Jens Lehmann
© Getty Images Jens Lehmann

Jens Lehmann "Heiratet so spät wie möglich"

Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann über Familienplanung und Kindererziehung

Er hatte immer schon seinen eigenen Kopf,

galt im Fußball als Querdenker, für manche sogar als Quertreiber. Auch nach Beendigung seiner Karriere vertritt der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann seine Meinung vehement - jetzt allerdings zu privaten Themen jenseits des Sports.

Ihre Autobiografie trägt den Titel "Der Wahnsinn liegt auf dem Platz". Eine Anspielung auf Ihren Spitznamen "Mad Jens"?

Ich habe in meiner langen Karriere sicher ab und zu großen Unterhaltungswert gehabt. "Mad Jens" kam von den englischen Fans während meiner Zeit bei Arsenal. Das war eine Art Respektsbezeugung aufgrund des Spielstils, den es vorher in England so nicht gab.

Klassische Rollenverteilung: Jens Lehmann, 40, und seine Frau Conny, 38, besuchen in München eine Kino-Premiere.
© WireImage.comJens Lehmann und seine Frau Conny besuchen in München eine Kino-Premiere.

Sie schreiben, Sie hätten früher keine Chance bei den Mädchen gehabt. Hat der Fußball das geändert?

Wie jeder Teenager war auch ich mal in das falsche Mädchen verliebt. Die hat sich dann einen Älteren genommen und, mein Gott, dann muss man sich eben anderweitig umsehen. Zum Glück bin ich heute verheiratet und habe somit doch noch eine gefunden, die mich genommen hat ...

"Ich bin froh, dass meine Frau sich ganz der Erziehung unserer Kinder widmet", heißt es in Ihrem Buch an anderer Stelle. Eine eher konservative Einstellung.

Es wird sicherlich Frauen geben, die das als altmodisch bewerten. Aber ich bin selbst so aufgewachsen. Ich bin dankbar, dass ich aus einem behüteten Elternhaus komme. Es gibt sicher auch andere Wege. Aber bei uns ist es eben so gelaufen, und ich finde es schön und richtig, dass meine Frau immer für die Kinder da ist. Ich bin ein sehr toleranter Typ. Aber in Sachen Erziehung stehe ich auf dem Standpunkt, dass Kinder feste Regeln brauchen.

Bayern Münchens Mittelfeldstar Franck Ribéry ist kürzlich mit einem Sex-Skandal in die Schlagzeilen geraten. Sind Spitzenfußballer heute großen Versuchungen ausgesetzt?

Ich glaube schon. Andererseits werden die Versuchungen wiederum eingeschränkt, wenn man in einer festen Beziehung lebt - und daher aufpassen muss, weil alles ganz schnell an die Öffentlichkeit kommen kann. Mein Rat an meine jüngeren Kollegen ist immer: Heiratet so spät, wie es geht! Dann gibt's weniger Skandale.

Da Sie Ihre Karriere inzwischen ebenso beendet haben wie Ihr ewiger Rivale Oliver Kahn - ist jetzt mal ein gemeinsames Feierabendbier geplant?

Er hat häufig über mich geredet und häufig negativ, insofern habe ich da im Moment keinen Bedarf. Andererseits bin ich nicht sehr nachtragend. Ich habe die Dinge im Fußball nie persönlich genommen.

tkp