Jason Bateman + Kristen Bell

"Hör' auf zu fummeln!"

In "All Inclusive" spielen Kristen Bell und Jason Bateman ein Pärchen kurz vor der Trennung - auch im Gala.de-Interview kabbeln die beiden sich wie ein altes Ehepaar

Jason Bateman, Kristen Bell

In "All Inclusive" spielen Jason Bateman und Kristen Bell

ein Ehepaar, dass nur noch die gemeinsame Leidenschaft für Powerpoint-Präsentationen zusammenhält. Aber auch im Gala.de-Interview wirken die beiden Hollywood-Stars wie ein altes Ehepaar und spielen sich gegenseitig die Bälle zu.

In "All Inclusive" spielt ihr ein vermeintliches Vorzeige-Paar, dass in Wirklichkeit kurz vor der Scheidung steht. Glaubt ihr, dass die wahren Probleme eines Paares oft unter der Oberfläche liegen?

Jason:Oh auf diese Schlussfolgerung ist bisher noch keiner gekommen. Weißt du, Kristen und ich (fasst Kristen ans Knie) ...
Kristen:Hör auf zu fummeln!
Jason: ... Kristen und ich verstehen uns so gut, dass man das auch durch die Kamera spürt (Sie tippt sich an den Kopf). Nein im Ernst - natürlich ist das oft so.
Kristen: So sind Paare halt. Jeder hat doch schon mal seinen Partner angelächelt, wenn man in Wirklichkeit total angenervt war. Das ist doch nur menschlich.

Kristen, noch vor vier Jahren hast du in "Veronica Mars" einen Teenager gespielt, jetzt bist du in "All Inclusive" eine gestandene Ehefrau, die über Scheidung nachdenkt. Was war es für ein Gefühl, jetzt so eine ...

Jason: ... alte Hexe?

Nein, ich meinte eher eine erwachsene Rolle!


Jason: Naja sie hat die olle Schrulle doch überzeugend gespielt!
Kristen:(lacht) Es fühlte sich einfach richtig an - ich bin eh schon lange innerlich tot.
Jason: Und unfruchtbar!
Kristen: Und unfruchtbar. Nein, Spaß beiseite: Ich habe das Glück oder auch das Pech, sehr jung auszusehen. Ich habe es geliebt, Veronica Mars zu spielen, aber am Ende der Serie war ich schon 25 und es hat angefangen zu nerven, dass ich immer so tun musste, als wären die letzten 10 Jahre meines Lebens nie passiert. Ich weiß ja, dass ich jung aussehe, speziell neben Jason. Ich war...(Jason beginnt zu schnarchen) Jason wach auf, wir reden noch! Ich war wirklich froh dass ich dieses Mal die Chance hatte, eine Rolle zu spielen, die meinem Alter entspricht - wahrscheinlich bin ich die einzige Frau in Hollywood, die krampfhaft versucht, älter zu werden.

Paartherapie im Film: Cynthia (Kristen Bell) und Jason (Jason Bateman) zusammen beim Psycho-Doc.

Paartherapie im Film: Cynthia (Kristen Bell) und Jason (Jason Bateman) zusammen beim Psycho-Doc.

Jason, du hast ja schon in einigen Filmen wie zum Beispiel "State of Play" dein komödiantisches Talent bewiesen. Ist es für dich schwierig, vor der Kamera komisch zu sein?


Jason:Das was ich mache, ist nicht besonders aufwendig, vielleicht sollte ich einfach etwas härter arbeiten.
Kristen:Auf jeden Fall!
Jason:Hat sie das gerade wirklich gesagt? Naja, jedenfalls ist es schön, wenn die Drehbuchautoren die Arbeit für dich machen. In "All Inclusive" war das ein bisschen anders, da haben wir viel improvisiert. Trotzdem denke ich, dass Schauspielerei wirklich nicht so schwierig ist. Man sollte ja generell nicht so viel Spielen, das will das Publikum auch gar nicht sehen. Schauspielern beim Spielen zu zuschauen kann ja sehr nervtötend sein, speziell wenn man mir beim Schauspielen zuschaut, oder?
Kristen:Ich wusste doch, dass irgendwann das wirklich Wichtige kommt.
Jason:Das kommt bei mir immer erst am Ende, du musst nur bis dahin gegen deine Müdigkeit ankämpfen.

Apropos Paarprobleme: Hast du vielleicht auch ein paar Beziehungs- Tipps auf Lager, Kristen?

"Wahrscheinlich bin ich die einzige Frau in Hollywood, die krampfhaft versucht älter zu werden."

"Wahrscheinlich bin ich die einzige Frau in Hollywood, die krampfhaft versucht älter zu werden."

Kristen: Ich persönlich glaube an Kommunikation. Man sollte immer über alles reden, auch wenn es wehtut. Mir selber hat Psychotherapie immer sehr geholfen, ich habe schon eine Paartherapie gemacht und auch Einzelstunden. Mir ist das auch überhaupt nicht peinlich, das Ziel ist schließlich eine bessere und kommunikativere Person zu werden. Therapie hilft einfach, besser mit den ganzen Ar***löchern da draussen umzugehen.
Jason:Schaut sie mich gerade an?
Kristen:(lachend) Man darf auch nie vergessen, dass all diese Streitigkeiten auch ihre lustige Seite haben. Über jeden Streit den ich je hatte, kann ich jetzt lachen.

Jason, du hast vor deiner Kinokarriere sehr viel TV gemacht, wie zum Beispiel deine Serie "Arrested Development". Macht Fernsehen genausoviel Spaß wie Kinofilme?


Jason:TV ist schneller, weil man an einem Tag viel mehr Szenen drehen muss. Speziell bei Actionfilmen wie "Hancock" dauert es manchmal einen Monat, eine einzige Drehbuchseite zu drehen. Aber diese Vielfalt gehört zum Schauspielern einfach dazu.

Deine Karriere hat ja auch im TV begonnen, Kristen - und du hast Rollen in Kultserien wie "Veronica Mars", "Heroes" und "Gossip Girl" gespielt. Die Fans dieser Serien können ja teilweise ziemlich extrem sein: Wie gehst du mit Hardcore-Fans um?


"Vielleicht sollte ich etwas härter arbeiten."

"Vielleicht sollte ich etwas härter arbeiten."

Kristen: Ich werde oft gefragt, warum ich mir so viele Serien ausgesucht habe, aber eigentlich habe ich immer nur nach guten Drehbüchern gesucht und "Heroes" zum Beispiel hatte einfach ein gutes Skript. Es ist schon manchmal seltsam, wenn man einen Fan trifft und der nicht nur sagt "Oh ich finde dich toll" sondern "Mit dem Charakter Veronica Mars kann ich mich wirklich identifizieren". Manchmal weinen die Leute dann auch, und das ist echt bewegend. Ich bin dankbar dafür, so eine große Rolle im Leben dieser Fans spielen zu dürfen.

Jason, eine letzte Frage: Du hast ja als Kinderstar angefangen. Kannst du dir heute noch deine alten Filme angucken?


Jason: Oh, das tut mir manchmal wirklich weh.
Kristen: Und mir erst!
Jason: Es kann witzig sein, aber meistens ist es einfach nur schrecklich.
Kristen: Wir sind uns wohl alle einig, dass Jasons Karrierehöhepunkt "Teenwolf 2" (B-Horrorfilm von 1987) war, danach ging es nur noch bergab.
Jason: Stimmt.


Und so sind sich Kristen Bell und Jason Bateman am Ende des Interviews endlich mal einig.

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