Mark Wahlberg

"Ich bin ein Softie"

Einfach glücklich sein: Ex-Rapper Mark Wahlberg über sein ganz persönliches Erfolgsrezept

Mark Wahlberg

Höflich reicht er

zur Begrüßung die linke Hand. Die rechte ist gebrochen: Seit Monaten trainiert Mark Wahlberg, 37, für die Boxer-Biografie "The Fighter". Trotzdem wirkt er in seinem eleganten Anzug eher schmal. Mit dem vulgären Cop aus "Departed - Unter Feinden" - für die Rolle erntete der Ex-Rapper 2007 eine Oscar-Nominierung - hat er nichts gemein. In "The Happening" von "The Sixth Sense"-Macher M. Night Shyamalan überzeugt der Action-Rüde mit der kriminellen Vergangenheit jetzt als sanfter Held. Und im Interview als Gentleman.

Gala: Ausgerechnet Mark Wahlberg als Biologie-Lehrer - wie ist M. Night Shyamalan bloß darauf gekommen?

Ich bin eben ein Softie. (lacht) Aber wenn ich zu etwas entschlossen bin, dann kämpfe ich bis zum Schluss. Night hat das erkannt.

Gala: Ihre Regisseure loben einhellig, dass Sie sich auch nach Jahren im Hollywood-Business ihre Liebenswürdigkeit bewahrt haben. Wie stellen Sie das an?

Ganz einfach: Ich bin glücklich. Ich habe zwei wunderbare Kinder, das dritte ist unterwegs. Auch wenn ich auf dem Bau schuften müsste, könnte ich nicht glücklicher sein.

Mark Wahlberg, 37, und seine Freundin Rhea Durham, 29, erwarten im Herbst ihr drittes Kind

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Gala: In "The Happening" wird die Welt von einer mysteriösen Macht heimgesucht. Glauben Sie an übersinnliche Kräfte?

Ich glaube an die Allmacht Gottes. Ich habe verinnerlicht, dass es Dinge gibt, die wir nicht beeinflussen können und hinnehmen müssen. Aber mit dem, was uns anvertraut ist, müssen wir sorgsam und verantwortungsvoll umgehen. Mein Glaube gibt mir die Kraft, stets die positive Seite zu sehen. Trotz des Schmerzes, den ich erlebt habe. Im April ist mein Vater gestorben ...

Gala: So setzen Sie sich etwa mit dem Verein "Boys Club" für Jugendliche in Armenvierteln ein und waren sogar schon bei Präsident Bush im Weißen Haus zu Gast.

Und ich muss gestehen: In natura ist George W. Bush viel smarter und charmanter, als er im Fernsehen wirkt. Trotzdem freue ich mich auf den politischen Wechsel.

Gala: Werden Sie auch Mr. Bushs Nachfolger besuchen?

Gern. Dann würde ich das aber nicht an die große Glocke hängen. Mir geht es darum, diesen Kids zu helfen, nicht, nach außen gut dazustehen.

Gala: Ihr Bruder Donnie geht wieder mit seiner Boygroup New Kids on the Block auf Tournee. Besteht die Chance, dass Sie uns ein paar Gastauftritte als Marky Mark schenken?

(gequältes Lächeln) Kaum. Man soll ja niemals nie sagen. Aber wenn ich heute meine alten Videos auf MTV sehe, schäme ich mich schon ein bisschen. Hoffentlich haben meine Kinder später viel Sinn für Humor.

Gala: Vor einiger Zeit verkündeten Sie, dass Sie Ihre Kinokarriere mit 40 an den Nagel hängen wollen. Was haben Sie denn stattdessen vor - nur noch golfen?

Klingt super. (lacht) Nein, ich bin dankbar, dass ich meine Projekte auswählen kann und nicht jedes Angebot annehmen muss. Natürlich hätte ich gern noch mehr Zeit für meine Familie, aber ich muss sie ja schließlich ernähren. Meine Kids sollen später nicht verzichten müssen, weil ihr Daddy zu wählerisch war. Ich will nicht selbstsüchtig sein.

Gala: Sie haben Ihre Mutter zu sich nach Hollywood geholt. Sehen Sie Ihre alten Freunde aus Boston eigentlich noch?

Diejenigen, die noch leben und nicht im Gefängnis sitzen - ja. Mom ist übrigens zurück nach Boston gezogen, sie hatte Heimweh. Ich war zum Muttertag da. Meine Kumpels freuen sich natürlich besonders, wenn sie einen meiner Filme niedermachen können. Aber ernsthaft, ihre Meinung ist mir wirklich wichtig. Man verliert in Hollywood leicht den Boden unter den Füßen.

Gala: In Hollywood droht ein Schauspielerstreik. Unterstützen Sie das?

Den Streik? Bewahre. Sehen Sie sich bloß an, was der Autorenstreik angerichtet hat: Verluste in Milliardenhöhe. Ich will für alle das Beste, aber ein Streik ist keine Lösung.

Gala: Sie planen unter anderem ein TV-Projekt und eine "Departed"-Fortsetzung mit Martin Scorsese. Wann geht's los?

Nichts ist sicher, bevor die erste Klappe fällt, aber ich bin allzeit bereit. Die meisten Chancen bieten sich dir nur einmal im Leben. Und ich möchte meine nutzen, wenn es so weit ist.

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