Franco Nero, Vanessa Redgrave
© Getty Images Franco Nero, Vanessa Redgrave

Franco Nero + Vanessa Redgrave Die große Liebe

Das Schauspieler-Paar Vanessa Redgrave und Franco Nero sprechen im Interview mit Gala über eine lebenslange Leidenschaft und ihr spätes Happy End

Er kann einfach nicht

aus seiner Haut. Immer wieder kommt in Franco Nero der Italo-Macho durch, und dann fällt er seiner Liebsten beim Interview mit Gala gnadenlos ins Wort. Doch Vanessa Redgrave lässt ihren Mann gewähren, wirft ihm immer wieder verstohlene Blicke zu und strahlt, als hätte es erst vor ein paar Monaten zwischen ihnen gefunkt. Kennen- und lieben gelernt hatten die beiden Schauspieler sich bereits 1967, bei den Dreharbeiten zum Musical "Camelot". Zwei Jahre später wurde Sohn Carlo geboren.

Wenig später folgte die Trennung. Erst nach mehr als 30 Jahren entflammte ihre alte Liebe aufs Neue, und am 31. Dezember 2006 traten die beiden doch noch vor den Traualtar. Diese wechselhafte Geschichte machte Vanessa Redgrave und Franco Nero zur Idealbesetzung für die Filmromanze "Briefe an Julia" (ab 19. August im Kino), in der sich eine alte Dame auf die Suche nach ihrer lang verschollenen Liebe begibt - und in der die beiden quasi ihre eigene Lovestory nacherzählen.

"Wenn alte Liebe neu erwacht, wird sie noch stärker", sagen Vanessa Redgrave, 73, und Franco Nero, 68, hier 2009 bei den Filmfestspielen von Venedig.
© Getty Images"Wenn alte Liebe neu erwacht, wird sie noch stärker", sagen Vanessa Redgrave, 73, und Franco Nero, 68, hier 2009 bei den Filmfestspielen von Venedig.

In "Briefe an Julia" spielen Liebesbriefe eine entscheidende Rolle. Schreiben Sie sich auch immer noch?

Vanessa Redgrave: Was glauben Sie denn? (lacht)
Franco Nero: Noch vor Jahren haben wir uns gegenseitig oft Liebesbriefe geschickt, aber auch böse Briefe ...
VR: ... wütende Briefe: "Goodbye, ich verlasse dich!" Wir beide waren auch darin sehr leidenschaftlich.
FN: Heutzutage nutzen wir natürlich unsere Handys, um uns per SMS gegenseitig Nachrichten zu schicken - fast täglich, und nur noch liebenswerte.

Im Dezember 2006 gaben Sie sich beide endlich das Ja-Wort. War Ihre Hochzeit genauso romantisch wie im Film?

VR: Unsere eigene war noch viel besser.
FN: Das lag vor allem daran, dass wir unsere Hochzeit im Familienkreis gefeiert haben, mit allen Kindern, Enkelkindern, Nichten und Neffen. Es war eine großartige Zeremonie.

Wo haben Sie geheiratet?

FN: Ich besitze ein Landhaus inklusive Grundstück nahe der Stadt Velletri, 40 Kilometer südöstlich von Rom. Es ist der Lieblingsort von Vanessa. Sie droht mir immer wieder an, nie wieder mit mir zu reden, falls ich dieses Grundstück irgendwann mal verkaufen sollte. Ich hatte es 1967 für meinen Vater gekauft, der aus einer sehr armen Familie stammte und immer davon träumte, eines Tages mal ein eigenes Stück Land besitzen zu dürfen. Diesen Wunsch erfüllte ich ihm, als ich meine erste große Gage als Schauspieler bekam. Er züchtete dort Hühner, Kaninchen und sogar Pferde.
VR: Du hast die Esel vergessen.
FN: Nein, mein Schatz! Das waren sizilianische Pferde, die kleiner sind als normale Pferde und gern mal für Esel gehalten werden. Inzwischen haben wir dort einen Swimmingpool und Sportplätze, wo Tennis oder Fußball gespielt werden kann. Ich bin ja noch jung und spiele noch mit, zusammen mit meinem Sohn und meinem Enkel. Das ist schon ziemlich ungewöhnlich, dass drei Generationen in einem Fußballteam zusammenspielen.

Weiter zur nächsten Seite
Übersicht zu diesem Artikel
  • Seite 1 / 3