Philip Seymour Hoffman

Erst Mittagessen und dann "Othello"

Erst schipperte Philip Seymour Hoffman für seinen neuen Film "Radio Rock Revolution" gemütlich über die Spree, dann traf er sich mit Gala.de zum Gespräch

Philip Seymour Hoffman

Philip Seymour Hoffman ist ein recht untypischer Hollywood-Star.

Oder kennen Sie einen "Oscar"-Preisträger, der sich mit den Kollegen seines neuen Films "Radio Revolution" in Berlin trifft und gemütlich über die Spree schippert? Unkompliziert und offen präsentierte er sich auch im Interview.

Sie haben gerade eine Figur in dem Anime-Streifen "Max and Mary" synchronisiert. War das eine einmalige Sache oder haben Sie das jetzt öfter vor?

Es war das erste Mal, dass ich so etwas gemacht habe, aber ich werde es vielleicht noch einmal tun. Es kommt darauf an, aber in diesem Fall war es großartig mit ihm [Adam Elliot] zu arbeiten. Er ist ein sehr ernstzunehmender Typ. Ich kann es gar nicht erwarten, den Film zu sehen.

Mochten Sie die Erfahrung, so allein in einer kleinen Kammer zu arbeiten, in der Sie mit niemandem sprechen konnten?

Es ist wirklich seltsam. Es ist nichts, was ich die ganze Zeit machen möchte.

Nach den ganzen ernsthaften Projekten der letzten Zeit, haben Sie da nach etwas gesucht, was ein wenig leichter ist?

(gähnt) Ich nehme alles ernst und möchte alles gut machen ... Entschuldigung, ich bin so müde, ich weiß gar nicht, warum ... jedenfalls hat es damit nichts zu tun. Ich hatte eine Weile nicht gearbeitet und meine Freundin war mit unserem dritten Kind , also mussten wir handeln. Mir fiel auf, dass ich einen Job brauchte. Das Skript war das erste, das mir in die Hände fiel. Ich las es und ich dachte: Das werde ich tun!

Haben Sie etwas über sich selbst gelernt, als Sie diesen Film drehten?

Ich bin gerne mit lustigen Menschen zusammen, aber das wusste ich schon vorher. Mir wurden ein paar Dinge neu bestätigt: Für lange Zeit von meinen Kindern getrennt zu sein, macht keinen Spaß. Aber mit Leuten zusammen zu sein, die wirklich lustig sind, genieße ich sehr. Und ich mag es, wenn andere Leute im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und nicht ich. Außerdem mag ich Filme, die im Sommer spielen.

Ist es für Sie einfacher, eine Komödie zu drehen, als einen Film, der ein ernstes Thema behandelt? So, wie es beispielsweise in "Doubt" der Fall war?

Das kommt ganz auf die Rolle an. Es geht weniger um das Genre, egal ob Komödie oder Drama. Manchmal ist eine Rolle einfach schwieriger als eine andere.

Und würden Sie sagen, dass es besonders schwierig ist, Menschen zum Lachen zu bringen?

Ich weiß nicht. Das wird zwar immer gesagt, aber ich bin mir nicht sicher. Es ist einfach anders.

In dem Film redet "The Count" darüber, dass diese Zeit die beste in seinem Leben sein wird. Kennen Sie dieses Gefühl?

Es geht immer um Zeitperioden. "Die beste Zeit", so etwas ändert sich. Jetzt habe ich gerade eine Phase, mit meinen kleinen Kindern, die ich für ziemlich großartig halte.

Generell geht es immer um die Jugend. Mein Rollencharakter spricht nicht darüber, sondern über die Zeit der 60er Jahre. Allgemein werden die Leute immer nostalgisch, wenn sie über ihre Jugend reden.

Werden Sie auch nostalgisch, wenn es um ihre Jugend geht?

Das wird doch jeder. Das ist aber ja auch normal, nichts Ungewöhnliches.

Wie würden Sie den kreativen Prozess des Filmemachens beschreiben?

Das ist harte Arbeit. Bei diesem Film hatten wir sehr viel Spaß, da würde ich das so nicht sagen. Aber generell ist das Drehen eine sehr langwierige Angelegenheit. Es sind sehr lange Tage, die Leute arbeiten wirklich verdammt hart, bis alles geschafft ist.

Wie war es, mit so vielen Briten zusammenzuarbeiten?

Das war eine neue Situation, weil ich der einzige Amerikaner war, aber Chris O'Dowd ist irisch und Rhys Darby ist Neuseeländer. Es kamen also ganz unterschiedliche Leute zusammen. Aber wir hatten wirklich viel Spaß, auch wenn es für mich keine große Umstellung bedeutete, weil ich die Arbeit mit Briten ja schon gewohnt war.

Was kommt denn als nächstes in ihrem Leben?

Mittagessen (lacht).

Und etwas später?

Erstmal kommt mein Film "Jack goes Boating" und dann läuft ja auch noch "Max and Mary" an. Dann werde ich den Jago in "Othello" spielen. Das werde ich in Wien, Bochum und New York machen.

Vielen Dank für das Interview!

Der Film "Radio Rock Revolution" mit , und startet am 16. April in Deutschland.

Philip Seymour Hoffman mit seinen Kollegen von "Radio Rock Revolution" bei der Bootstour auf der Spree

Philip Seymour Hoffman mit seinen Kollegen von "Radio Rock Revolution" bei der Bootstour auf der Spree

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