Martin Schöller

"Mit Clooney ist es lustig"

Wenn Martin Schoeller zum Fototermin bittet, haben Hollywoods Größen Spaß. Bis auf wenige Ausnahmen ...

Martin Schoeller Angelina Jolie

Martin Schoeller Angelina Jolie

Martin Schoeller stammt aus München und lebt seit 1993 in New York. Dort assistierte er zunächst Annie Leibovitz und fotografier

Martin Schoeller stammt aus München und lebt seit 1993 in New York

Drei Jahre lang

war er Assistent (sprich: persönlicher Sklave), schleppte Stative, leuchtete den Hintergrund aus und beobachtete die Großmeisterin der Porträtfotografie genau. Es hat sich gelohnt: Heute zählt der überzeugte Rastalocken-Träger Martin Schoeller ("Die werde ich haben, bis sie abfallen") selbst zu den der Szene. Berühmt wurde der 40-Jährige ebenfalls mit Porträts - von Prominenten und von ganz normalen Menschen, skurril in Szene gesetzt oder in extremen Nahaufnahmen. Jetzt präsentiert Schoeller seine besten Bilder in einem neuen Buch; eine beeindruckende Werkschau zwischen Traumfabrik und Wirklichkeit.

Auf dem Cover Ihres neuen Bildbandes tropft Angelina Jolie Blut aus dem Mund. Eine Anspielung auf ihre Vorliebe für Halsketten mit Blutfläschchen?

Nein. Vor dem Shooting hatte ich in einem über sie gelesen, dass sie sich einmal die Nase gebrochen hat. Also wollte ich fotografieren, wie ihr Blut aus der Nase fließt. Als ich ihr meine Idee präsentierte, meinte sie jedoch, das könne sie nicht machen, weil sie dann wie eine Kokainsüchtige aussehen würde. Sie schlug stattdessen vor, Blut aus ihrem Mund laufen zu lassen.

Mögen Prominente solch ungewöhnliche Inszenierungen?

Nicht unbedingt. Häufig ist spätestens der PR-Agent beim Foto-Termin gegen meine Ideen. Angelina Jolie war eine rühmliche Ausnahme: Sie hatte erst gar keinen dabei.

"'Auf keinen Fall darf er in die Badewanne, das ist absolut unmöglich', sagte Jack Blacks PR-Frau entsetzt, als sie meinen Vorsc

"'Auf keinen Fall darf er in die Badewanne, das ist absolut unmöglich', sagte Jack Blacks PR-Frau entsetzt, als sie meinen Vorschlag hörte"

"Kaum hatten Brad Pitt und George Clooney die Schläger in der Hand, ging es auch schon los: Sie haben nicht mehr auf mich gehört

"Kaum hatten Brad Pitt und George Clooney die Schläger in der Hand, ging es auch schon los: Sie haben nicht mehr auf mich gehört, sondern die Bälle nur noch wild durch die Gegend gehauen"

Mit wem läuft die Arbeit ebenfalls so reibungslos?

Lustig ist es auf alle Fälle mit . Ich habe ihn und einmal zusammen abgelichtet, während er ihr die Zehennägel lackiert hat. Sie hat sich anfangs unglaublich geziert, da hat er sich einfach ihren Fuß geschnappt, sie gekitzelt und drauflos gemalt.

Wie bereiten Sie sich auf Shootings mit Stars vor?

Ich lese alles, was ich über sie zu fassen kriege, schaue mir ihre Filme an und lese Bücher über sie. Nur so kann ich ein Gefühl dafür entwickeln, wie dieser Mensch tickt und was ihn gerade beschäftigt.

Bekannt geworden sind Sie durch Ihre Porträts aus nächster Nähe. Man sieht jedes Fältchen und jede kleine Unebenheit, eigentlich ein No-Go in Hollywood.

Wenn ich meine Close-ups mache, wissen die Stars zum Großteil gar nicht, wie ihnen geschieht. Ich schieße sie meist am Ende eines Shootings, wenn alles andere schon vorbei ist. Viele sind auch nicht besonders gut vorbereitet und wissen gar nicht, was sie bei mir erwartet. Außerdem lassen meine Fotos die Menschen ja nicht schlecht aussehen, sondern bilden sie einfach ehrlicher ab. Einige Hollywoodstars reagieren darauf aber tatsächlich allergisch: und etwa haben es abgelehnt, von mir fotografiert zu werden.

Das neue Stern-Fotografie "Martin Schoeller" ist ab jetzt für 18 Euro im Handel

Das neue Stern-Fotografie "Martin Schoeller" ist ab jetzt für 18 Euro im Handel erhältlich

Korrigieren Sie Ihre Close-ups tatsächlich niemals nach?

Ich arbeite an den Farben und Kontrasten, retuschiere aber keine Falten weg. Sie gehören zu den Menschen dazu, finde ich.

Mögen Sie eigentlich Porträts von sich?

Nö. Es gibt Menschen, die ein sehr gleichmäßiges Gesicht haben und auf Bildern gut aussehen - zu denen gehöre ich nicht, meines ist eher schief. Ich mag auch keine Selbstporträts, auf die viele meiner Kollegen stehen. Ich finde, das hat etwas Eitles. Und eitel bin ich sicher nicht.

"An diesem Foto ist nichts gestellt. Ich habe Paris  und Nicky Hilton, die damals noch total unbekannt waren, 1999 zu Hause besu

"An diesem Foto ist nichts gestellt. Ich habe Paris und Nicky Hilton, die damals noch total unbekannt waren, 1999 zu Hause besucht"

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