Jenny Elvers
© Getty Images Jenny Elvers

Jenny Elvers "Ich bin immer noch enttäuscht"

Jenny Elvers lebt mit Sohn und Partner wieder in der Heide. In GALA erzählt sie, warum sie nach Deutschland zurückkehrte und wie sie durchstarten will

Sie entschuldigt sich und drückt die Zigarette zügig aus, als GALA sie zum Interview in ihrer neuen Heimat Salzhausen bei Lüneburg trifft. Seit zwei Jahren raucht Jenny Elvers. Suchtverlagerung, gibt sie zu. Dann plaudert die 43-Jährige los, gesund und vor allem munter spricht sie über Vergangenheitsbewältigung und zukünftige Überraschungen …

War Marbella doch nicht das Richtige – oder warum sind Sie und Ihr Partner Steffen von der Beeck zurück?

Wir hatten uns von Anfang an ein Jahr Zeit in Marbella gegeben. Es ging darum, bestimmte Dinge zu erledigen. Aber es ist für meine Arbeit praktischer, in Deutschland zu sein. Es macht einen Unterschied, ob die Produktionsfirma hört, du kommst aus Marbella angeflogen oder aus der Heide.

Was für Dinge haben Sie denn erledigt?

Wir haben 70 Prozesse geführt – gegen falsche Berichte über meine angeblichen Rückfälle, über mich als Mutter und über Prügelgeschichten. Wir haben mehr als 100 000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten gezahlt, aber das war es uns wert. Es war alles zu viel geworden. Der Auslöser war dann schließlich, dass ein Fotograf einen Peilsender unter meinem Auto befestigt hatte. In Marbella haben wir in einer geschützten Siedlung gewohnt, da kam nicht jeder rein, dort fühlte ich mich sicherer.

Und nun in Salzhausen?

Bis hier raus brauchen die Fotografen schon ein bisschen länger. Und ich glaube, dass da jetzt auch ein bisschen mehr Ruhe reingekommen ist.

Was machen Sie jetzt mit der Ruhe?

Ich arbeite zurzeit an meiner Biografie, die kommt wahrscheinlich im Frühjahr raus. Es geht um Geschichten aus der Medienwelt, ein bisschen Aufarbeitung der letzten Jahre und auch um die Blödsinnsgeschichten, die über mich erzählt wurden. Eine bunte Mischung. Dann bestücke ich weiter meinen Online-Shop "Maedchending" für Schmuck und Kleidung. Das sind vor allem handgearbeitete Sachen, die ich zum Teil auf meinen Reisen eingekauft habe.

Und der nächste Dreh?

Das wird im Frühjahr sein. Ein Kinoprojekt. Das wird wirklich eine tolle Überraschung. Mehr kann ich nicht verraten.

(GALA-Tipp: Ist es vielleicht die Fortsetzung von "Männerpension"?)

Hätte eine Großstadt nicht besser zu Ihrem Job gepasst als die Beschaulichkeit der niedersächsischen Heide?

Meine Eltern wohnen nur eine Viertelstunde von Salzhausen entfernt. Ich kann meinem 14-Jährigen Sohn keine Nanny mehr zur Seite stellen, er würde mich auslachen. Aber Oma und Opa sind super. Oder auch mein Bruder, der ist ein toller Onkel. Die springen ein, wenn ich unterwegs bin. Meist begleitet Steffen mich dann ja auch.

Was sagt Ihr Sohn zu dem Umzug?

Paul findet das gut. Wäre er nicht damit einverstanden, hätte ich das nicht gemacht. Es gibt hier ein gutes Gymnasium mit einer Spanischklasse. Schon zwei Tage nach seinem ersten Schultag dort hatte er einen Freund zum Übernachten bei uns. Er ist ein glückliches, offenes Kind.

Wie hat sein Vater Alex Jolig reagiert?

Nachdem er sich vorher öffentlich aufgeregt hat, dass wir weggezogen sind, wird er sich wohl gefreut haben.

Wie sieht denn der Kontakt aus?

Zehn Jahre lang hat der Vater gar keinen Kontakt gewollt. Jetzt ist Paul immer mal bei seinem Vater, so einmal im Monat. Das unterstütze ich auch. Ich bin aber immer noch enttäuscht, dass Alex Jolig damals gleich mit einem Anwalt das Sorgerecht einklagen wollte, statt erst mit mir zu reden. Fakt ist: Ich habe das alleinige Sorgerecht behalten, obwohl er gleich zweimal vor Gericht gezogen ist.

Führen Sie denn noch Therapiegespräche wegen Ihrer Sucht?

Ja. Denn Alkoholismus ist eine chronische Krankheit. Es wäre dumm zu glauben, man sei damit irgendwann einfach durch.

Hatten Sie noch einmal Angst um sich?

Nein.

Wie werden Sie mit möglichem Dorftratsch umgehen?

Das klappt schon, der ist sicher nicht so böse wie das, was über mich berichtet wurde.

Wenn Sie Ihr Leben so wie Ihren Schmuck fertigen lassen könnten, wie sähe es aus?

Bunt aber mit weniger Zackenmuster …