich mich doch einem zeitaufwendigen Bodyscan unterzogen habe. Sie ähnelt eher meinem Cousin.

Gala: Für die Rolle des "Iron Man" mussten Sie sogar vorsprechen, obwohl Sie als einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods gelten.

Stimmt, seit "Chaplin" musste ich für keine Rolle mehr vorsprechen. Den "Iron Man" wollte ich unbedingt spielen, doch niemand bot mir diese Rolle an. Mein Gefühl sagte mir, dass ich diesen Film machen sollte, dass er zu mir gehört und dass ich dafür kämpfen muss. Selbst wenn das bedeutet, vorsprechen zu müssen.

Gala: Ihre Drogen- und Alkoholprobleme schreckten die Studios zunächst ab. Obwohl man meinen sollte, dass 16 Filme in den vergangenen fünf Jahren Beweis genug sein sollten, dass Sie clean sind und wieder arbeiten können.

Deshalb war für mich die größte Aufgabe am Set, immer ausgeglichen und konzentriert zu sein - während der gesamten Dreharbeiten. Auch wenn mal nicht alles so läuft, wie ich es gerne hätte. Und ich würde sagen: Mission geglückt!

Gala: Haben Sie dennoch Angst vor Rückfällen?

Die Angst hat jeder. Aber ich habe einen guten Rückhalt. Meine Frau ist immer für mich da. Dieses Glück haben viele meiner Weggefährten nicht. Sie kennen keine Stabilität im Leben. Das ist tragisch.

Gala: Wie halten Sie sich fit?

Win Chun Kung Fu hat mir Demut beigebracht. Ein fantastischer Weg, sich selbst zu finden.

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