Fatih Akin
© Getty Images Fatih Akin

Fatih Akin Der richtige Groove

Rhythmus war Fatih Akin bei seiner preisgekrönten Komödie "Soul Kitchen" am wichtigsten

Spätestens seit "Soul Kitchen" 2009 bei den Filmfestspielen in Venedig den Jury-Preis gewann, gilt Regisseur Fatih Akin als Hamburgs Kulturbotschafter Nummer eins. Denn die lässige Komödie über zwei Brüder und ihr Szenelokal ist vor allem eine Hommage an Akins Heimatstadt. Mit GALA sprach er über sein Herz - und Rhythmus-Störungen.

Sie sind für ernste Filme bekannt, doch "Soul Kitchen" ist eine lupenreine Komödie. Wie kam's?

Ich hatte mit "Gegen die Wand" und "Kurz und schmerzlos", zwei sehr seriösen Filmen, international Erfolg. Aus dieser Ecke wollte ich mal raus. Ich will mich nicht wiederholen, sondern Filme machen, die immer wieder von Herzen kommen.

Und Sie haben ein großes Herz?

Ich glaube schon. Ich will als Regisseur wachsen. Du wächst aber nur, wenn du Sachen ausprobierst. Ich wollte immer schon einen Film wie ein DJ-Set machen, in dem Soundtrack und Handlung ineinander übergehen. Ich lege ja manchmal auch Musik auf. Das macht einen Heidenspaß!

Wissen Sie immer, wann ein Projekt fertig ist?

Manchmal täusche ich mich da gewaltig. Mit "Soul Kitchen" wollte ich eigentlich zu den Filmfestspielen nach Cannes. Dann habe ich den Film meinem Freund Jan Delay gezeigt, und der meinte: "Alter, der Groove stimmt noch nicht." Er ist schließlich Musiker und muss es wissen. Also habe ich den Festivalpräsidenten angerufen: "Ich kann nicht kommen, weil mein Groove noch nicht stimmt."

Wo finden Sie für Ihre Filme Frauen wie die "Soul Kitchen"-Entdeckung Anna Bederke?

Die hat meine Frau Monique ausgesucht, sie war für das Casting verantwortlich. Deswegen ist die Besetzung in diesem Film auch besonders toll. Natürlich liebe ich die Frauen! Und in meine Frauen sollen sich alle Zuschauer verlieben. Ich halte es da wie der berühmte Regisseur François Truffaut: "Filmemachen heißt, mit schönen Frauen schöne Dinge machen." (lacht)