Kevin Costner

Windeln wechseln? Na klar!

Offenbar ist Kevin Costner doch kein Macho. Im GALA-Interview erzählt er, warum er Frauen verehrt - und wie ihn sein Sohn verändert hat

Kevin Costner

Selbst nach 30 Jahren Hollywood-Karriere gilt er immer noch als unwiderstehlich: Laut einer Umfrage finden Frauen zwischen 30 und 49 Jahren, dass Kevin Costner, 52, zu den fünf heißesten Männern im Showgeschäft gehört. Der Oscar-Gewinner genießt die Bewunderung - schweigt aber ansonsten über das Thema. Viel lieber spricht er im GALA-Interview in Los Angeles über die Stärke der Frauen, schwärmt über seine Familie und verhehlt auch nicht, dass er eine dunkle Seite hat. Die konnte er gerade in dem Thriller "Mr. Brooks - Der Mörder in dir" mal so richtg ausleben.

In Ihrem neuen Film spielen Sie einen echt unheimlichen Typen. Wie sieht es privat mit Ihren menschlichen Abgründen aus?

Die haben wir doch alle, oder? Ich bin sicher, dass jeder Mensch zu Dingen fähig ist, die man nicht unbedingt von ihm erwartet.

Inwiefern?

Ich bin vor Kurzem zum fünften Mal Vater geworden. Für meine Familie würde ich wirklich alles geben, die würde ich bis aufs Blut verteidigen. Ja, für die Familie würde ich sterben.

Verraten Sie uns doch bitte Ihr Geheimnis: Warum finden so viele Frauen Sie attraktiv?

Vielleicht, weil ich Frauen respektiere. Das fällt mir leicht, weil ich in meinem Leben von vielen Frauen umgeben bin.

Wie schätzen Sie das weibliche Geschlecht ein?

Frauen sind stark und schlau. Sie können viel mehr aushalten als wir Männer.

Kevin Costner und seine Ehefrau Christine Baumgartner

Kevin Costner und seine Ehefrau Christine Baumgartner

In Hollywood haben Sie den Ruf eines Machos. Sind Sie auch ein strenger Vater?

Ich bin schon streng, aber versuche auch, meine Kinder zu bestärken. Ich bin keiner, der sich über die Schwächen anderer lustig macht. Das ist nicht meine Philosophie.

Wechseln Sie auch die Windeln?

Na klar! Damit habe ich kein Problem. Mitten in der Nacht aufzustehen, wenn das Baby schreit, finde ich viel härter...

Und, stehen Sie trotzdem auf?

Ich tue oft so, als würde ich nicht aufwachen. Meine Frau will mich dann nicht wecken und steht selbst auf. Aber dieser Trick dürfte nun, da ich ihn Ihnen erzählt habe, wohl nicht mehr funktionieren.

Ihre drei Kinder aus erster Ehe sind bereits erwachsen. Was ist es für ein Gefühl, wenn man plötzlich wieder Babygeschrei im Hause hört?

Es ist einfach wunderbar! Ich genieße es fast noch mehr als früher. Ich habe aber kein schlechtes Gewissen, wenn ich auf die Zeit mit meinen älteren Kindern zurückblicke. Ich glaube, dass ich bei ihnen sehr präsent gewesen bin. Ich war immer ein ganz guter Daddy.

Immer lässig und gutgelaunt: Kevin Costner

Immer lässig und gutgelaunt: Kevin Costner

Haben Sie sich als Mensch und als Vater über die Jahre verändert?

Natürlich. Ich bin reifer geworden, mache heute nicht mehr die Fehler, die ich früher gemacht habe. Dafür mache ich andere. Aber ich lerne daraus. Das kommt meinem Sohn Cayden hoffentlich zugute.

Was löst es in Ihnen aus, wenn Sie Ihren sechs Monate alten Sohn im Arm halten?

Das bewegt mich immer sehr. Ich habe manchmal große Angst, dass mir etwas zustoßen könnte, und jemand anderes mein Kind aufziehen muss. Das ist meine allergrößte Sorge.

Was möchten Sie Cayden fürs Leben beibringen?

Ich hoffe, dass er von mir lernt, was es heißt, ein verantwortungsvolles Mitglied unserer Gesellschaft zu sein. Und dass ich ihm ein paar nützliche Ratschläge auf seinem Weg durchs Leben mitgeben kann.

Sie sind ein Mensch, der konservative Werte wie Ehre und Anstand schätzt.

Ja, das sind Werte, die in unserer Gesellschaft heute nicht mehr viel zählen. Immerhin werden sie in einigen meiner Filme hochgehalten. Überhaupt würde ich von mir behaupten, dass ich für Ehre und Anstand stehe.

Was macht Sie wütend?

Wenn mich jemand nicht ernst nimmt. Dann kann ich auch schon mal laut werden. Ich wünschte, ich könnte das ein bisschen besser kontrollieren. Aber ich bin schon besser geworden und lerne viel von meiner Frau. Sie bringt mir bei, geduldiger zu sein.

Werden Sie auch leicht eifersüchtig?

Nein, im Gegenteil. Der Wettkampf hat mich immer angespornt, noch besser zu sein. Deshalb ist Eifersucht für mich nur vergeudete Zeit.

Sie gehören zu den berühmtesten Schauspielern Hollywoods. Kann man da eigentlich noch ein normales Privatleben führen?

Ich kann damit ganz gut umgehen. Aber ich sehe es nicht ein, mich zu verstecken.Wir leben ein relativ normales Leben, sind vor Kurzem von Los Angeles nach Santa Barbara gezogen. Es hilft schon, wenn man nicht direkt im Zentrum des Trubels lebt.

Wie wichtig ist es Ihnen heute noch, erfolgreiche Filme zu machen?

Natürlich will ich Filme machen, die viel einspielen. Wichtiger ist mir allerdings, mich davon nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Ich möchte keine Filme produzieren, mit denen ich mich hinterher nicht mehr identifizieren kann.

Auf welche Weise schützen Sie sich gegen Kritik?

Ich versuche, positiv zu denken. Ich kämpfe um meine Filme. Natürlich verärgere ich dabei oft Leute, aber das nehme ich in Kauf.

Was machen Sie, wenn Sie mal nicht so gut drauf sind und trotzdem zur Arbeit müssen?

Meine Regel Nummer eins lautet: Du musst zum Job gehen. Das ist meine Einstellung. Nur so kann man sein Leben meistern. Man kann sich nicht verstecken. Man muss sich den Herausforderungen stellen.

Die wenigsten wissen, dass Sie nebenbei auch noch in einer Band spielen. Ist das nur ein Hobby oder wird mehr daraus?

Ich habe in letzter Zeit wieder sehr viel gespielt. Ich liebe das, weil ich dann Geld für wohltätige Zwecke sammeln kann. Und ich genieße es, dass ich dann ausnahmsweise mal nicht der Hollywood-Star Kevin Costner bin.

Sie feiern im Januar Ihren 53. Geburtstag. Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?

Man merkt langsam, dass man nur eine bestimmte Anzahl von Jahren auf diesem Planeten hat.

Wie soll man sich eines Tages an Kevin Costner erinnern?

Meine Kinder sollen sagen können, dass ich ein guter Vater war. Jemand, der sie verstanden hat und für sie da war. Das wäre ein schöner Erfolg.

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