Julia Roberts + Co.

Ein Trio über nackte Tatsachen

Pobacken und Politik: Philip Seymour Hoffman, Julia Roberts und Tom Hanks haben nach gemeinsamen Dreharbeiten viel zu erzählen

Tom Hanks und Julia Roberts

, 51, ist in Hochform. Erstaunlicherweise hat das Bad der Hotelsuite, in der wir uns befinden, eine Glastür. Als , 40, sagt, sie müsste mal, zieht er fröhlich seinen Sessel in Position, als wolle er eine bessere Sicht haben. Dann hält er , 40, einen Vortrag über das Vierzigwerden und wie es ist, sich von Lastern wie dem zu befreien.

Dabei haben sich die drei Oscar-Gewinner eigentlich versammelt, um über ihren neuen Film "Der Krieg des " zu sprechen. Beleuchtet wird die wahre Geschichte eines texanischen Playboys, der heimlich die Mudschahedin im Kampf gegen die Sowjets unterstützte.

In "Der Krieg des Charlie Wilson" spielt Tom Hanks den Titelhelden, einen amerikanischen Kongressabgeordneten und Julia Roberts

In "Der Krieg des Charlie Wilson" spielt Tom Hanks den Titelhelden, einen amerikanischen Kongressabgeordneten und Julia Roberts eine Millionärin aus Houston

Gala: Wahrscheinlich sind die wenigsten mit diesem Kapitel der Geschichte vertraut. Wussten Sie Bescheid?

Tom Hanks: Ich erinnere mich an die Invasion. Ich erinnere mich, wie Präsident Carter dramatisch im Fernsehen verkündete: Die ist in Afghanistan einmarschiert. Die Olympischen Spiele sollen abgesagt werden, und wir, die USA, würden 1980 in Moskau nicht teilnehmen. Mir war allerdings nicht klar, was Folge der verdeckten Operation war und was nicht.
Julia Roberts: Ich war erst 13. Ich habe das Ganze verpasst.
Philip Seymour Hoffman: Ich war auf der Highschool und habe von der Geheimoperation nichts mitbekommen.
Roberts: Sagte ich, ich war 13? Sorry, ich meinte drei.
Hanks: Ich weiß noch, dass ich dachte: Die Sowjetunion hat etwas sehr Dummes getan, aber es war Teil der typisch sowjetischen Aggressions-Maschinerie, die auf die gleiche Art 1956 Ungarn übernommen hatte und 1968 die Tschechoslowakei.
Roberts: Drei Monate. Sagte ich drei Jahre? Ich meinte Monate.

Gala: Tom, wollten Sie Charlie Wilson von Anfang an spielen?

Hanks: Ich sage Ihnen, wenn ein Film "Der Krieg des Charlie Wilson" heißt - wen will ich dann wohl spielen? Wäre der Titel "Wee Willy Winky", dann würde ich Wee Willy Winky spielen wollen. Ich kann nichts dafür, da bin ich egoistisch. Was? Phil wird ihn spielen?
Hoffman: Ich spiele Willy.
Hanks: Vom Produzenten-Standpunkt aus bin ich wohl geeignet für den Job. Aus Sicht des Schauspielers wollte ich diesen Part wirklich gern spielen.

Philip Seymour Hoffman gewann 2006 den Oscar in der Kategorie "bester Hauptdarsteller" für "Capote"

Darsteller Philip Seymour Hoffman gewann 2006 den Oscar in der Kategorie "bester Hauptdarsteller" für "Capote"

Gala: Der Film bringt die Zuschauer dazu, über Amerika nachzudenken und darüber, was die US-Politik angerichtet hat, besonders im Nahen Osten. Es gab in letzter Zeit einige Filme zu dem Thema, bisher war keiner ein Publikumshit. Werden sich die Leute Ihren ansehen?

Hoffman: Gott, das hoffe ich.
Hanks: Es geht nicht um den .

Gala: Keiner der Filme handelt wirklich vom Irak.

Hanks: Oh nein! Ich glaube, da liegen Sie falsch. Einige sind sogar eindeutig über den Irak, und ich weiß nicht, ob man einen Kriegsfilm über den Irak machen kann, bevor wir etwas Abstand zu den Ereignissen haben. Ich glaube nicht, dass man nach Marrakesch fliegen oder im Death Valley Typen in Operation-Wüstensturm-Outfits stecken und sie auf Komparsen schießen lassen kann, während Special-Effect-Hubschrauber durch die Gegend fliegen - so etwas kann man nicht vortäuschen. Und das wird dann auch nicht authentischer sein als das, was ich auf finde, wenn ich "Combat Footage From Iraq" eingebe. In "Der Krieg des Charlie Wilson" geht es um etwas, das 1980 geschah. Und ich behaupte mal, dass wir einigen Abstand dazu haben und heute besser durchblicken.

Tom Hanks und Julia Roberts bei der Verleihung des "American Cinematheque"-Awards

Tom Hanks und Julia Roberts bei der Verleihung des "American Cinematheque"-Awards

Gala: Außerdem bekommen wir Julia Roberts im Bikini zu sehen - und Toms nackten Hintern.

Roberts: Ich sage Ihnen, Toms Bäckchen sind das Eintrittsgeld wert.
Hanks: Es ist doch ganz einfach. Die Mädchen müssen immer nackt sein. Da ist es nicht fair, wenn ich mich nicht ausziehen muss.

Gala: Eine der Frauen hat Schuhe an.

Hanks: Das ist ein Gesetz im Kino. So wie jenes, wonach immer Sellerie aus der Tasche guckt, wenn jemand vom Einkaufen kommt. Und wenn eine Sexbombe in einen Whirlpool steigt, muss sie eben als Grundausstattung Stilettos tragen.

Gala: Julia, ich war mit einem Oscar-Lobbyisten mittagessen.

Hanks: Dass es so etwas wie einen Oscar-Lobbyisten überhaupt gibt!

Gala: Und er meinte, dies wäre Ihre erste Rolle, in der Sie als Matrone daherkamen.

Hanks: Julia ist entzückt, das zu hören!
Roberts: Offensichtlich hat der Mann meinen Arsch nicht gesehen (lacht).
Hanks: Wenn Sie dem Wort Matrone bitte das Adjektiv schlampig hinzufügen würden ...

Gala: Er meinte wohl, dass Sie diesmal nicht die Naive spielen, nicht die romantische Heldin.

Roberts: Stimmt. Aber meine unschuldigen Tage sind wohl lange vorüber, oder?
Hoffman: Nö, ich kaufe dir das immer noch ab (Gelächter).
Roberts: Wie auch immer Sie es nennen wollen, es war ein super Job für mich. Joanne war einfach fantastisch zu spielen, und die Haare, Titten und ihrer ganze Art - wenn das matronenhaft war, dann habe ich jede Sekunde davon geliebt. Ich lese nicht viele Skripts und die meisten nicht mal zu Ende. Es ist einfach Bullshit, so viele Papierstapel zu Hause zu haben. Ein großer Haufen dampfender Mist, der mich verrückt macht. Denn es ist Papier, und ich möchte China nicht noch mehr Papier liefern, damit es dann giftig recycelt wird. Eine absolute Folter für mich.

Gala: Tom, Ihr Sohn ist im Filmgeschäft. Und Ihre Nichte, Julia, ebenfalls. Geben Sie ihnen Ratschläge?

Hanks: Welchen Rat kann man geben? Mach' einfach gute Arbeit, okay? Das ist eigentlich alles. Oh, und sprich nicht zu viel mit der Presse. Mir hat man gesagt: Wenn du keinen guten Auftritt in der "Johnny Carson Show" hast, wirft das deine Karriere um Jahre zurück.
Roberts: Mich wollten Sie bei "Carson" nicht.
Hoffman: Was?
Roberts: Bei "Carson" musste man vorsprechen, und mich haben sie nicht genommen.
Hoffman: Das ist lächerlich.
Hanks: Aber die Wahrheit ist: Der Tag hat nur 24 Stunden. Und wenn du keine Arbeit leistest, die gut genug ist, die Leute von YouTube wegzuholen, vom Pay-TV, von allem, was gerade läuft, wenn deine Arbeit also nicht gut genug ist, dass sie denken: "Oh, da gibt es diesen Film, den ich sehen möchte" - dann bist du erledigt. Wir schlafen jede Nacht acht Stunden, da bleiben ungefähr vier Stunden für Entertainment. Du musst etwas machen, das interessant genug ist, dass jemand sagt: "Ich werde meine vier Stunden pro Tag damit verbringen, diesen Film zu gucken."
Roberts: Ich möchte eigentlich gar nicht mehr als die acht Stunden Schlaf pro Nacht. An wen muss ich mich da wenden?

Philip Seymour Hoffman spielt den CIA Agenten Gust Avrakotos

Philip Seymour Hoffman spielt den CIA Agenten Gust Avrakotos

Gala: Tom, drehen Sie "Da Vinci Code 2"?

Hanks: Au ja, lassen Sie uns den Film genau so nennen! (gemeint ist die Verfil­mung des Buchs "Illuminati"). Aber zuerst habe ich etwas anderes vor. Ich habe einen John-Adams-Film ergattert. (Hanks produziert für den Pay-TV-Sender HBO die Serie "" über den zweiten Präsidenten der USA).

Gala: Und Julia?

Roberts: Ich habe da ein kleines Projekt mit . ("Duplicity")
Hanks: Clive Owen - das ist der wichtigste Junge für dich, wie ich höre.
Hoffman: Das habe ich auch gehört. Na ja, wie auch immer...
Hanks: Sie hat uns alle fest im Griff. Sie ist eine Marionettenspielerin.
Roberts: Tony Gilroy ("Michael Clayton") schreibt das Drehbuch und wird auch Regie führen.
Hanks: Können wir mitmachen?
Roberts: Ich werde ein wenig herumtelefonieren, und schicke euch dann eine SMS.

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