Morten Harket
© WireImage.com Morten Harket

Morten Harket "Botox? Das habe ich nicht nötig!"

Wenn es um Schönheit geht, setzt Morten Harket auf Dinkel statt auf Nervengift. Mit Gala sprach er über Jugendwahn, dünnes Haar und das Ende von A-ha

Wenn er lacht, sind um die Augen

herum deutlich Fältchen zu erkennen, und wenn er nachdenkt, runzelt er die Stirn. Von einer glattgespritzen Botox-Miene kann bei Morten Harket wirklich keine Rede sein, obwohl oft das Gegenteil behauptet wird. Der 50-jährige A-ha-Frontmann wirkt smart - allerdings auch leicht gestresst. Der Grund: Es gibt viel zu tun, die Veröffentlichung des neuen Albums fällt mitten in die Abschiedstour der Band. Am 6. August erscheint "a-ha 25", eine Doppel-CD mit allen Hits des norwegischen Erfolgstrios. Ende dieses Jahres, nach gut einem Vierteljahrhundert und rund 70 Millionen verkauften Alben, will sich die Band auflösen.

Am 4. Dezember steht A-ha zum letzten Mal auf der Bühne, das große Finale ist in Oslo. Schon aufgeregt?

Bisher geht's noch. Aber das wird sicher ein emotionaler Abend. Wahrscheinlich werde ich heulen.

Warum kommt jetzt die Trennung? Die Band ist mit den Jahren doch immer besser geworden.

Das würde ich so nicht sagen. (lächelt) Magne, Pal und ich haben von Anfang an auf einem hohen musikalischen Level Musik gemacht und uns eigentlich nicht groß verändert.

Morten Harket will so lange wie möglich gut aussehen.
© WireImage.comMorten Harket will so lange wie möglich gut aussehen.

Immerhin zählt A-ha heute zu den Kritikerlieblingen.

Das war in den Achtzigern noch ganz anders. Früher sahen die meisten in uns nur coole Schönlinge, die Teenies zum Kreischen bringen. Auf die Qualität der Songs achtete kaum einer. Das war ziemlich frustrierend.

Bleibt immer noch die Frage: Warum die Trennung?

Weil der Lolli gelutscht ist. Wir hatten eine fantastische Zeit. Doch jetzt ist es genug. Mir persönlich ist das Popstar-Dasein außerdem zu anstrengend geworden. Ich werde im September 51, komme also in ein Alter, in dem es einem immer schwerer fällt, über die Bühne zu toben. So sehr mir das Performen auch Spaß macht - wir sind jetzt seit fast zwei Jahren ununterbrochen auf Tournee. Das zehrt. Meine Akkus sind leer.

Was kommt für Sie nach A-ha?

Erst mal faulenze ich ausgiebig. Ich werde nicht versuchen, die Welt zu retten, kein Waisenhaus in Afrika eröffnen und kein Kinderbuch schreiben - sondern nur für meine Freundin Inez da sein, mit meiner einjährigen Tochter spielen, viel lesen und vielleicht ein paar alberne TV-Shows im Fernsehen anschauen. Sie haben zwei Söhne und drei Töchter von drei verschiedenen Frauen.

Freuen Sie sich darauf, jetzt mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können?

Klar, denn die kamen oft viel zu kurz. Meine ältesten Kinder Jakob und Tomine sind inzwischen aber erwachsen und führen ihr eigenes Leben.

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