Keith Urban
© WireImage.com Keith Urban

Keith Urban "Es ist wie ein Wunder"

Country-Musiker, Ehemann einer Oscar-Preisträgerin und Vater: Keith Urban erzählt, wie die Liebe ihn stark macht

Eine Ehe mit Anlaufschwierigkeiten

: Als Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman vor drei Jahren nach der Ehe-Pleite mit Tom Cruise den Countrymusiker Keith Urban heiratete, hofften nicht nur Kidmans Fans, sie werde mit dem sensiblen Musiker glücklich. Fehlanzeige - schon kurz darauf wurde die Liebe auf eine Bewährungsprobe gestellt. Keith Urban war süchtig. Doch mit Kidmans Unterstützung begab er sich für einen dreimonatigen Drogen- und Alkoholentzug in die Betty-Ford-Klinik.

Der schwere Gang machte sich bezahlt. Seit mehr als zwei Jahren ist Urban clean. "Keinen Entzug zu machen, hätte mich nicht nur meine Karriere, sondern auch meine Ehe gekostet", sagt er rückblickend. Beide wissen: Die Dämonen von einst sind noch nicht endgültig gebannt. Den fragilen Zustand ihrer Ehe beschrieb die Schauspielerin kürzlich als "ein riskantes Unterfangen - als wäre man auf hoher See und könnte ertrinken". Keinen Zweifel lassen beide jedoch daran, dass sie sich lieben und gemeinsam an ihrer Beziehung arbeiten. Wenn man sie in Sydney oder Los Angeles zusammen mit Sunday Rose sieht, dann wird schnell deutlich, wie innig sie miteinander und mit ihrer kleinen Tochter umgehen. Im Gala-Interview gibt Keith Urban einen Einblick in sein privates Familienglück. Er spricht offen über den Ehealltag, sagt, was ihn morgens um sechs Uhr aus dem Bett treibt und verrät den größten Wunsch des Paars.

Als Musiker sind Sie oft auf Tour. Vermissen Sie Ihre Frau und Ihre Tochter dann nicht schrecklich?

Und ob. Darum ist meine Tour so organisiert, dass ich drei Konzerte nacheinander gebe und dann drei oder vier Tage freihabe. Ich genieße die Zeit mit meinen Mädels, und glauben Sie mir, es ist viel schöner, den beiden persönlich eine gute Nacht zu wünschen als ihre Stimmen nur am Telefon zu hören.

Gibt es noch andere Rituale im Hause Urban-Kidman?

Wir stehen immer alle zusammen auf - dank Sunday Rose auch schon mal um sechs Uhr morgens. (lacht) Das stört uns aber nicht. Es sind schließlich genau diese kleinen Wir-Momente, die mich immer wieder auf den Boden zurückholen. Und das ist einfach großartig.

Könnten Sie sich heute ein Leben ohne Nicole vorstellen?

Nein. Nic hat die Art und Weise, wie ich mein Leben betrachte und jeden Tag angehe, regelrecht auf den Kopf gestellt.

Familienleben: Im Juni 2006 haben Nicole Kidman und Keith Urban geheiratet, voriges Jahr kam Sunday Rose zur Welt.
© WireImage.comFamilienleben: Im Juni 2006 haben Nicole Kidman und Keith Urban geheiratet, voriges Jahr kam Sunday Rose zur Welt.

Inwiefern?

Früher war ich relativ gleichgültig, wenn eine Beziehung in die Schieflage geraten ist. Mit Nic ist das anders. Sie ist genauso liebevoll und leidenschaftlich wie ich. Mit dieser Intensität arbeiten wir auch an unserer Beziehung. Für mich gibt es mittlerweile nichts Wichtigeres im Leben, als dass es mit uns funktioniert.

Sunday Rose ist vielleicht noch zu jung, um zu begreifen, wer ihre Eltern sind. Wie reagiert sie, wenn ihr Vater auf der Bühne steht?

Bisher durfte Sunday nur bei Soundchecks zuhören, bei einem Konzert war sie noch nie dabei. Das Showbiz ist so verrückt - mal sehen, woran sie sich erinnern wird, wenn sie mal groß ist.

Hat die Kleine kürzlich den Auftritt ihrer Mutter als Jurorin in Heidi Klums Castingshow "Project Runway" gesehen?

Nein, ich glaube, den durfte sie nicht anschauen. Aber ihre Mami hat die Show sicher für sie aufgenommen - für später.

Sie sind Neuseeländer, leben aber schon lange in Amerika, und Ihre Frau ist gebürtige Amerikanerin und zog mit der Familie nach Australien. Welche Mentalität schlägt bei der Kleinen eher durch?

Ich würde sagen, Sunday hat von allem etwas in sich und ist ein gutes Beispiel für unsere moderne, kosmopolitische Welt. Ihr Vater wurde in Neuseeland geboren, ihre Mutter auf Hawaii. Sunday hat schon als Baby die ganze Welt mit uns bereist und lebt nun in Amerika. Einen australischen Pass hat sie außerdem auch noch.

Wo haben Sie Ihren Lebensmittelpunkt?

Im Moment wohnen wir in meinem Haus in Nashville. Wir haben glücklicherweise einen Tennisplatz. Nic ist eine begeisterte Tennisspielerin - ich auch. Aber auch unsere australische Rinderfarm Bunya Hill in Sutton Forest ist ein herrliches Fleckchen Erde, um mal abzuschalten. Auf der einen Seite genießen wir die Ruhe und Weitläufigkeit, sind aber andererseits nur eine knappe Stunde von Sydney entfernt. Für die Balance in unserem Leben ist das ideal.

Versuchen Sie, Sunday Rose etwas über die australische Kultur beizubringen?

Das muss ich gar nicht. Wir halten es wie viele unserer australischen Freunde und bringen unseren Kindern einfach eine gewisse Lebensart nahe. Und glauben Sie mir, wir haben verdammt viel positive Energie bei uns zu Hause.

Wie fühlt sich das Vatersein für Sie an?

Es ist unbeschreiblich. Schmerz und Glück liegen auf einmal so nah beieinander. Nic hat es mal als Stretching fürs Herz beschrieben. Als Sunday frisch geboren zum ersten Mal schrie und weinte, war mir auf einmal klar, was Nic damit meinte. Bevor ich Vater geworden bin, hatte ich nur eine vage Ahnung, was das Ganze für mich bedeuten würde, und ich hätte mir nie vorstellen können, dass es sich so gewaltig anfühlt.

Wenn es Ihnen so sehr gefällt, Vater zu sein - möchten Sie noch ein Kind bekommen?

Was für eine Frage - natürlich wäre das fantastisch! Obwohl wir uns schon mit Sunday unheimlich gesegnet fühlen. Gerade weil wir beide nicht wussten, ob wir überhaupt je das Glück haben würden, Kinder zu bekommen. Wir haben uns ja nicht mit Mitte 20 oder 30 kennengelernt und dachten irgendwann, Kinder seien anscheinend einfach nicht unsere Bestimmung. Und dann kam Sunday. Für uns war und ist das wie ein Wunder. Aber klar, wenn es mit einem zweiten Kind klappt, würde das Nic und mich sehr glücklich machen.

Dylan Howard
Mitarbeit: Annina Laurisch