Germany's Next Topmodel "Heidi ist ein Naturwunder"

Und was läuft hinter den Kulissen? Rolf Scheider und Peyman Amin sprechen im Interview über Humor, Stress und die Power ihrer Chefin

Ein wichtiger Aspekt für eine gelungene Show? Ein guter Sidekick. Heidi Klum hat gleich zwei: Casting-Director Rolf Scheider und Model-Booker Peyman Amin, die mit ihr zusammen seit der dritten Staffel die "Germany's Next Topmodel"-Jury bilden. Peyman gibt den Bösewicht, Rolf den leicht verwirrten Kumpel, Heidi die Mutter der Kompanie. Das klappt so gut, dass Heidi Klum die beiden unbedingt auch für die vierte Staffel dabeihaben wollte.

Mal ehrlich - hat Heidi Klum als Kopf der Show in der Jury das letzte Wort?

ROLF SCHEIDER: Nein, denn es gibt immer wieder Bereiche, da weiß einer von uns einfach besser Bescheid als die anderen. Da schließt man sich schon mal dem Urteil der anderen an. Ich arbeite als Casting-Director, Peyman als Model-Booker, aber Heidi kennt die verschiedenen Aspekte des Modeljobs natürlich besser als wir. Doch wir versuchen wirklich, alles gemeinsam zu entscheiden und mit einer Stimme zu sprechen.
PEYMAN AMIN: Das Gute ist, dass wir alle drei mit unserem Humor auf einer Wellenlänge liegen. Das passt, auch wenn ich in der Öffentlichkeit oft als böser Onkel rüberkomme.
SCHEIDER: Jeder von uns hat mittlerweile seine Position in der Jury gefunden. Es ist aber nicht so, dass man auf Teufel komm raus seine Rolle spielen muss. Da ich schon seit Jahren in Frankreich lebe, ist mir ein bisschen was vom deutschen Wortschatz verloren gegangen, und ich bin nicht so spontan wie Peyman.

Rolf Scheider mit Heidi Klum während einer GNTM-Aufzeichnung in Las Vegas
© Getty ImagesRolf Scheider mit Heidi Klum während einer "GNTM"-Aufzeichnung in Las Vegas

Geht die Jury nach getaner Arbeit am Abend noch mal gemeinsam einen Absacker trinken?

AMIN: Mit Heidi an der Bar? Nee.
SCHEIDER: Wir sind wie drei gute Freunde, die für ein paar Monate eine Reise zusammen machen. Aber wir kleben nicht aneinander. Außerdem: Wenn du dir abends die Hucke vollhaust, bist du am nächsten Tag erledigt. Ich brauche meinen Schlaf. Abends lese ich ein Buch und gehe um 22 Uhr ins Bett.

Die 30 Kandidatinnen, die wir hier in GALA zeigen, haben Heidi Klum und Sie aus über 2000 Bewerberinnen ausgesucht. Was brauchen Sie, um so ein stressiges Casting durchzustehen?

SCHEIDER: Wasser und viel Cola light.
AMIN: Vor einigen Monaten habe ich mit Joggen angefangen. Jeden Morgen laufe ich zehn Kilometer, irgendein Park oder eine gute Ecke findet sich in jeder Stadt. Die ersten 15 Minuten muss man ganz schön die Zähne zusammenbeißen, aber dann geht's. Damit baue ich den ganzen Stress ab.

Und was ist das Geheimrezept von Heidi Klum?

SCHEIDER: Heidi ist einfach ein Naturwunder. Die hat da eigentlich keine besonderen Kniffe. Kein Yoga, keine Massage oder so. Peyman und ich sind auch immer wieder erstaunt.

Für die meisten Bewerberinnen bei "Germany's Next Topmodel" ist Heidi Klum ein großes Vorbild. Was beeindruckt Sie am meisten an ihr?

SCHEIDER: Ich sage immer, es gibt nichts Normaleres als Heidi, außer dass sie Topmodel ist. Sie ist total bodenständig und nicht so ein Bussi-Bussi-Typ, der dir auf die Pelle rückt. Als sie mich am letzten Drehtag der dritten Staffel in den Arm nahm und sagte, Rolf, versprich mir, dass du nächstes Jahr wieder dabei bist, hat mich das richtig umgehauen.
AMIN: Heidi hat einen Riesensinn für Humor. Das mag ich. Viele fragen sich, wie schafft sie nur dieses Hammerprogramm aus Familie und Karriere? Sie kann sich halt perfekt auf eine Sache konzentrieren, und sie hat ein starkes Umfeld: ihre Kinder, ihren Vater, ihre Mutter, Seal. Der ist auch ein wunderbarer Dad. Wenn er es einrichten kann, springt er schon mal als Babysitter ein.

Wer ist Ihre Favoritin der vierten Staffel?

SCHEIDER: Wir werden da jetzt keine Tipps abgeben. Bei den meisten weißt du zwar schon nach fünf Sekunden, ob's Sinn macht, aber wir müssen schließlich prüfen, was man aus jedem Mädchen machen kann. Das sieht im Fernsehen so einfach aus, ist es aber nicht.
AMIN: Sicher hat man schon anfangs Favoritinnen. Ich lasse mich aber nicht mehr von den ersten Eindrücken blenden. Es war zu oft so, dass meine dann mittendrin ausgeschieden sind.