Michael Bublé
© Getty Michael Bublé

Michael Bublé "Mein Leben soll so bleiben"

Michael Bublé lässt mit seinen Songs die Herzen anderer höher schlagen. Aber was ist mit seinem eigenen? Im Gespräch mit GALA verrät er, was die Liebe für ihn persönlich bedeutet

Machen Sie es sich bequem", sagt Michael Bublé freundlich und versucht, seinem Betreuer noch hinterherzurufen, dass er am Verhungern sei. Doch der ist längst in den Gängen des Kölner "Interconti" verschwunden. Nur ein Teller Kekse steht auf dem Tisch - nicht gerade eine vollwertige Mahlzeit. Aber der 31-jährige Sänger, dessen aktuelles Album "Call Me Irresponsible" vielerorts auf Platz 1 der Charts eingestiegen ist, nimmt es gelassen: "Dann esse ich eben, wenn wir hier fertig sind." Trotz seines weltweiten Erfolgs ist er bescheiden geblieben - dieser Mann muss ein Geheimnis haben.

Quellen Sie eigentlich über vor Liebe?

Wie kommen Sie darauf?

Es muss Liebe sein, denn Ihre neue CD ist voller Liebe. Und irgendwoher muss die ja kommen.

Danke. Ja, Sie haben recht. Natürlich bin ich voller Liebe. Meine Familie hat mich und meine Geschwister bedingungslos geliebt und uns beigebracht, ebenfalls bedingungslos lieben zu können.

War die Musik Ihre erste große Liebe?

Natürlich, und sie ist es immer noch. Es ist eine wahre, aufrichtige Liebe, die niemals nachlässt. Sie könnte auch nie erdrückend oder zu stark sein.

Sie sind jemand, dem die Fans andauernd 'I love you' zurufen. Was bedeutet Ihnen dieser Satz noch?

Das ist natürlich sehr nett von meinen Fans, aber es bedeutet etwas ganz anderes. Ich persönlich werde allerdings niemals aufhören, "ich liebe dich" zu sagen, denn diese Worte sind einfach zu schön. Man muss sie einfach aussprechen. Diese drei Worte wird man niemals, wirklich niemals bereuen.

Erinnern Sie sich an eine besondere Liebeserklärung?

Mein Großvater hat diese drei Worte nie zu mir gesagt, er war ein harter Kerl, ein richtiger Mann vom alten Schlag. Immer wenn ich zu ihm sagte: "Ich liebe dich, Grandpa", antwortete er nur kurz "Ja!". Dann ist er schwer an Krebs erkrankt. Er war im Krankenhaus, und wir haben telefoniert. Ich sagte wie immer am Ende, dass ich ihn liebe, und plötzlich antwortete er: "Ich liebe dich auch." Ich merkte, dass es ihm schwerfiel, ihn aber auch erleichterte. Vier Tage später ist er gestorben. Und ich kann selbst heute noch nicht beschreiben, wie glücklich ich bin, dass die letzten Worte, die ich von meinem Grandpa gehört habe, lauteten: "Ich liebe dich".

Er hat sie also am Ende einfach gesagt.

Ja, so war es. Und damals habe ich mir geschworen, dass ich mich mit diesen drei Worten nicht zurückhalten werde, wenn ich mit meinen Schwestern, meiner Familie oder Freunden telefoniere. Wenn mein Flugzeug morgen abstürzen sollte, will ich wenigstens das Gefühl haben, dass ich den Leuten, die ich liebe, genau das auch gesagt habe.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

Weiter zur nächsten Seite
Übersicht zu diesem Artikel
  • Seite 1 / 2
  • Seite 1 "Mein Leben soll so bleiben"
  • Seite 2