Melanie C + Matt Cardle

Musikalische Kumpel

Melanie C hat gemeinsam mit Matt Cardle das Duett "Loving You" veröffentlicht. Im Interview plaudern die beiden über sexy Musikvideos und warum "X Factor" wenig inspirierend ist

Melanie C, Matt Cardle

Melanie C, Matt Cardle

Als Melanie C und Matt Cardle zum Interview erscheinen, wird sie von jugendlichen Fans um ein gemeinsames Foto gebeten. Die 39-Jährige willigt lächelnd ein. Matt steht unerkannt und etwas schüchtern daneben. Im Jahr 2010 hat er die britische Version der Castingshow "" gewonnen, seitdem im Vereinigten Königreich zwei Alben veröffentlicht und ausverkaufte Tourneen gespielt. Er ist der Frauenschwarm der Stunde.

Mit seinem dritten Album "Porcelain", das im Oktober erscheint, und Melanie Cs Hilfe will der 30-Jährige auch in Deutschland durchstarten. Das Ex-"Spice Girl" hat mit ihm das Duett "Loving You" eingesungen. Dazu ist ein Video entstanden, das nicht anders konnte, als Gerüchte um eine Beziehung zwischen den beiden hervorzurufen. Im Interview geben sich Melanie C und Matt Cardle allerdings kumpelhaft.

Matt, Sie haben in Großbritannien bereits zwei Alben veröffentlicht. Das mit Melanie C ist Ihre erste Single in Deutschland. Warum durften wir Ihre anderen Platten nicht hören?

Matt Cardle: Ich wollte warten, bis ich die richtigen Songs habe, um außerhalb mein Glück zu versuchen. Man bekommt nur eine Chance für den ersten Eindruck.

Und was würde Nicht-Briten an den beiden anderen nicht gefallen?

Matt Cardle: Gute Frage. Ich denke, Sie würden sie mögen. Als ich am ersten Album arbeitete, musste ich zunächst wieder zu mir selbst und den Dingen, über die ich schreiben wollte, finden. Ich war noch total im "X Factor"-Prozess drin, der so eine kontrollierte Erfahrung und eine sehr uninspirierte Zeit war. Ich fand's schlimm nur Songs von anderen Leuten zu singen. Die zweite Platte habe ich schon selbst produziert und meinen eigenen Weg entdeckt. Ich habe viel aus den beiden Alben gelernt, so dass die Musik und ich jetzt bereit sind.

Melanie, konnten Sie ihm Ratschläge geben, was das deutsche Publikum betrifft?

Melanie C: Na klar. Die deutschen Fans sind wunderbar, sehr loyal und begleiten mich seit den "Spice Girls"-Tagen. Ich denke, dass Matt in Erfolg haben kann, weil er ein integerer Singer-Songwriter ist. Und ich denke, das schätzt das deutsche Publikum.

Sie haben "Loving You" auch auf Spanisch aufgenommen. Warum nicht gleich noch auf Deutsch?

Melanie C: Wenn man nur alles in jeder Sprache aufnehmen könnte! Ich fand schon Spanisch schwer, aber Deutsch ist noch härter - und ich hatte ein bisschen Deutsch in der Schule. Eine meiner letzten Singles hier war ein Cover des Rosenstolz-Songs "Liebe ist alles". Live habe ich den deutschen Refrain gesungen. Das war wirklich schwer aus dem Mund herauszubekommen.

Oder ist es eine nette Art zu sagen, dass Deutsch nicht so schön klingt?

Melanie C: (lacht) Spanisch ist einfach eine sexy Sprache. Wir haben viele Fans in Spanien und Südamerika. Aber vielleicht machen wir ja noch eine deutsche Version. Wenn der Song hier gut ankommt. (fängt an auf Deutsch zu singen) Ich liebe, liebe, liebe dich.

Matt Cardle: Das funktioniert doch!

Wie haben Ihre jeweiligen Fans auf die Kollaboration reagiert?

Matt Cardle: Großartig. Sie bilden jetzt eine riesige Fan-Armee.

Melanie C: Wir sind in dieser Woche in die Top Ten im Vereinten Königreich eingestiegen. Heutzutage ist das echt nicht leicht, aber dank der Fans hat es geklappt.

Sie sind beide sehr aktiv in sozialen Netzwerken …

Melanie C: Besonders Matt. Er hört nie auf zu tweeten.

Matt Cardle: Machst du Witze?

So sind Sie nah an Ihren Fans. Macht es nicht auch manchmal Angst, dass sie jetzt alles über einen wissen?

Melanie C: Ich komme ja aus einer Zeit, wo es so was gar nicht gab. Man könnte schon das Gefühl haben, seine Privatheit zu verlieren. Als ich mein letztes Album in Deutschland veröffentlicht habe, wollte Warner Music unbedingt, dass ich twittere. Und ich dachte: Okay, versuchen wir's und ich wurde sofort süchtig, weil es soviel Spaß macht. Du kannst anderen Musikern und Stars folgen, deine Fans besser kennenlernen. Und es gibt noch einen Vorteil von Twitter: Eure Medien in Deutschland sind netter, aber in Großbritannien werden viele Lügen von den Boulevardzeitungen verbreitet. Über Twitter kannst du Dinge klarstellen. Du solltest allerdings nicht twittern, wenn du angeheitert bist. (lacht) ( Melanie C auf Twitter )

Sie albern während eines stressigen Promo-Tages herum. "Ratet mal, wer gewonnen hat", schreibt Matt Cardle zum Armdrückbild mit Melanie C.

Sie albern während eines stressigen Promo-Tages herum. "Ratet mal, wer gewonnen hat", schreibt Matt Cardle zum Armdrückbild mit Melanie C.

Matt Cardle: Früher hatte ich zwar ein Facebookprofil, habe es aber nie benutzt, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass die Leute unbedingt wissen wollen, was ich gerade tue. Es ist schon komisch, dass sich plötzlich Menschen dafür interessieren. Momentan tweete ich auch zu wenig. Ich sollte das mehr machen, denn es ist ein großes, kraftvolles Marketingwerkzeug. ( Matt Cardle auf Twitter )

Wenn die Zeit bei "X Factor" nicht inspirierend war, würden Sie sagen, es ist der falsche Weg, ins Musikbusiness einzusteigen?

Matt Cardle: Nein, aber das Verrückte ist, dass man nach der Show auf Tour geht und 58 Auftritte in nur zehn Wochen macht. Wenn du jeden Abend vor 10.000 Leuten performst, wie kannst du da normal bleiben? Du kannst keine Musik schreiben oder dich auf dich selbst konzentrieren. Mein ganzes Leben war auf den Kopf gestellt.

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Melanie C: Wir haben unglaublich hart gearbeitet. Ich denke aber, dass das "X Factor"-Phänomen die Sache auf eine ganz andere, verrückte Ebene gehoben hat. Als Künstler würde man niemals so viele Shows machen.

Sie hätten aber sicher auch bei so einem Casting mitgemacht, hätte es die Show damals schon gegeben …

Melanie C: Natürlich. Ich war 17 Jahre alt, absolut ambitioniert. Es war meine größter Traum, ein Popstar zu sein. Ich hätte in einer Million Jahren nicht gedacht, dass er wahr wird und den vernünftigen Weg gewählt, bin auf ein Fine Arts College gegangen. Dann bin ich bei den "Spice Girls" gelandet. Mein Leben ist zufällig auf diese Traumschiene geraten. Ich werde ständig gefragt, wie man im Musikbusiness Fuß fasst und ich kann nur sagen: Es ist wirklich schwierig. In einer idealen Welt: Schreib Songs, tritt auf, setze auf Erfahrung.

Das klingt, als brauche man vor allem Glück.

Matt Cardle: Definitiv. Ich habe mich noch nicht mal selbst für "X Factor" angemeldet. Ich war mein ganzes Leben vorher in Bands und wollte es so schaffen. Als ich 26 war, dachte ich: 'Egal, ich bewerb mich einfach.' Dann habe ich aber zwei Jahre hintereinander die Anmeldefrist verpasst und war eigentlich froh, dass es nicht geklappt hat. Irgendwann hat mich eine Freundin bei einem Auftritt gefilmt und das Video zum Online-Casting geschickt.

Melanie C: Und jetzt sitzen wir hier. Der Rest ist Geschichte.

Wie viel Glück man nach der Sendung braucht, sieht man zum Beispiel auch an . Melanie, Sie haben in der Show ein Duett mit ihm gesungen. Man hört so gut wie gar nichts mehr von ihm.

Melanie C: Und das passiert oft. Der eigentliche Gewinner ist die Show. Dann gibt es aber auch die wirklich erfolgreichen Kandidaten, wie One Direction oder .

Matt Cardle: Leona Lewis finde ich phänomenal. Aber ich denke auch, dass sie es für andere Leute ruiniert hat, weil sie so erfolgreich geworden ist. Von jedem, der nach ihr kommt wird erwartet, dass er es genauso macht. Aber mit neun Millionen verkaufter Alben kannst du nicht mithalten.

Während Matt Cardle ins Plaudern gerät, füllt Melanie C sein Wasserglas auf. Er sagt beiläufig: "Danke Kumpel". Spätestens jetzt ist klar: Zwischen den beiden läuft außer einem Duett nichts.

Im Video zur Single "Loving You" geht es heiß zu Sache. Sie küssen sich, was direkt Gerüchte hervorgerufen hat, dass Sie ein Paar sind. Bereuen Sie das Video schon?

Matt Cardle: Absolut keine Reue (lacht). Es hat viel Spaß gemacht, das zu drehen. Ich kann natürlich nicht für Melanie sprechen.

Melanie C: Es war ganz okay. (verdreht lächelnd die Augen) Wir fanden es einfach passend zum Song. Der Text ist sehr sexy. Außerdem hat das Video genau die Reaktion hervorgerufen, die wir wollten. Wir haben die Aufmerksamkeit der Leute für diesen großartigen Song.

Haben Sie Ihrer vierjährigen Tochter Scarlet das Video gezeigt?

Melanie C: Ja, erst mal habe ich sie vorbereitet: Mama wird einen Jungen küssen. Sie sagte: 'Ich will nicht, dass du das machst.' Als ich es ihr dann gezeigt habe, war ich auch wirklich nervös. Sie hat es sich angeschaut und gemeint: 'Du hast ihn ja gar nicht geküsst'. Wahrscheinlich hat sie ein Auge zugedrückt, weil sie eine Schwäche für Matt hat. Sie mag seine Stimme, spricht ständig über ihn und wollte letztens auch, dass ich sie filme, während sie unser Lied singt, um das Video dann an Matt zu schicken.

Gut gelaunte Gesprächspartner: Matt Cardle und Melanie C mit Gala.de-Redakteurin Ines Weißbach

Gut gelaunte Gesprächspartner: Matt Cardle und Melanie C mit Gala.de-Redakteurin Ines Weißbach

Matt, haben Sie eigentlich die Ideen für Ihre Videos? Denn beim Song "Lately" geht es mit einer hübschen Dame zur Sache.

Matt Cardle: Ja, in dem Fall war es meine Idee, aber als ich dann halbnackt auf den Knien vor ihr gesessen habe, fühlte ich mich wie Perversling. (lacht) Es sollte natürlich zum Song passen. Die Stimmung in "Lately" ist so unklar. Es geht um eine schlechte Beziehung, aber du kannst dich nicht daraus lösen, weil du immer noch verliebt bist. Wir sind aneinandergebunden und sehr leidenschaftlich, aber am Ende immer noch in diesem dunklen Raum.

Melanie C: Ich glaube, das ist im Video sehr anschaulich dargestellt.

Matt Cardle: Aber ich bin nicht pervers. (lacht)

Sie haben mehrfach erzählt, dass sie schon Jahre darauf hingearbeitet haben, ein "Spice Girl" zu küssen. War es Melanie C?

Matt Cardle: Natürlich! Das war der einzige Grund, warum ich überhaupt zu "X Factor" gegangen bin.

Sie wurden in der Sendung als singender Maler präsentiert, der eigentlich Hotelwände streicht. Wenn Sie heute in Hotels übernachten, schauen Sie sich die Wände genauer an?

Matt Cardle: Ich war ein sehr schlechter Maler.

Melanie C: Könntest Du meine Küche streichen?

Matt Cardle: Ich habe einfach ein paar Malerarbeiten für den Vater eines Freundes gemacht. Aber die brauchten ein Label, das sie mir aufdrücken konnten. Meine Freunde haben sich auch gewundert: Was hast du denen vom Fernsehen bloß erzählt?

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