Frederik + Mary

Faul und oberflächlich?

Thronfolger in der Krise – die dänische Königshaus-Expertin Trine Villemann lässt an Mary und Frederik kein gutes Haar

Kronprinz Frederik und Prinzessin Mary

Kronprinz Frederik und Prinzessin Mary

Um Thronfolger zu werden,

muss man zur richtigen Zeit von den richtigen Leuten gezeugt werden. Reicht das aber als Qualifikation aus, um eines Tages das höchste Amt im Land zu bekleiden? Die dänische Autorin Trine Villemann sieht die jungen europäischen Royals in der Krise – allen voran Frederik und Mary von Dänemark. Ähnlich wie in ihrem Skandalbuch "1015 København K" vor zwei Jahren wirft sie ihnen vor, ihre Popularität zu verspielen. Im Gala-Interview erklärt Villemann, was Thronfolger tun müssen, um nicht in Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Was machen Frederik und Mary Ihrer Meinung nach falsch?
Frederik will lieber segeln und Mary lieber shoppen. Frederik hat einfach keine Lust auf den Job als Thronfolger und kann sich in der Öffentlichkeit immer noch nicht gewandt ausdrücken. Als Vorbilder sind sie wahnsinnig schlecht.

Inwiefern?
Sie behaupten öffentlich, sie wollten gern Vorbilder sein. Derweil beschäftigen sie einen Stab von Mitarbeitern und mehrere Kindermädchen, schaffen es aber trotzdem nicht, eine normale 37-Stunden-Woche lang zu arbeiten. Frederiks Bruder Joachim ist schlichtweg besser als Monarch geeignet, weil er sich in der Rolle des Prinzen wohler fühlt und weil er viele Eigenschaften besitzt, die für ein Staatsoberhaupt notwendig sind: Er ist fleißig, selbstlos und pflichtbewusst.

Wie ist das in den anderen Monarchien?
In den meisten europäischen Königs-häusern gibt es das gleiche Problem: Die jungen Royals wissen heutzutage gar nicht mehr, wie sie mit gutem Beispiel vorangehen können, das Volk einen, führen und inspirieren.

Woran liegt das?
Es ist, als ob die jüngere Generation in den europäischen Königshäusern so sehr damit beschäftigt ist zu versuchen, modern zu sein, dass sie dabei vergisst, königlich zu sein. Die ältere Generation hatte ein viel besseres Verständnis dafür, dass die Pflicht vor dem Vergnügen kommt. Sie versteht ihre Position noch als Lebensaufgabe.

Prinzessin Mary + Prinz Frederik

Zwischen Dänemark und Down Under

28. August 2017  Prinz Nikolai, der älteste Sohn von Prinz Joachim, feiert seinen 18. Geburtstag im Kreise seiner Patchwork-Familie.
Seine Volljährigkeit möchte an erster Stelle natürlich seine Mutter, Gräfin Alexandra, mit ihm zelebrieren. Aber auch sein Bruder Prinz Felix ist mit von der Partie.
Doch was wäre schon eine Patchwork-Familie, wenn nicht auch die Stiefgeschwister beim Feiern dabei sind?! Besonders niedliche Glückwünsche überreicht die kleine Prinzessin Josephine, die sich gar nicht mehr von ihrem großen Stiefbruder trennen möchte.
Das muss Athena aber auch gar nicht. Denn als es auf die königliche Yacht geht, die am Kai bei Amaliehaven liegt, nimmt ihr Bruder sie bei der Hand. Das nennen wir mal Fürsorge und Geschwisterliebe!

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Gibt es eine löbliche Ausnahme?
Haakon und vielleicht. Ich weiß, sie sind nicht so glamourös wie Mary und Frederik. ist eher ein bodenständiger Typ, und Haakon trägt diesen altmodischen Bart. Aber die beiden verstehen es, ohne Doppelmoral zu agieren. Mette-Marit nimmt zwar weniger offizielle Aufgaben wahr als Mary, doch das, was sie tut, macht sie mit Leib und Seele. Haakon und Mette-Marit fragen sich: "Wozu kann ich meinen fantastischen Status nutzen?" Sie sind neugierig auf die Gesellschaft. Mary und Frederik spielen uns hingegen nur etwas vor.

Trotzdem sind die beiden in Dänemark beliebt.
Stimmt. Aber sie sind dabei, diese Popularität zu verspielen. Sie haben überhaupt keine Berührungspunkte mit der dänischen Gesellschaft. Ihr Freundeskreis besteht nur aus Neureichen, Grafen und Baronen. Menschen der unteren Gesellschaftsschichten fehlen. Dabei muss sich eine wirklich moderne Königsfamilie in der ganzen Gesellschaft bewegen können.

Lässt sich Volksnähe erlernen?
Frederik wäre ein besserer Kronprinz, wenn er bei in die Lehre gehen würde. Ich finde, dass es Charles gelungen ist, etwas aus seinem Leben zu machen. Er ist ein Visionär, er ist immer gespannt auf andere Menschen und neue Aufgaben. Frederik ist auf kaum etwas neugierig, außer es handelt sich ums Segeln oder vielleicht seine Kandidatur für das Internationale Olympische Komitee. Was soll er dort?

Mary hat immerhin eine eigene wohltätige Stiftung gegründet, den "Mary Fond".
Ja, und ich respektiere, dass sie versucht, der Stiftung ihre persönliche Note zu geben. Aber das Ergebnis genügt nicht. Wenn Mary unter Menschen geht, ist ihr Stilzu oberflächlich - etwa so wie bei . Mary glaubt, es reicht, wenn man gut aussieht. Aber das stimmt nicht.

Schon in Ihrem vorigen Buch haben Sie die Kronprinzessin kritisiert. Hat sie sich seitdem gar nicht verändert?
Nein. Ich finde es haarsträubend, wenn man bedenkt, dass Mary noch vor fünf Jahren eine ganz gewöhnliche Karrierefrau in Sydney war. Sie hat offenbar ziemlich schnell alles vergessen, was sie mal gelernt hat. Stattdessen hat sie all die schlechten Eigenschaften der Königlichen aufgesogen.

Sie lassen wirklich kein gutes Haar an ihr...
Doch, wir können auch stolz darauf sein, dass Mary so attraktiv ist. Nur: Das hilft weder den Dänen noch dem Königshaus weiter. Es ist schön, dass sie Reklame für dänische Mode macht. Aber warum muss es immer das Feinste und Beste sein? Es wäre toll, sie mal etwas tragen zu sehen, das sich auch eine normale Dänin leisten kann. Am 7. Juni stimmen die Dänen über ein neues Thronfolgegesetz ab, nach dem die Mädchen den Jungen gleichgestellt werden. Die Regierung rechnet mit einer niedrigen Wahlbeteiligung - wieso?
Für das Königshaus interessieren sich heutzutage fast nur noch Menschen, die 35 und älter sind. Vor allem die ganz jungen Leute wollen überhaupt nichts von Frederik und Mary wissen. Sie denken an ihre Ausbildung und ihren Job. Das Problem daran: Wer will schon 33.5 Millionen Euro im Jahr einer Institution hinterherwerfen, die keiner braucht? In diesem Dilemma stecken auch die anderen Monarchien - was macht sie für die neue Generation relevant?

Was können Mary und Frederik also tun?
Sie müssen ihre Einstellung ändern. Sie sollten bescheidener auftreten. Und das gilt für alle Kronprinzenpaare in Europa.

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