Peter Lohmeyer
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Peter Lohmeyer Er könnte Archäologe sein

Schauspieler Peter Lohmeyer liebt Charakterrollen und seinen eigenen Weg. Im Gala.de-Interview spricht er über Erfolgsdruck, Traumjobs und Erfahrungen, die er an seine Kinder weitergeben möchte

Schauspieler Peter Lohmeyer liebt Charakterrollen und seinen eigenen Weg. Dafür ist er so bekannt, dass er nun sogar öffentlich von seinen Erfahrungen als Querdenker berichtet - als deutscher Star der "Crowne Plaza Denkfabrik"-Reihe. Außergewöhnliche Personen wie Lohmeyer, Schriftsteller Carl Honoré und Antarktis-Forscher Dixie Dansercoer präsentieren an verschiedenen Orten in Europa ihren Blick auf die Welt, regen Diskussionen an und stellen sich den Fragen der Event-Teilnehmer. Am 01. November wird Peter Lohmeyer in Hamburg im Rahmen einer besonderen Inszenierung aus seinem Leben erzählen. Gala.de hatte da vorab schon mal ein paar Fragen...

Herr Lohmeyer, Sie haben den Ruf, bei Ihrer Rollenwahl auf authentische, unabhängige Charaktere Wert zu legen. Wann sind Sie selbst denn besonders authentisch?

Ich denke, ich versuche immer authentisch zu sein. Am meisten aber vielleicht, wenn ich sauer werde oder wenn ich ganz nett bin. Sobald man anfängt sich zu verstellen, macht das Leben wirklich keinen Spaß mehr.

Peter Lohmeyer - Schauspieler, Produzent, Fußballfan
© PRPeter Lohmeyer - Schauspieler, Produzent, Fußballfan

In der Denkfabrik-Reihe sind Sie ja einer der Mavericks, der Außenseiter und Querdenker, die von ihren Erfahrungen erzählen. Gibt es eine Erfahrung aus Ihrem Berufsleben, auf die Sie gut hätten verzichten können?

Sagen wir mal ich hätte auf fünf Prozent meiner Filmwahl verzichten können. Das ist eigentlich ein ganz guter Schnitt. Ich muss mich ja jetzt nicht selber loben, aber ich suche mir meine Rollen und Filme schon genau aus. Und sonst? Auf manches Wichtigtun in der Gesellschaft, bei den Leuten um mich rum - darauf könnte ich verzichten.

Wenn man sie als Querdenker bezeichnet, was bedeutet dann für sie Erfolgsdruck? Gibt es das für sie überhaupt?

Nicht wirklich. Erfolgswunsch, Erfolgshoffnung, das vielleicht. Alles was ich mache, produziere, spiele - da wünsch ich mir natürlich, dass das Millionen von Menschen sehen, ganz klar. Aber selbst wenn ich beim Produzieren schon Geld verloren habe, stecke ich das nach dem Motto "da hast du trotzdem was gelernt" weg. Ich verspüre nicht den Druck, dass der Film ein Erfolg sein muss. Wenn ich mich als Schauspieler sehe, habe ich keinen Druck. Unter Druck würde ich dann die Kunst vergessen. Und der Kunst wegen habe ich den Job gewählt.

Sie sind Schauspieler, Sprecher, Musiker. Gibt es irgendeinen ganz anderen Job, der sie auch gereizt hätte?

Oh, da gibt's ganz viel! Ich wäre natürlich gern Fußballprofi geworden. Damals, in dem Alter in dem man Fußballprofi hätte werden sollen, kamen eben andere Sachen dazwischen, da kamen die Mädchen und Motorräder. Und ich habe immer Archäologen bewundert: zu graben, was zu finden und dann eine Geschichte zu erzählen! Zum Glück gibt es unglaublich viele Jobs, von denen ich sage würde, die würde ich gerne machen. Ich bin mir bewusst, dass das, was ich mache, nichts Einzigartiges ist. Es ist etwas Schönes. Ich bin damit zufrieden. Aber wenn in meinem Leben eine andere Tür aufgegangen wäre, wäre ich vielleicht was anderes geworden. Ich hätte dann gehofft, dass ich auch als Archäologe authentisch geblieben wäre. Oder als Politiker. Da wäre ich ja die Ausnahme.

Sie glauben also daran, dass sich im Leben zufällig eine Tür öffnet und sich dann Dinge im Leben ergeben.

Ganz genau! Daran glaube ich. Ich bin Schauspieler geworden, weil ich damals kein Geld für ein Motorrad hatte. Da habe ich in den Anzeigen geschaut und den Job im Kino- und Jugendtheater gefunden. Das war einfach ein besserer Job als Zeitungsaustragen, und es hat mir Spaß gemacht. So fügt sich dann das eine zum anderen.

Haben Sie von Ihren Eltern oder Großeltern eine Lebensweisheit mit auf den Weg bekommen? Hat sie sich bewahrheitet?

Wenn, dann nicht so ausgesprochen. Es gibt aber zwei Sachen, die ich ganz stark mitbekommen habe. Zum einen soziale Verbundenheit. Mein Vater ist Pfarrer, vielleicht kommt's auch daher. Und eine Art Selbstverantwortung, für die Dinge, die man gemacht hat, auch einzustehen. Das versuche ich auch weiterzugeben, hauptsächlich meinen Kindern. Wenn jemand Mist gebaut hat, dass man dann auch dazu steht. Wenn jemand etwas Tolles gemacht hat, dass man das auch ausdrückt und lobt. Oder wenn jemand irgendwo sitzt und nicht weiter kann, dass man ihm hilft. Eigentlich die ganz einfachen Formeln der Gesellschaft, die aber leider ein bisschen in den Hintergrund geraten sind.