Maite Kelly

"Ich weiß, was mein Körper kann - und was nicht"

Bei der Vorstellung ihrer neuen Übergrößen-Kollektion bewies Maite Kelly, wie viel Kraft ihr die Schwangerschaft spendet. Im Interview mit Gala.de verriet sie ihr Geheimrezept für ein tolles Oufit - und den vorläufigen Namen ihres dritten Kindes

Maite Kelly

Zahlreiche Stars versammeln sich am Donnerstag (10. April) um einen Laufsteg in der Hamburger Handelskammer und das, obwohl die vorgeführte Mode nicht Size Zero, sondern Größe 44 bis 58 ist. Doch hat gerufen und stellte ihre neue "Bonprix"-Kollektion vor. Mit bunten Farben und lässigen Schnitten sorgte , die gerade mit ihrem dritten Kind schwanger ist, für Frühlingsgefühle.

Der ehemalige "Germany's next Topmodel"-Juror Rolf(e) Schneider, und Model klatschen in den vorderen Reihen zu Maites Show. Im Interview mit Gala.de sprach die Zweitjüngste der "Kelly Family" über ihre Inspiration, Familienplanung und darüber, was sie lieber auf sich zukommen lässt


Gala.de-Mitarbeiterin Isabelle Jahn traf Maite Kelly bei ihrer Fashionshow in der Hamburger Handelskammer für ein Interview.

Gala.de-Mitarbeiterin Isabelle Jahn traf Maite Kelly bei ihrer Fashionshow in der Hamburger Handelskammer für ein Interview.

Sie entwerfen Mode, haben zwei, bald drei Kinder, arbeiten immer wieder an Musik- und TV-Projekten. Was ist ihr Geheimrezept, wenn es mal stressig wird?

Viele sagen "Du hast so viel zu tun" und ich bewundere die Bäckerin von nebenan, die um vier Uhr morgens aufsteht, acht Stunden arbeitet und auch Kinder hat - die stemmt auch alles. Ich arbeite nicht mehr und nicht weniger als andere Frauen, meine acht Stunden finden vielleicht eher in der Öffentlichkeit statt. Und mein Geheimrezept gegen Stress: Ich bereite mich immer sehr gut vor. Das bedeutet, ich mache die Arbeit nicht währenddessen, ich mache sie lieber zu früh als zu spät. Viele Leute machen den Fehler, das vor sich herzuschieben und ich mache eben immer meine Hausaufgaben. Ich weiß zum Beispiel jetzt schon, was wir für das nächste Mal verbessern können – das verrate ich jetzt natürlich nicht. Es ist wichtig, nicht Perfektion vom Team zu verlangen, sondern Motivation. Ich erwarte, dass alle mit dem Herzen dabei sind, weil ich mit dem Herzen dabei bin.

Es ist oft schwer, in großen Größen flotte Kleidung zu finden. Wie sind Sie mit der Auswahl an Schwangerschaftsmode zufrieden?

Das ist easy. Das einzige, was ich für die Schwangerschaft gekauft habe, sind Hosen. Mein Bauch ist eben ein bisschen größer als sonst und dann kaufe ich mir einfach ein paar Hosen, die nicht einschnüren. Es gibt tolle Kleider, die passend geschnitten sind, aber keine Schwangerschaftskleidung sind und total super aussehen. Ich habe jetzt schon ein Abendkleid, wo ich weiß, das kann ich mal anziehen.

Würden Sie auch gerne mal für Schwangere Mode entwerfen?

Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Ich glaube, dass es momentan wichtig ist, für große Größen oder eher für alle Größen Mode zu schaffen, die zugänglich, tragbar und cool ist. Das ist schon einmal ein riesiges Terrain, das ich erst einmal ausfüllen möchte. Da ist viel zu wenig auf dem Markt und das hat mich so geärgert, dass ich gesagt habe, ich mache was dagegen. Ich arbeite seit fünf Jahren mit "Bonprix" zusammen und ich habe das Vertrauen der Kollegen gewonnen, weil sie gemerkt haben, dass ich einen gewissen Geschmack habe und weiß, was wichtig ist. Ein typischer Fehler ist zum Beispiel, dass alle langen Kleider ärmellos sind und alle Kleider mit Ärmel zu kurz sind – ich entwerfe Kleider mit Ärmel und Länge. Bei mir machen Kleinigkeiten den großen Unterschied. Wir denken immer an die Frau, die das tragen wird. Deswegen haben wir jedes Jahr mehr Fans, die auf die Kollektion warten und am ersten Tag ist sie gleich ausverkauft.

Maite Kelly mit ihrer "Kelly Family" bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" im Jahr 1992

Maite Kelly mit ihrer "Kelly Family" bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" im Jahr 1992

Worauf muss man achten, wenn man sich vorteilhaft kleiden will?

Stars auf Diät

Die Abnehmer

So kennen wir Harry: Sportlich und schlank, wie hier beim Besuch der Obamas in London im April 2016. Über seine Figur hat sich der Prinz eigentlich wirklich nie Gedanken machen müssen. Anscheinend tut er das aber doch...
Neueste Bilder vor einem privaten Sportstudio in London zeigen Prinz Harry aber jetzt noch schlanker. So schlank, dass das lässige Sportoutfit noch schlabbriger wirkt als sowieso schon.
Beim Besuch einer Schule in Belfast vor wenigen Tagen sieht man auch im Gesicht ganz deutlich, dass beim Prinzen ein paar Pfunde gepurzelt sind. Aber warum? Etwa für seine Meghan? Nötig hätte er es auf jeden Fall nicht gehabt.
Noch im Mai sah man Janet Jackson meistens in sehr weiten, schwarzen Outfits, um die restliche Babypfunde zu verstecken, die nach der Geburt ihres Sohnes Eissa auf den Superstar-Hüften geblieben waren.

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Mir gefällt das nicht dem "vorteilhaft" nicht. Ich überlege mir lieber: Wie kann ich mich schön und wohl fühlen? Man steht ja nicht den ganzen Tag vor dem Spiegel – man sitzt, man geht, man rennt vielleicht zur Straßenbahn. Meine Kunden haben gemerkt, dass wir darauf achten, dass die Kleidung tragbar ist. Für uns fülligere Frauen gibt es ja kaum Basics. Dem versuche ich abzuhelfen und das Ganze mit etwas moderneren Mustern zu kombinieren. Es ist eine kleine Mission: Für heute Abend ist mir wichtig, dass wir einen Laufsteg haben und dass die Leute nicht denken "Ach, das ist die nette, lustige Dicke von nebenan". Alle Frauen, in allen Größen, sind elegante, anspruchsvolle, intelligente, starke und positive Frauen. Wir haben farbige Mode, aber das ist kein Versteckspiel. Ich hole mir die Farbe in mein Leben, weil ich es verdient habe. Ich verstecke mich nicht hinter den Farben, sondern ich bekenne Farbe.

Fragen Ihre zwei Töchter manchmal nach einem Design von Mama?

Wir gehen gerne zusammen shoppen, aber ich bin nicht ihre Stylistin - ich bin ihre Mama. Ich zwinge sie nicht, meine Vorstellung von Klamotten anzuziehen. Sie dürfen selbst aussuchen, was sie anziehen. Meine große Tochter (Josephine, 7, d. Red.) hat einen ganz anderen Geschmack als ich und den soll sie auch für sich entwickeln. Aber neulich hat sie gesagt: "Mama, du machst das doch beruflich. Kannst du mich beraten?" Wenn sie das so will, mache ich das gerne. Dann hat sie in der Schule anscheinend Komplimente bekommen und danach gesagt: "Mama, du kannst mich öfter beraten." Aber ich finde es wichtig, dass die Kinder erst mal für sich spielen können. Pünktchen mit Karos – ich finde es toll, dass Kinder so frei sind. Aber wenn ich zum Beispiel "" oder "Hello Kitty" sehe, sage ich: "Seid mir nicht böse, aber ich möchte nicht, dass ihr ein Werbeplakat seid."

Wünschen sich ihre Töchter noch ein Schwesterchen oder einen kleinen Bruder?

Das ist bei uns kein Thema. Es heißt momentan "Sternchen" und die beiden sind genauso offen wie mein Mann und ich. Wir sind dankbar für das Leben, das unterwegs ist und wir empfangen den Menschen, der auf uns zukommt, mit offenen Armen. Es kann so viel schiefgehen, bei vielen Frauen funktioniert es nicht. Dann noch zu sagen "Ich wünsche mir eher einen Jungen oder ein Mädchen" wäre undankbar - das ist ein Luxusproblem. Meine Mutter hat das ganz toll gemacht und gesagt: "Ich nehme jedes Baby an, genau so wie es kommt, ob krank oder gesund, groß oder klein, Junge oder Mädchen. Es ist ein Mensch – ich nehme ihn an, wie er ist."

Sie sind in einer Großfamilie aufgewachsen. Planen Sie selbst auch eine?

Nein. Meine zwei Kinder sind per Kaiserschnitt zur Welt gekommen – sie sind Sternengucker (Kind in Schädellage mit Blickrichtung zum Bauch der Mutter, d. Red.). Deshalb gibt es ein gewisses Limit, um der Gesundheit nicht zu schaden. Man empfiehlt in solchen Fällen, nicht mehr als vier Kinder zu bekommen. Ich bin dankbar für jedes Kind, das ich bekomme. Das ist für mich wirklich ein Wunder. Ich finde es wichtig, dass man mit seinem Partner seine eigene Geschichte schreibt. Aber in Deutschland hat man mit drei Kindern ja anscheinend schon eine Großfamilie, also habe ich quasi eine.

Seit knapp neun Jahren verheiratet: Maite Kelly und ihr Mann Florent Raimond

Seit knapp neun Jahren verheiratet: Maite Kelly und ihr Mann Florent Raimond

Im Sommer stehen Sie für das Musical "Die Schwarzen Brüder" auf der Bühne. Wie probt es sich in der Schwangerschaft?

Wenn ich schwanger bin, habe ich Energie für Drei, da könnte ich Bäume ausreißen. In jeder Schwangerschaft habe ich deshalb noch bis zum achten Monat auf der Bühne gestanden. Aber ich gehe natürlich sehr bedacht damit um – ich bin kein Workaholic. Die Rolle, die ich angenommen habe, ist keine hüpfende, singende Rolle. Es ist eine ernste, grobe Frau, eine historische Figur. Da muss ich körperlich nicht schön sein, es ist vielmehr eine geistige Herausforderung. Wir sind ein Team von 30 Leuten und ich bin es eigentlich gewohnt, alleine Shows zu machen und da lastet dann alles auf meinen Schultern. Das ist in diesem Jahr anders. Ich weiß, was mein Körper kann und was nicht.

Sie haben 2011 bei "Let’s Dance" gewonnen und saßen ein Jahr später in der Jury. Schauen Sie die aktuelle Staffel? Haben Sie schon einen Favoriten?

Vor drei Jahren habe ich zu Alexander Klaws gesagt, dass er da mitmachen muss. Er kann gut mit seinem Körper arbeiten und hat gelernt, zu lernen. Er kommt ja aus dem Musical-Bereich, wird diszipliniert sein und verstehen, was gefordert wird. Bald läuft die dritte Sendung, wo die Kandidaten nur noch vier bis fünf Tage Zeit haben, zu proben. Es wird sich also erst jetzt zeigen, wer mit dem Druck umgehen kann und darum geht es letztendlich. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

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