Kevin Costner
© Gala.de Kevin Costner

Kevin Costner "Ich bin nicht abhängig von Ruhm"

Filme wie "Der mit dem Wolf tanzt" machten Kevin Costner zur Hollywoodlegende. Dennoch beweist der 55-Jährige derzeit Mut zur Veränderung: Mit Gala.de sprach er über die erste Deutschlandtour seiner Band

Mit Filmen wie "Robin Hood"

oder "Bodyguard" stieg Kevin Costner Anfang der 90er Jahre in die A-Riege Hollywoods auf - was dabei kaum jemand wusste: Costner ist passionierter Musiker und stellte seine Leidenschaft damals zugunsten der Schauspielerei zurück. Damit soll jetzt aber Schluss sein - zusammen mit seiner Band Kevin Costner and Modern West tourt der Leinwandheld derzeit durch Deutschland. Und obwohl Kevin mittlerweile 55 Jahre alt ist, leuchten seine Augen wie bei einem jungen Wildfang, wenn er von seiner Liebe zum Rock'n'Roll erzählt.

Wer Sie auf der Bühne sieht, erlebt einen echten Vollblutmusiker. Können sie sich vorstellen, ihre Arbeit in der Filmbranche aufzugeben und künftig nur noch Musik zu machen?
Nein, ich weiß zwar noch nicht, wie genau die Balance aussehen wird, aber ich denke, dass die Zukunft beide Bereiche beinhalten wird. Denn ich liebe es, Geschichten zu erzählen - egal ob sie nun drei Minuten oder drei Stunden lang sind.

Gala.de-Redakteurin Gesa Schwanke traf Kevin Costner in Berlin.
© Gala.deGala.de-Redakteurin Gesa Schwanke traf Kevin Costner in Bremen.

Warum haben wir Sie eigentlich noch nie in einem Musical gesehen?
Ich habe tatsächlich Musicals gemacht, bevor ich zur Schauspielerei kam. Aber als ich dann Schauspieler war ... Wissen Sie, es werden nicht viele Musicals gemacht und irgendwie hat sich für mich keine Rolle angeboten.

Es war ja Ihre Frau Christine, die Sie ermutigt hat, die musikalische Karriere wieder voranzutreiben. Warum brauchten Sie diesen Anstoß?
Ich habe einfach gar nicht selbst darüber nachgedacht. Christine hat etwas von meiner früheren Musik gefunden und sie sich angehört. Sie sagte, dass es sie wirklich glücklich gemacht habe und konnte nicht verstehen, warum ich keine Musik nicht mehr machen wollte. Sie hat mich dann einfach ganz sanft immer weiter geschubst. Ich meine, ich mache viele Sachen im Filmbusiness - dem ganzen noch eine weitere Tätigkeit hinzuzufügen, war nichts, was ich unbedingt tun wollte. Doch sie war einfach überzeugt, dass es mich glücklich machen würde.



Mögen Ihre Kinder Ihre Musik?
Ja, meine beiden Ältesten sind selbst in Bands: Lily spielt eine Art Jazz und Joe spielt Rock'n'Roll.



Denken Sie, dass das Ihrem Einfluss zu verdanken ist?
Ich bin nicht sicher, aber ich glaube schon, dass es etwas damit zu zum hat. Ich meine, sie haben meine Freude beim Performen gesehen. Mein Sohn ist gerade auf dem College und er ist Kameramann bei einem kleinen Studentenfilm. Ich muss also davon ausgehen, dass einige Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, meine Kinder beeinflusst haben. Und: Beide sind bessere Songwriter als ich!



Sie selbst hatten als Kind Klavierunterricht. Spielen Sie heute noch?
Nein, und darüber bin ich sehr traurig, denn ich war eigentlich ziemlich gut. Aber ich wurde klassisch unterrichtet und es gab nie die Möglichkeit, Rock'n'Roll zu spielen. Deshalb hatte ich es als Junge irgendwann satt. Ich kam aus einer Familie, in der es hieß: "Das ist es, was du zu spielen hast. Und das andere spielst du nicht, dafür haben wir nicht bezahlt."

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