Harrison Ford
© WireImage.com Harrison Ford

Harrsion Ford "Ich bin ein Typ, kein Schönling"

Harrison Ford über Action im reifen Alter, sein Spiegelbild und späte Vaterfreude

Schon bei der Begrüßung

verwandelt sich die Bel Etage des Berliner Hotels "Ritz Carlton", denn Harrison Ford verbreitet allein durch seine Anwesenheit die Aura von Spannung und Abenteuer. Plötzlich scheint man mit Han Solo im Cockpit des "Star Wars"-Raumschiffs zu sitzen, und wenn Ford den Mund zum verwegenen "Indiana Jones"-Lächeln verzieht, ist klar, dass man sich gleich durch den Dschungel kämpfen wird. In seinem neuen Thrillerdrama "Ausnahmesituation", das zurzeit im Kino läuft, spielt der Hollywood-Star wieder mal einen Menschenretter, wenn auch stiller als früher. Im GALA-Interview dreht er dafür richtig auf und plaudert über die Vorzüge der späten Vaterschaft, über seine Macken - und die Stärken seiner Verlobten Calista Flockhart.

Als Actionheld wurden Sie berühmt, in "Ausnahmesituation" spielen Sie nun einen Helden im Arztkittel. Fühlen Sie sich zu alt für Action?

Über das Alter denke ich gar nicht nach. Ich finde es einfach spannend, das Leben mit der Erfahrung vieler Jahre zu betrachten. Und was meine Filme angeht: Wenn es gewünscht wird, springe ich auch wieder durch brennende Reifen.

Es heißt, Sie wollen demnächst den fünften Teil von "Indiana Jones" in Angriff nehmen…

Also, noch haben wir kein Drehbuch! Aber George Lucas arbeitet an einer Idee. Und sobald er sich zu Hause in San Francisco etwas Vernünftiges ausgedacht hat, werden George, Steven Spielberg und ich uns treffen und über das Projekt reden. An mir soll es nicht liegen.

Also verlassen Sie sich doch wieder auf die bewährte Rolle?

Na ja, ich habe immer schon den Erfolg meiner großen Rollen genutzt, um kleinere Filme machen und untypische Parts spielen zu können. Es war der Erfolg von "Star Wars", der es mir erlaubte, "Der einzige Zeuge" zu drehen. Jede neue Rolle bietet mir die Gelegenheit, mich neu zu erfinden.

Ruhestand steht derzeit nicht zur Debatte?

Ruhestand? Was ist das? Ich glaube, das hat etwas mit Golfspielen zu tun, oder? Und da ich weder Golf spiele noch gerne herumsitze, werde ich weiter Filme drehen. Es macht mir immer noch Spaß.

Spaß bereitet Ihnen seit Jahrzehnten auch die Tischlerei. Was haben Sie denn in jüngster Zeit so alles gebaut?

Eigentlich kaum noch etwas. Ich roste langsam ein wenig ein, so wie meine Werkzeuge. Die Tischlerei ist mir heute nicht mehr so wichtig wie früher. Ich verbringe lieber Zeit mit meinen Kindern, bleibe einfach zu Hause. Da kann ich mich wunderbar entspannen. Oder ich fliege meine eigene Maschine. Fliegen ist wie Meditation. Es bietet einem die Gelegenheit, sich frei zu fühlen, mal nicht über alles Mögliche nachzudenken, sondern einfach nur zu sein.

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