Nena

Schon zweifache Oma

Siehe da: Im Interview mit Gala verrät Nena, dass sie zwei Tage, nachdem ihre Tochter Larissa eine Tochter zur Welt gebracht hatte, noch einmal Oma wurde

Nach 15 Minuten braucht Nemoeinfach seine Streicheleinheit. Also erhebt sich der Schäferhund-Mischling, läuft um den Tisch herum und stupst sein Frauchen mit der Schnauze an. lacht, krault ihrem Hund den Kopf und sagt: "Bei Nemo musst du aufpassen. Der will immer die ganze Aufmerksamkeit." Das aber geht jetzt leider nicht, denn die Sängerin sitzt mit ihrem Freund im Hamburger Büro ihres Anwalts und bespricht die Entwürfe für ihre Konzert-Bühne - im April geht Nena wieder auf Tour.

Nena mit ihrem Sohn Saskias, der ebenfalls im Dezember 2009 zum ersten Mal Vater wurde.

Nena mit ihrem Sohn Saskias, der ebenfalls im Dezember 2009 zum ersten Mal Vater wurde.

Die ersten Ideen sehen viel versprechend aus. Angedacht sind neben einer ausgetüftelten Licht- und Videoshow eine bewegliche Treppe und eine Art Catwalk. Nena hustet, sie hat mit einer Erkältung zu kämpfen, doch sie ist bester Laune. In diesem Jahr, in dem sie ein halbes Jahrhundert vollmacht, gibt sie Vollgas. Nach der Konzerten in Deutschland will sie in Japan und New York auftreten und sich um ihre wachsende Familie kümmern. Am 25. Dezember brachte ihr Tochter Larissa das Mädchen Carla Marie zur Welt. Und, wie erst jetzt herauskam, wurde zwei Tage später Nenas Sohn Sakias Vater.

Philipp, Ihre Freundin Nena wird im März 50. Haben Sie schon ein Geschenk?


Philipp Nee. Nena ist kein Mensch, den man leicht beschenken kann.
Nena Bei uns herrscht aber auch kein Geschenke-Druck, weder zu Weihnachten noch an Geburtstagen.
Philipp Bis Ende März ist ja noch etwas Zeit.

Das aufregendste Geschenk zu Weihnachten war sicher die Geburt der Enkel. Nena, Sie sind ja gleich zweifache Großmutter geworden ...


Nena Stimmt, ich bin jetzt eine Double-Granny. Zwei Tage nach der Geburt von Larissas Tochter ist am 27. Dezember mein Sohn Sakias, Larissas Zwillingsbruder, Vater eines Jungens geworden. Noah ist sein Name. Bitte fragen sie mich nicht, was das alles bedeutet, ich versuche nämlich erst gar nicht, es zu verstehen. (lacht) Ich genieße einfach und bin glücklich und dankbar, dass ich das alles miterleben darf.

Stimmt es, dass Ihre Tochter das Baby in einer Gartenlaube zur Welt gebracht hat?


Nena Nein, meine Tochter hat ihr Kind in unserem Haus geboren. Sie hat sich von Anfang an ganz bewusst für eine Hausgeburt entschieden, und alles lief vollkommen friedlich und natürlich ab. Eine erfahrene, wundervolle Hebamme, die ausschließlich Hausgeburten macht, hat sie auf diesem Weg begleitet. Inzwischen wohnt die junge Familie aber wieder in ihren eigenen vier Wänden.

Ist Ihr Enkel ebenfalls in Ihrem Haus zur Welt gekommen?


Nena Dazu werde ich nichts sagen, weil mein Sohn Sakias mich um Stillschweigen gebeten hat und ich das natürlich respektiere.

Hätten Sie denn Lust auf noch mehr Enkelkinder?


Nena Sie wären auf jeden Fall immer herzlich willkommen. Es können gern noch mehr Menschen auf die Erde kommen und uns beglücken.

Sie sind in einer Menge Projekte involviert dieses Jahr. Nena ist das neue Gesicht des Otto-Katalogs und geht im April auf Tour. Sie haben zusammen eine Plattenfirma gegründet, und dann gibt es noch Ihr Schulprojekt. Wie kriegen Sie das alles neben Ihrer Großfamilie unter einen Hut?


Nena Es geht nicht darum, alles unter einen Hut zu bringen. So einen großen Hut gibt es auch gar nicht. (lacht) Wichtig ist nur, dass jedes unserer Projekte Liebe und Kraft von uns bekommt und dass wir voll hinter dem stehen, was wir tun. Dann geht das.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?


Nena Ich habe keine. Ich empfinde Lebensfreude, und diese Freude fühle ich am stärksten, wenn ich dem Fluss des Lebens vertraue, mich dem Leben hingebe, die Dinge geschehen lasse. Das Ungewohnte kann irritierend sein und auch Angst machen, aber durch eine Tür zu gehen, die einem nicht so vertraut ist, bringt vor allem Bewegung und neuen Rhythmus ins Leben. Das finde ich interessant und inspirierend. Deshalb ändere ich auch gerne meine Gewohnheiten und bleibe so beweglich.

Wer ist der Ruhepol in der Familie? Sie, Philipp?


Philipp (lacht) Ich bin auf jeden Fall nicht derjenige, der die Möbel bei uns umstellt. Die Ruhe, die ich durchaus habe, bringt mitunter eine gewisse Trägheit mit sich.

Nena hat Spaß mit ihrem guten Freund Udo Lindenberg.

Nena hat Spaß mit ihrem guten Freund Udo Lindenberg.

Dann sind Sie also eine Möbelrückerin, Nena?


Nena Ja, mir macht es Freude, die Sachen neu zu arrangieren und alles umzustellen. So bekommen Räume eine neue Atmosphäre, und das liebe ich. Wenn es nach den Männern in unserer Familie ginge, würde alles im Haus so bleiben wie es ist, aber sie freuen sich dann trotzdem über kleine Veränderungen.
Philipp Mir tut es gut, wenn jemand die Dinge in die Hand nimmt. Diese Energie, die Nena hat, fasziniert mich immer wieder.

Geht bei Ihrem Überschwung auch mal was zu Bruch?


Nena Ja, Scherben gehören dazu. Kürzlich bin ich wenige Minuten vor einem Auftritt aus Versehen in einen Spiegel getreten.

Wie tritt man denn aus Versehen in einen Spiegel?


Nena Mein Sohn Sakias trainiert Kung-Fu. Vor meiner Show habe ich ein paar Kicks gemacht, die ich von ihm gelernt habe, um meinen Körper warm zu machen. Dabei habe ich mit einem Rückwärtstritt den Spiegel in meiner Garderobe zerlegt. Eine Sanitäterin wollte mich ins Krankenhaus zum Nähen schicken. Damit habe ich dann aber bis nach meinem Konzert gewartet, und das war auch gar nicht schlimm. Am Anfang tat es etwas weh, aber auf der Bühne vergisst man so etwas schnell.

Ihre vier Kinder sind im Alter zwischen 14 und 19. Bedienen die sich eigentlich gern an Ihrem Kleiderschrank?


Nena Wir haben drei Jungs, und die kommen nur zu mir, wenn die Socken knapp werden. Bei meiner Tochter hat sich das verselbstständigt. Die Sachen, die ich habe, gehören ihr ebenso, und das ist okay. Nur ab und zu, wenn ich was Neues mit nach Hause bringe und sie gerade im Haus ist, bitte ich sie, mir das jeweilige Teil wenigstens bis zum übernächsten Tag im Schrank hängen zu lassen.

Am 24. März werden Sie 50. Viele Menschen empfinden diesen Zeitpunkt als Zäsur. Wie ist es bei Ihnen?


Nena Bis jetzt jedenfalls noch nicht. Es gab Tage, die waren viel wichtiger für mein Leben als meine Geburtstage. Trotzdem ist der diesjährige 24. März schon besonders für mich, und ich freue mich sehr darauf.

Sie fürchten sich also nicht vor dem Älterwerden. Haben Sie denn überhaupt vor etwas Angst, vor dem Tod etwa?


Nena Ich habe Ängste und Sorgen, klar, und es gibt Tage, an denen ich niedergeschlagen, traurig und voller Zweifel bin. Vielleicht ist das Leben eine Vorbereitung auf den Tod, woher soll ich das wissen? Ich kann mich an mein letztes Mal gerade nicht erinnern.(lacht)

Was hilft Ihnen, aus einem Tief herauszukommen?


Nena In die Tiefe zu gehen, tut sehr gut, und ich möchte aus so einem Moment gar nicht herauskommen. Ich möchte diese Dinge viel mehr annehmen und mich diesen Gefühlen hingeben. Nur so kann ich einen Sinn darin sehen. Ich mache gute Erfahrungen damit, und das ist das Wichtigste. Trauer, Angst, Schmerz, alles willkommene Gäste, die mir etwas von mir und dem Leben erzählen, und je weniger Widerstand ich habe, desto lebendiger und leichter sind solche Reisen in die Tiefe.

Sie sind katholisch erzogen worden. Hat der Glaube noch eine Bedeutung für Sie?


Nena Nein. Meine Familie war zum größten Teil katholisch, und als Kind ging ich ein paar Jahre meines Lebens an jedem Sonntag in die Kirche. Mit 20 habe ich mich offiziell verabschiedet und bin ausgetreten.

Hauke Herffs

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