Gerard Butler

"Ich verdiene nur Schmerz, Leiden und Verlust"

Gerard Butler der Strahlemann? Von wegen, im Gala.de-Interview spricht Prinz Charming darüber, warum er so oft den Leinwandtod stirbt und wie es ist, fast 40 zu sein

Gerard Butler

Gerard Butler ist nach wie vor der heißeste Export

, den Schottland uns bisher beschert hat. Er hat ja auch Einiges zu bieten, spielt Action- und Liebeshelden genau so gut wie historische Schwergewichte. Und beweist im sympathische Bodenständigkeit und viel Sinn für Humor.

Warum haben deine Filme eigentlich so oft kein Happy End?

Wahrscheinlich, weil ich für mich nur eine ganz düstere Zukunft sehe? Weil ich kein Happy End verdiene? Ich verdiene nur , Leiden und Verlust und ich denke, ich bin einfach ein großer fetter Loser. Nee, eigentlich weiß ich das nicht. Einige Filme haben ja sogar ein Happy End, nur nicht für meinen Charakter. Bei den meisten Filmen mache ich es ja nicht mal bis zum Ende, ich sterbe irgendwann in der Mitte, in "P.S. I Love you" überlebe ich nicht mal den Vorspann. Die konnten es gar nicht erwarten, mich loszuwerden.

Star-Geburtstage

Fantastische Vierzig

Christy Turlington: 2. Januar 1969.
Jennifer Aniston: 11. Februar 1969
Javier Bardem: 1. März 1969.
Renée Zellweger: 25. April 1969.

18

Dafür finden dich alle toll. Wie fühlt sich das an, ein Sexsymbol zu sein?

Verdammt gut.

Ja, manche Männer haben einfach, ich weiß nicht, sie versprechen irgendwie ...

Ärger?

Nein, bei dir ist es irgendwie ...

Sexysein, Männlichkeit? Mensch, ich muss hier die Wörter aussprechen weil's kein anderer will, oder was? Na, super.

Gerard Butler traf sich mit Gala.de-Redakteurin Carla Quick in Berlin.

Gerard Butler traf sich mit Gala.de-Redakteurin Carla Quick in Berlin.

Apropos super, in ein paar Tagen wirst du 40, darf ich das ansprechen?

Nun hast du es ja getan.

Und, freust du dich darauf?

Es ist wie es ist. Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben. Wäre ich gerne wieder 21? Manchmal. Aber meistens bin ich glücklich darüber, wo ich jetzt bin. Ich kenne mich, weiß, was abgeht und habe viele Dinge geregelt. Es gibt viele Vorzüge daran, 21 zu sein, aber ich war damals auch voller Angst.

Man sagt ja auch, das Leben beginnt mit 40, obwohl dir das auch nur Leute sagen, die schon 40 sind.

Das ist cool, das bedeutet, dass ich in zwei Wochen erst geboren werde.

Bist du eigentlich schon mal richtig ausgerastet?

Ach, ich habe so einen Typen in Scheiben geschnitten. Er hatte meine Schwester beleidigt. Nein! Letztes Jahr habe ich einen Paparazzo beschimpft, der mir hinterher gejagt ist und dabei Leben riskiert hat. Er ist über rote Ampeln gefahren und so was. Und ich bin ausgestiegen und, tja, hab' ihm ein paar Takte erzählt.

Das war der, der nach den paar Takten eine blutige Lippe hatte, oder?

Ähm ja. Aber ich habe Narben auf meinem Fingerknöchel, guck.

Bist du denn eigentlich ein ruhiger Typ?

Eigentlich total. Also, ich bin leidenschaftlich und begeisterungsfähig, aber eigentlich verliere ich nicht die Beherrschung. Das war das erste Mal seit Jahren und es war wirklich seltsam. Da fuhr jemand Kilometer für Kilometer drei Meter hinter mir und ich konnte ihn nicht loswerden. Das war echt ein klaustrophobisches Gefühl.

Die Schattenseiten des Ruhms. Aber was genau liebst du denn an deinem Beruf?

Ich weiß noch, wie das war, als ich aufgewachsen bin: diese Erfahrung einen tollen Film zu sehen, berührt zu werden, zu lachen, zu weinen, und Leben mitzubekommen, die man gerne hätte oder gerade nicht. Mit 15 träumte ich mal, in einer anderen Welt zu leben – ich hatte so einen Film gesehen – und als ich aufgewacht bin, ließ mich dieses Gefühl nicht mehr los [Anm. der Redaktion: Bei dem Film handelte es sich laut um den Film "Krull", eine "billige Herr-der-Ringe-Version"]. Ich wollte ein Schauspieler sein und in verschiedenen Welten leben. Das war für mich wirklich wichtig, ich hab' mich gefühlt, als würde ich verbrennen und ich habe geheult. Ich wusste zwar nicht wie, aber ich wusste, dass ich es tun musste.

Die Freude für mich ist, ein Skript zu lesen und ganz aufgeregt zu werden, weil ich weiß: "Ich kann das machen." Und ich darf das machen, es ist ein Angebot. So war das ja früher nicht, da war für mich nur eine winzige Rolle vorgesehen. Jetzt ist es etwas, was mich herausfordert, aufregend ist und ich denke: ich werde es nicht nur sehen, sondern die Person sein, die das erlebt. Ich habe die Möglichkeit, Menschen das fühlen zu lassen, was ich fühlen möchte, wenn ich einen Film sehe.

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