Meg Ryan
© Getty Images Meg Ryan

Meg Ryan "Lasst euch nicht einschüchtern!"

Meg Ryan ist zurück - und gibt Männern Tipps für den richtigen Umgang mit starken Frauen

Meg Ryan galt immer schon als das Darling

, als Hollywoods süße Zuckerschnecke. Ein paar Jahre sah und hörte man dann wenig von der 47-Jährigen - jetzt meldet sie sich zurück. Im Kino mit der Komödie "The Women", im Interview mit ungewohnt kernigen Aussagen, die so gar nicht zu ihrem Niedlich-Image passen. Mit GALA sprach sie in Berlin über ängstliche Männer, das Recht auf Botox und ihren Alltag als alleinerziehende Mutter zweier Kinder.

Gala: In Ihrem neuen Film kreisen die Gedanken der Frauen ständig um Männer. Eigentlich ziemlich altmodisch, oder?

Männer spielen nun mal eine große Rolle für die meisten Frauen. Umgekehrt ist das ja auch der Fall. Außerdem geht es uns eher darum zu zeigen, dass Frauen mehr drauf verleihhaben, als ausschließlich Ehefrauen zu sein.

Geben Sie uns einen Tipp: Was müssen wir Männer lernen, damit wir mit starken Frauen besser umgehen?

Lasst euch um Gottes Willen nicht einschüchtern! Auch die stärkste und erfolgreichste Frau will nicht, dass Männer vor ihr Angst haben. Kommt auf uns zu, sprecht mit uns!

Das ist leicht gesagt. Aber in "The Women" sind erfolgreiche Frauen tendenziell richtige Ziegen.

Das stimmt. Aber dieses Harte, Unnahbare ist nur ein Klischee. Und es zeigt sich ja: Erfolg hat man mit dieser Haltung nicht.

Dem untreuen Ehemann wird am Ende vergeben. Würden Sie das privat auch tun?

Sie liebt ihn, er betrügt sie ... Soll man dem Gatten vergeben, weil man ein gemeinsames Kind hat oder einfach deshalb, weil man eine gemeinsam Zukunft geplant hat? Ich bin der Meinung: So ein Kerl gehört vor die Tür gesetzt.

Eindeutige Ansage. Ist Ihre Haltung in einer anderen Sache auch so eindeutig - wie stehen Sie zum großen Hollywood-Thema Schönheitsoperationen, zu Botox?

Jeder soll machen oder lassen, was er oder sie für richtig hält. Aber dieses ständige Fragen und Mutmaßen, warum eine Frau so aussieht, wie sie aussieht, finde ich geradezu unanständig.

Man hat den Eindruck, dass Ihre Karriere ins Schlingern geraten ist, als Sie die 40 überschritten haben.

Komischerweise ist das bei Männern ab 40 nie ein Thema. Ich finde das sexistisch und schlimm. Vielleicht höre ich tatsächlich eines Tages mit dem Filmen auf - dann aber nicht, weil ich zu alt bin, sondern weil ich auf andere Dinge Lust habe. Meine Interessen haben sich ausgedehnt. Nie habe ich mich kreativer gefühlt als heute.

Haben Sie irgendwann mal daran gedacht, sich bewusst vom erfolgreichen Niedlich-Image zu trennen?

Nein. Es hat mich nie gestört, auf die "kleine Süße" festgelegt zu werden, weil ich mich eigentlich nicht als klassische Schauspielerin betrachtet habe. Ich fand immer, dass ich verdammt viel Glück hatte, überhaupt so eine Karriere gemacht zu haben.

Ihr liebstes Genre sind Komödien. Was sagt Ihr Sohn Jack zu seiner witzigen Mutter?

Er zieht Action- und Spionagefilme vor und findet so ziemlich alles besser als das, was seine Mutter jemals in ihrem Leben gedreht hat. (lacht)

Mittlerweile gibt es nicht nur Jack in Ihrem Leben, sondern auch Daisy, Ihre Adoptivtochter. Wie hat das Ihr Leben beeinflusst?

Ich bin viel weicher geworden. Ein kleines Mädchen zu adoptieren, war eine Umstellung, die ich genieße. Ich bin fest davon überzeugt, dass bei dieser Adoption nichts zufällig passiert ist. Es war Schicksal.

Wie lebt es sich als Alleinerziehende?

Meine beiden Kinder sind ein interessantes Duo. Wenn ich sehe, wie der 16-Jährige meine dreijährige Tochter herumträgt, erfüllt mich das mit ganz viel Liebe. Die Kinder sind umwerfend. Sie sind wahnsinnig komisch und kommen irre gut miteinander klar.

Nun sind Sie schon eine ganze Weile Single. Glauben Sie noch an Romantik?

Ich liebe die Vorstellung, dass zwei Menschen auf derselben Seite sind, dass sie zusammen arbeiten und ein Leben formen. Ich würde ein solches Glück wahnsinnig gerne finden. Ich glaube auch immer noch an die Liebe. Und ja, ich könnte mir vorstellen, noch einmal zu heiraten.