Kyra Sedgwick
© Getty Kyra Sedgwick

Kyra Sedgwick Da schau her!

Ob als sexy Ermittlerin in der TV-Serie "The Closer" oder als Charakterdarstellerin auf der Leinwand: Kyra Sedgwick ist absolut angesagt. Zeit, sie mal näher kennenzulernen

Sie hat eine Schwäche für Süßigkeiten, liebt altmodische Kleidung und klärt jedes noch so komplizierte Verbrechen auf: Seit Kyra Sedgwick, 41, die Rolle der Los-Angeles-Mordkommissarin Brenda Johnson in der Erfolgsserie "The Closer" (auf Vox) übernommen hat, fiebern jeden Mittwoch Abend mehr als zwei Millionen Menschen und gebannt den Irrungen und Wirrungen der etwas anderen Detektivin entgegen.

GALA traf die Schauspielerin in ihrer Heimatstadt New York, wo sie mit ihren beiden Kindern und Ehemann Kevin Bacon ganz entspannt den Jahresbeginn verbracht hat. Ein anregendes Gespräch über Powerfrauen, Familienbande und die Nackt-Qualitäten ihres berühmten Göttergattens.

Schon seit vielen Jahren sind Kyra und Schauspieler Kevin Bacon ein glückliches Paar
© GettySchon seit vielen Jahren sind Kyra und Schauspieler Kevin Bacon ein glückliches Paar

GALA: Brenda Johnson ist nicht gerade die netteste Person. Warum ist die Serie dennoch ein Hit?

Kyra Sedgwick: Ich glaube, wir sind alle mal unbequem. Damit kann sich jeder identifizieren. Außerdem bewundern viele eine Frau, die einfach mal sagt, was sie denkt, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie wirkt echt und ist dadurch sympathisch.

GALA: Wie viel von Brenda steckt in Kyra Sedgwick?

Kyra Sedgwick: Leider eine ganze Menge. Sie hat wie ich viele Macken, ist oft verwirrt. Dann verliert sie dauernd Dinge, auch darin erkenne ich mich wieder. Allerdings ist mein Privatleben sehr geregelt, ihres dagegen ein einziges Chaos. Zugegeben: Es ist schwieriger, das Private in Ordnung zu halten als den Job. Sobald man mit Gefühlen von Menschen zu tun hat, ist man verloren.

GALA: Das klingt fast so, als ob Sie sich für Brendas privates Versagen entschuldigen.

Kyra Sedgwick: (lacht) Ich bin Brenda 17 Stunden am Tag, fünfmal die Woche. Natürlich empfinde ich sie wie eine gute Freundin, und manchmal wäre ich sogar gern wie sie. Zum Beispiel stellt sie knallharte Forderungen. Frauen in Machtpositionen haben es nicht einfach, sie müssen sich ständig beweisen. Ich könnte das nicht und bewundere das.

GALA: Immerhin gelingt Ihnen das fast Unmögliche: Seit 18 Jahren sind Sie mit Kollege Kevin Bacon verheiratet - eine Ewigkeit, nicht nur in Hollywood. Was ist Ihr Geheimnis?

Kyra Sedgwick: Dass wir nicht in Hollywood, sondern in New York leben, macht viel aus - wir können normal sein. Ansonsten haben wir auch Glück gehabt. Und wir arbeiten an unseren Problemen und sind bereit, auch gewisse Abstriche füreinander zu machen.

GALA: Zum Beispiel?

Kyra Sedgwick: Ich muss sechs Monate im Jahr in Los Angeles sein. Meine Familie kommt jedes zweite Wochenende rübergeflogen, da ich leider weder freitags noch montags frei habe. Wir versuchen mit E-Mails und Telefonaten die Distanz zu überbrücken, aber das ist schwer, ich vermisse sie schrecklich. Nicht jeder Ehemann macht das Hin und Her mit.

GALA: Ist das der Grund, warum sie beinahe die Rolle in "The Closer" abgesagt hätten?

Kyra Sedgwick: Ganz klar. Meine Familie hat Priorität, keine Rolle kann so wichtig sein. Andererseits weiß ich, dass ich älter werde und meine Karriere nicht ewig währen wird.

GALA: In der neuen Staffel führt Kevin in einer Folge sogar Regie.

Kyra Sedgwick: Er treibt sich sowieso ständig an Set rum, dann kann er auch arbeiten. (lacht)

GALA: Stimmt es, dass er Ihnen ein Lied zum 41. Geburtstag geschrieben hat?

Kyra Sedgwick: Ja, einen tollen Song! Wir sind glücklich miteinander. Wir teilen dieselben Ansichten, haben dieselben Ziele. Ich denke, wir bleiben wohl noch eine Weile zusammen. (kichert)

GALA: In dem Independent-Film "Loverboy" haben Ihre Kinder Sosie und Travis mitgespielt, Kevin führte Regie, sein Bruder Michael schrieb die Musik, Sie produzierten. Ein Familienprojekt ohne Probleme?

Kyra Sedgwick: Es hat sehr viel Spaß gemacht, keine Frage. Irgendwie hat es sich so ergeben. Allerdings haben wir uns auch als Heuchler entlarvt. Kevin und ich haben nämlich immer gesagt, die Kids sollen nicht schauspielern, bevor sie 18 sind.

GALA: Warum?

Kyra Sedgwick: Weil ich bereits mit 16 damit anfing. Das würde ich liebend gern ungeschehen machen. Die Schauspielerei vermittelt jungen Menschen ein zu enges Weltbild. Alles drehte sich stets darum, ob man den nächsten Job kriegt. Ich möchte mehr für meine Kinder - sie sollen sie selbst sein können.

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