Hugh Laurie
© Getty Hugh Laurie

Hugh Laurie "Von Luft und Liebe kann niemand leben"

Als Dr. Gregory House spielte sich Hugh Laurie in die erste Liga der TV-Stars Hollywoods. Das hat auch Nachteile, verrät er GALA

Mit der Serie "Dr. House” wurde Hugh Laurie nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland berühmt. Fünf Millionen Zuschauer erreicht der Brite mit jeder Folge. Am 4. September startet auf RTL die zweite Staffel mit dem kauzigen Doc. Ganz im Gegensatz zu seiner TV-Rolle ist Hugh Laurie ausgesprochen fröhlich, seine Antworten begleitet meist ein herzliches Lachen.

GALA: Haben Sie, ein gebürtiger Brite, jemals damit gerechnet, als amerikanischer Arzt so berühmt zu werden?

Nein, wirklich nicht. Zumal ich immer Angst hatte, dass das Publikum mich als Briten outet. Aber bisher ging es ganz gut. Die Show macht riesigen Spaß. Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu.

GALA: Ihr Charakter ist nicht gerade der netteste Doc. Er ist barsch, manchmal zu ehrlich und hat schlechte Bettmanieren. Würden Sie einen solchen Doktor aufsuchen?

Wenn mein Leben davon abhinge, würde ich lieber den guten als den netten Doktor aufsuchen. Ideal wäre es natürlich, wenn der Arzt nett und gut wäre. Aber was ist schon ideal heutzutage?

GALA: Dr. House ist das Antiserum für Eltern, die ihren Kindern sagen, sie sollen später mal einen Arzt heiraten, oder?

Ja, das sehe ich auch so. Ich jedenfalls werde meinen Kindern abraten, einen Arzt zu ehelichen (Laurie hat drei Kinder, d. Red.). Ich glaube, dass wir jetzt eher den Trend zur Anwaltehe sehen werden.

Ein Typ, der das Leben nicht so ernst nehmen will: Hugh Laurie
© GettyEin Typ, der das Leben nicht so ernst nehmen will: Hugh Laurie

GALA: Wird man als Schauspieler paranoid, wenn man einen Arzt spielt? Immerhin müssen Sie sich jeden Tag auf dem Set mit Krankheiten auseinandersetzen.

Nein, eher im Gegenteil. Mir macht es heute weniger aus, wenn ich von Krankheiten erfahre. Die Sache ist doch die: Du gehst ins Krankenhaus, wirst hoffentlich geheilt, gehst runter auf die Straße - und ein Bus kann dich überfahren. Wenn man sich den ganzen Tag darüber Gedanken macht, dann darf man das Haus niemals verlassen.

GALA: In England gelten Sie als echter Komiker. Als Dr. House zeigen Sie Ihre ernste und zum Teil tragische Seite. Vermissen Sie den Humor ein bisschen?

Nein, nicht wirklich. Ich finde, dass House sehr wohl komische Elemente hat. Ich bin im Grunde genommen ein sehr oberflächlicher Mensch, der sowohl beruflich wie auch privat immer gerne und viel lacht. Ich will das Leben nicht so ernst nehmen.

GALA: Als Vater von drei Kindern müssen Sie das aber, oder?

Oh ja, da ist was dran. Aber man darf in einem solchen Familienchaos auch die Leichtigkeit nicht vergessen. Es ist ja im Moment ohnehin nicht ganz so leicht für meine Familie.

GALA: Warum denn das?

Nun, wir leben in England. Ich pendle zwischen Los Angeles und London. Meine Familie vermisse ich natürlich immens. Aber die Arbeit hat mich im Moment halt nach Kalifornien verschlagen.

GALA: Ist das nicht schwer als Vater von drei Kids, die allesamt gerade ins Teenageralter kommen?

Ja, sehr schwer und im Moment ein wunder Punkt in meinem Leben. Wir telefonieren aber jeden Tag, und ich habe eine kleine Kamera auf meinem Computer angebracht, so sehen wir uns, wenn wir miteinander reden.

GALA: Was sagen Sie denn Ihren Kindern ?

Esst den Brokkoli, den Mama gekocht hat, geht rechtzeitig ins Bett. Das, was andere Eltern ihren Kindern auch so erzählen.

GALA: Denken Sie darüber nach, mit der Familie ganz nach Los Angeles zu ziehen?

Nicht wirklich. Ich bin immer nur hier, wenn ich einen Job habe. Los Angeles kann ziemlich anstrengend sein, wenn du einfach nur dein Glück versuchen willst, ohne feste Anstellung. Von Luft und Liebe allein kann auch in der Sonne niemand überleben.

GALA: Viele wissen gar nicht, dass Ihr Vater einst eine Goldmedaille im Rudern gewonnen hat. Und Sie wären fast in seine Fußstapfen gestiegen, stimmt das?

Ja, das stimmt. Ich ruderte für Cambridge. Und heute kann ich wohl mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich damals nur zur Uni gegangen bin, weil ich acht Stunden am Tag auf dem Wasser verbringen konnte. Akademische Ziele waren sekundär.

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