Florian David Fitz: Matthias Schweighöfer, Florian David Fitz
© Thomas von Aagh Matthias Schweighöfer, Florian David Fitz

Florian David Fitz "Matthias' Kuss war der schönste, den ich je hatte"

Im GALA-Interview sprechen er und Schauspielkollege Matthias Schweighöfer über Männerküsse, Flirts und Grenzerfahrungen

Flo, was hast du für muskulöse Oberarme bekommen? Das sind ja Keulen!" – "Blödsinn, Matthias, die sind halb so dick wie deine!" Wenn Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz zusammen ein Interview geben, ziehen sie sich gern gegenseitig auf. GALA traf die beiden Filmstars anlässlich ihres neuen Projekts "Der geilste Tag" im Münchner Hotel "Bayerischer Hof". Der Film ist eine gelungene Komödie – allerdings mit ernstem Hintergrund: Es geht ums Sterben.

In Ihrem neuen Film haben Sie beide eine Kuss-Szene. Herr Fitz, wie küsst Matthias Schweighöfer denn so?

FLORIAN DAVID FITZ: (lacht) Schönster Kuss, den ich je hatte.

MATTHIAS SCHWEIGHÖFER: Damals, als wir die Szene gedreht haben, hast du gesagt, es sei feucht und pelzig gewesen.

FDF: In der Rückschau erinnert man sich doch nur an die schönen Dinge, oder?

Und wie küsst Florian David Fitz?

MS: Florian hatte damals einen Dreitagebart. Der hat beim Küssen echt gekitzelt. Da habe ich mich schon gefragt, wie Frauen diese großen Bärte ertragen, die viele Männer heute tragen. Das muss doch nerven. (lacht) Was mir positiv aufgefallen ist: Florian hat sehr kühle, zarte Lippen. (beide lachen)

War es schwer, diese Szene zu drehen?

MS: Der Kuss war eigentlich easy. Wir beide wissen ja, was wir tun. Florian war nur etwas unentspannt, weil er sich da gerade von einer Grippe-Infektion erholte hatte – und ich an dem Tag leicht erkältet gewesen bin.

FDF: Wir hatten im Filmteam eine richtige Epidemie. Man denkt beim Dreh an solche Dinge oder wie man die Szene inszenieren will und nicht: Mensch, gleich müssen wir knutschen. Es war ja auch nur ein Küsschen.

Sind Sie beide schon mal von einem Mann angemacht worden?

FDF: Klar.

MS: So richtig bewusst an der Bar oder so? Wenn ja, dann habe ich es nicht bemerkt.

FDF: (lacht) Du hast wahrscheinlich einfach "Hey, klasse, vielen Dank fürs Bier" gesagt und bist gegangen.

Florian David Fitz: Guter Stil, gute Haltung, guter Film: Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz sind ein harmonisches Duo
© Thomas von AaghGuter Stil, gute Haltung, guter Film: Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz sind ein harmonisches Duo

Gab es mal eine Phase, in der Sie einen Mann attraktiv fanden?

FDF: Ich finde, jeder darf seine Erfahrungen machen. Man sollte sich in der Sache locker machen.

MS: Also, wenn ich mir so eine klassische Statue aus dem alten Griechenland angucke, diese makellosen Hünen, dann ist das beeindruckend. Aber ansonsten habe ich mich nie so richtig für Männerkörper interessiert. Ich mag einfach die Rundungen bei einer Frau. Der weibliche Busen allein ist ja schon eine irre faszinierende Sache. Da fragt man sich als Mann doch immer wieder: Wie ist der liebe Gott nur darauf gekommen?

"Der geilste Tag" handelt vom Sterben. Mussten Sie sich schon mal mit diesem Thema auseinandersetzen?

FDF: Nicht in so einer extremen Weise wie unsere Filmfiguren. Mir ist nur der Hund gestorben. Aber da macht das Herz ja keinen Unterschied ob Mensch oder Maus. Ich hab den quasi seit seiner Geburt begleitet und andersherum. Da muss man schon mal trauern. Jetzt habe ich wieder einen Jack-Russell-Terrier, Elmo.

In dem Film machen die Figuren einige extreme Grenzerfahrungen. Kennen Sie das auch privat?

MS: Ich finde, Grenzerfahrungen sind auch Kinder. Mich hat es sehr verändert, als ich Vater geworden bin. Man trägt dann Verantwortung.

Haben Sie eigentlich schon Ihren Letzten Willen niedergeschrieben?

MS: Ich habe tatsächlich vor eineinhalb Jahren mein Testament verfasst. Eben wegen meiner Kids. Es war mir wichtig, dass die Dinge geregelt sind.

FDF: Ich habe kein Testament. Null. (lacht) Ich glaube, alles was ich habe, geht automatisch an meine Eltern. Ich kann nur mit einem Organspende-Ausweis dienen. (schaut zu Schweighöfer) Wie war dieser Testament-Moment? Fühlt man sich da komisch?

MS: Überhaupt nicht. Es ist, als wenn du einen wichtigen Brief schreibst.

FDF: Als ich damals meinen Organspende-Ausweis ausgefüllt habe, war das eine merkwürdige Situation – obwohl ich das ja wollte! Man muss sich ja zu jedem Organ äußern. Die Augen? Die Leber? (lacht) Die sollen einfach alles nehmen und schauen, was sie gebrauchen können! Ich finde, jeder sollte automatisch Organspender sein, und wer das nicht will, müsste das in einer zentralen Datei eintragen lassen. Kann ja jeder immer noch widersprechen, und trotzdem gäbe es schlagartig viel mehr Spenderorgane.

Florian David Fitz: Matthias Schweighöfer: "Ich habe tatsächlich vor eineinhalb Jahren mein Testament gemacht."
© Thomas von AaghMatthias Schweighöfer: "Ich habe tatsächlich vor eineinhalb Jahren mein Testament gemacht."

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

MS: Ich komme aus Ostdeutschland und bin ohne Religion aufgewachsen. Meine Eltern ebenfalls. Lenin oder Juri Gagarin, der sowjetische Kosmonaut, waren Leitfiguren, nicht Jesus. Deshalb glaube ich nicht an Gott, den Teufel oder ein Himmelreich.

FDF: Irgendwie macht es uns fertig, dass wir einmal einfach weg sein sollen. Lustig, oder? Keiner hat ein Problem damit, dass er vor seiner Geburt nicht da war, aber nach dem Tod ist es plötzlich eine Katastrophe. Ich glaube, auch deshalb bieten die Weltreligionen uns die ganzen Jenseitsentwürfe an. Das beruhigt uns und das ist ja grundsätzlich erst mal gut.

Herr Schweighöfer, Sie drehen pausenlos, haben eine eigene Produktionsfirma und dazu einen zweijährigen Sohn und eine siebenjährige Tochter. Wie kriegen Sie und Ihre Partnerin das alles organisiert?

MS: Das klappt. Die Kids sind einfach prima und gehen gut miteinander um. Ich habe eine vorbildliche Tochter und einen sehr interessierten Sohn.

FDF: Die Kinder haben im Studio in Berlin vorbeigeschaut, als wir den Film geschnitten haben. Seine Tochter kann richtig klasse zeichnen. Es gab früher im Fernsehen so einen Typen, der hat für Kinder ein Fabeltier aus ihren gewünschten Bestandteilen zusammengezeichnet. Das habe ich mit ihr gemacht. Die meisten Kinder mögen das. Seine Tochter hat das Tier dann noch eins zu eins abgezeichnet.

Kinder und Familie sind für Sie kein Thema, Herr Fitz?

FDF: Doch klar sind die ein Thema. Mal gucken.

Wer passt auf Ihren Hund auf, wenn Sie unterwegs sind?

FDF: Meine Eltern. Wenn ich in Deutschland drehe, kommt er auch mal mit an das Set. Für "Der geilste Tag" waren wir in Südafrika, da ging das natürlich nicht.

Sie haben in der Nähe von Kapstadt gedreht, einer der schönsten Städte der Welt. Ihr bestes Erlebnis auf dem Trip?

MS: Unsere Figuren fahren ja mit einem Wohnmobil herum. Mit der Kiste dort über die Landstraßen zu fahren war toll.

FDF: Ich habe bei dem Film noch mal neu gelernt: Bloß nicht aufregen! Als Deutscher bis du megakontrolliert, aber bei einem Dreh in Afrika haut nichts so hin wie geplant. Du willst auf einem Markt drehen, und an dem Tag, wo du da auftauchst, sind alle Stände geschlossen. "This is Africa, Baby", hieß es dann immer. Und irgendwann sagt man sich: Alles geht schief, aber man kriegt’s trotzdem hin. Und vielleicht kriegt man was, was einem selber nie eingefallen wäre. Darum geht’s ja am Ende in dem Film.

Florian David Fitz: Jetzt im Kino: In "Der geilste Tag" spielen Schweighöfer und Fitz zwei Todkranke, die es in Südafrika noch mal krachen lassen. Starke Komödie mit Tiefgang Start: 25. Februar
© PRJetzt im Kino: In "Der geilste Tag" spielen Schweighöfer und Fitz zwei Todkranke, die es in Südafrika noch mal krachen lassen. Starke Komödie mit Tiefgang Start: 25. Februar