Isla Fisher

Sie kann auch anders

Lange kannte man Isla Fisher nur als Freundin des Komikers Sacha Baron Cohen alias "Borat" - inzwischen ist sie aus seinem Schatten getreten

Lachanfälle

sind bei ihr zu Hause an der Tagesordnung. Und das liegt nicht allein daran, dass Isla Fisher seit 2004 mit dem britischen Brachial-Komiker Sacha Baron Cohen alias "Borat" verlobt ist. Die 32-Jährige ist nämlich selbst eine richtige Ulknudel. Und dem berühmten Mann an ihrer Seite ebenbürtig, wie sie in ihrer aktuellen Komödie "Blind Wedding" (Kinostart: 1. Mai) erneut Charmant unter Beweis stellt. Die bezaubernde (echte) Rothaarige mit dem klangvollen Namen wurde als Tochter schottischer Eltern im Oman geboren und wuchs in Australien auf. Mit neun Jahren stand Wirbelwind Isla - sprich: Eilah - für ihren ersten Werbespot vor der Kamera und wäre vor Nervosität fast in Ohmacht gefallen. Inzwischen ist sie längst ein Vollprofi. Zum Publikumsliebling wurde Isla 2005, als sie in "Die Hochzeits-Crasher" als entfesselte Brautjungfer Vince Vaughn zu Leibe rückte. Seit sechs Monaten gibt es übrigens eine weitere Komikerin in der Familie: Töchterchen Olive kann schon die herrlichsten Grimassen schneiden. Wie Mama Isla Kind und Karriere miteinander vereinbart, ohne dabei ihren Humor zu verlieren, erzählte sie im GALA-Interview in Los Angeles.

"Blind Wedding", der jetzt in Deutschland anläuft, kam in den USA gar nicht erst in die Kinos. Kratzt das an Ihrem Ego?

Ich weiß nur, dass wir bei den Dreharbeiten irre viel Spaß hatten. Als Schauspieler hat man ja leider keinen Einfluss darauf, was das Studio später mit dem fertigen Film macht. Ich bin jedenfalls für meinen Teil des Jobs bezahlt worden, also war für mich auch alles in Ordnung.

Sie spielen in "Blind Wedding" eine heiratswillige Kellnerin. Haben Sie auch im wirklichen Leben schon mal Leute bedient?

Allerdings. Ich kenne kaum einen Schauspieler, der sich nicht mit Aushilfsjobs über Wasser halten musste. Unsere Kunst ist eine brotlose, wenn man keine Arbeit bekommt, aber Miete zu zahlen hat. Da darf man nicht zu wählerisch sein.

Waren Sie denn eine gute Bedienung?

Ich möchte mich ja nicht selbst loben - aber das will ich meinen. Ich war immer freundlich und habe gute Trinkgelder bekommen. (lacht)

Gehen Sie auch sonst so spontan auf Menschen zu und verlieben Sie sich leicht?

Ich lebe ja immerhin in einer glücklichen Beziehung. Nein, ich würde wohl etwas überlegter handeln als meine Filmfigur. Man sollte außerdem nie die Katze im Sack kaufen.

Mit "Die Hochzeits-Crasher" und zuletzt "Vielleicht, vielleicht auch nicht" haben Sie sich einen festen Platz in Hollywood erspielt. Wie hat Ihre Karriere angefangen?

Ich bin als Stand-up-Comedian in winzigen Clubs ausgetreten. Das ist ein sehr harter Job. Aber nach und nach kamen die ersten kleinen Filmangebote.

Nicht nur Ihre Filme, auch Ihre Beziehung zu Sacha Baron Cohen hat Sie quasi selbst zu einer Berühmtheit gemacht. Wie wichtig ist Ihnen der VIP-Faktor?

Sehr! Ich lasse mich gern nach Strich und Faden verwöhnen... Kleiner Scherz. Stimmt, es ist wirklich erstaunlich, wie sehr sich alles verändert hat: Als Sachas "Borat"-Film herauskam, konnten wir das Haus kaum noch ungestört verlassen. Aber mittlerweile haben wir uns an den Rummel gewöhnt und können viel lockerer damit umgehen.

Trotzdem leben Sie eher zurückgezogen. Warum?

Gegenfrage: Warum nicht? Nur weil ich mein Gesicht auf der Leinwand zeige, muss das doch nicht automatisch heißen, dass ich mein Privatleben mit aller Welt teilen will.

Tochter Olive kommt einfach mit, wenn Isla Fisher in New York unterwegs ist

Tochter Olive kommt einfach mit, wenn Isla Fisher in New York unterwegs ist

Sie sind mit vier Brüdern aufgewachsen. Sicher haben Sie da früh gelernt, sich abzugrenzen.

Als einziges Mädchen unter so vielen Jungs darf man sich nichts gefallen lassen, sonst wird man nicht ernst genommen. Leider führt das auch zu einem ziemlich rüden Umgangston. (lacht)

Und wie steht es mit Ihrem Durchsetzungsvermögen in Hollywood? Gibt es überhaupt genug komische Rollen für Frauen?

Eine sehr interessante Frage. In der Welt des Entertainments sind ja fast alle Komiker Männer. Ich bin ständig auf der Suche nach lustigen Rollen für Frauen.

Momentan haben Sie jedoch alle Hände voll mit Ihrer kleinen Tochter Olive zu tun. Wie schaffen Sie es, die Jobs Mutter und Schauspielerin unter einen Hut zu bekommen?

Das ist immer wieder ein Spagat. Als Mutter möchte ich natürlich in erster Linie für mein Kind da sein. Da fällt es mir manchmal wirklich nicht leicht, morgens aus dem Haus zu gehen. Aber meine Arbeit macht mir ebenfalls riesigen Spaß, deshalb habe ich bisweilen die Qual der Wahl. Ich muss da wohl noch die richtige Balance finden.

Und was tun Sie, wenn Ihr Baby schläft und Sie gerade nicht vor der Kamera stehen?

Dann koche ich, das liebe ich über alles! Ich habe gerade ein Buch mit Rezepten aus meiner alten Heimat Australien geschenkt bekommen. Das wird jetzt gnadenlos alles bei uns durchprobiert.

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