Rihanna

"Ich bin mehr als nur süß und nett"

Rihanna ist ein artiges böses Mädchen: Zwar rebelliert sie, aber nur auf der Bühne. Sie hat ohnehin keine Zeit, Hotelzimmer zu verwüsten

Rihanna

Sie ist dieser Tage überall ein Thema: Bei den World Music Awards in Monaco lächelten Konkurrentinnen wie Beyoncé und Nelly Furtado eisig, als Senkrechtstarterin Rihanna schon wieder zwei Awards als beste und erfolgreichste Sängerin einheimste. Designer reißen sich um die langbeinige Schönheit, und auch in Liebesdingen soll die 19-Jährige äußerst gefragt sein: "Ja, ich liebe Josh Hartnett", war vor Kurzem überall zu lesen. All das sind nur ausgewählte Highlights aus einem rasanten Pop-Märchen: Mit 15 sang Rihanna Robyn Fenty noch daheim auf Barbados mit der Haarbürste als Mikrofon Mariah-Carey-Songs nach - zum Ärger ihrer Nachbarn. Mit 17 lernte sie dann den Musikproduzenten Evan Rogers kennen.

Den roten Teppich kennt sie inzwischen gut: R'n'B-Sängerin Rihanna

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Und eh sie sich versah, hatte sie einen Millionenvertrag und tourte mit Gwen Stefani durch Amerika. 2007 sorgte Rihanna mit ihrem dritten Album "Good Girl Gone Bad" so richtig für Furore: Die unwiderstehliche R'n'B-Ballade "Umbrella" hat seit Monaten ein Dauerticket für die Charts, der Nachfolger "Don't Stop The Music" wurde jüngst vergoldet. Im GALA-Interview in Leipzig kurz vor Start ihrer Deutschlandtour schienen ihr Stress und trübes Wetter allerdings ein wenig aufs Gemüt zu schlagen. Doch Rihanna wurde gleich wieder zur sonnigen Frohnatur, als sie sich zu den Gerüchten um ihre Liaison mit Josh Hartnett äußern durfte.

Neuerdings dürften viele Frauen ganz schön eifersüchtig auf Sie sein.

Oh, ich weiß, was jetzt kommt: Josh Hartnett. Nein, da muss ich sie enttäuschen. Ich bin Single. Ihre letzten öffentlichen Äußerungen über ihn klangen sehr positiv. Sie meinen, die Behauptungen, ich hätte eine Beziehung mit ihm gestanden? Absolut frei erfunden! Wenn ich wüsste, wer sich diese Äußerungen ausgedacht hat! Vermutlich jemand mit viel Langeweile. Falls ich etwas mit Josh hätte, würde ich Ihnen das schon erzählen. Aber ich habe im Moment nicht mal Freizeit, wie soll ich da eine Beziehung führen?

Das wäre wirklich schwierig, Sie sind pausenlos unterwegs. Werden Sie nach Ihrer Tour zum Ende des Jahres einen Gang runterschalten?

Nein, vorerst nicht. Ich will weiterhin Musik machen, das macht gerade einfach zu großen Spaß. Außerdem will ich Mode entwerfen, mich mehr sozial engagieren, vielleicht einen Kosmetikkonzern repräsentieren.

Langweilig wird Ihnen also nicht. Existiert der Traummann in Ihrer Vorstellung?

Ja, klar! Er ist groß, lustig, clever und fröhlich, wie ich auch. Das Wichtigste ist natürlich, dass er mich glücklich macht und dass ich mit ihm ein bisschen zur Ruhe komme.

Jungstars unter sich: Rihanna mit Schauspielerin Hayden Panetierre

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Auch in Ihrer Musik beschäftigt Sie die Liebe sehr. Im Song "Rehab" etwa geht es um emotionale Abhängigkeit. Aber viele denken bei dem Titel auch sofort an ihre Kolleginnen Amy Winehouse oder Britney Spears.

Sie haben Recht, aber der Song hat nichts mit Alkoholsucht oder Ähnlichem zu tun. Es geht um dieses Gefühl, nicht von jemandem loszukommen. Was Amy und Britney angeht: Es steht mir nicht zu, sie zu verurteilen. Die beiden sind sehr traurige junge Frauen, die hoffentlich bald wieder zu sich finden. Ich selbst habe zum Glück absolut keine Angst davor, alkohol- oder drogenabhängig zu werden.

Was macht Sie da so sicher?

Keine Ahnung. Ich kam ja eigentlich relativ früh ins Showbusiness. Wie alt war Britney, als es richtig losging - 16 oder 17? Ich war auch sehr jung, aber ich hatte von Anfang an die richtigen Leute um mich und konnte sagen: Das ist nichts für mich.

Sind Sie denn selbst nie auf die schiefe Bahn geraten?

Meinen Sie wegen "Good Girl Gone Bad", dem Albumtitel? Absolut nicht, das ist ganz anders gemeint. Wie denn? Am Anfang war ich ja auf dieses Image festgelegt: Süß, nett und unschuldig. Ziemlich lieb – und ziemlich langweilig, wenn Sie mich fragen. Mit diesem Album wollte ich mich davon befreien.

Mit dem Sommerhit "Umbrella" wurde Rihanna richtig bekannt

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Auch durch die Wahl ihrer Garderobe? Statt Turnschuhen und weiten Hosen tragen Sie heute auch mal Gewagtes aus Lack und Leder.

Ich will gegen mein Image vom braven Mädchen angehen, das soll man hören – und sehen. Ich habe großen Spaß, auf der Bühne ein echter Rockstar zu sein und ein bisschen zu rebellieren.

Haben Sie schon einmal ein Hotelzimmer zerlegt?

Echte Rockstars machen so etwas ja hin und wieder... Normalerweise bin ich nie lange genug in den Hotels, um mein Zimmer zu zertrümmern (lacht). Was mache ich denn so für Rockstar-Sachen, lassen Sie mich überlegen. Mittlerweile habe ich fünf Tattoos! Das war's dann aber auch.

Und wenn Sie doch mal einen freien Tag haben?

Dann gehe ich shoppen. Ich liebe Mode und denke mir ständig neue Looks aus. Ansonsten tue ich ganz gewöhnliche Dinge: Ich gehe ins Kino und ich höre ziemlich viel Musik.

Sie klingen gar nicht wie ein Weltstar. Haben Sie Ihren Höhenflug eigentlich schon so richtig begriffen?

Nein, mir wird das auch immer wieder erst dann bewusst, wenn es mir jemand sagt. Ich wollte einfach nur gute Musik machen. Dass sie so vielen Menschen gefällt, ist unglaublich!

Für Ihre Karriere haben Sie Opfer gebracht – Sie haben Ihre Familie auf Barbados sehr früh verlassen, um allein nach Los Angeles zu gehen. War das nicht sehr hart?

Und wie. Ich vermisse meine Freunde und meine Familie sehr. Und natürlich meine Heimat, die Leute, das Meer, den Strand. Zum Glück begleitet mich immer eine meiner Freundinnen. Vor allem, wenn ich hier in Europa bin, ist all das so weit weg – es fühlt sich dann an, als sei es ein anderer Planet (lacht). Ich brauche dann ein bisschen dieses Sunshine- Feeling von zu Hause.

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