Exklusiv: Nazan Eckes: Nazan Eckes
© Getty Images Nazan Eckes

Exklusiv: Nazan Eckes Ihr Glück als Mutter

Nazan Eckes genießt die ersten Wochen mit Baby Lounis. In GALA erzählt sie, wer die Windeln wechselt, warum sie manchmal ein schlechtes Gewissen hat - und ob sie jetzt schon ans zweite Kind denkt

Anfang Oktober brachte sie ihr erstes Kind zur Welt. Seitdem konzentriert sich Nazan Eckes, 38, ganz aufs Mamasein und die gemeinsamen Stunden an der Seite ihrer zwei Männer: Söhnchen Lounis und Ehemann Julian Khol. Während des Interviews mit GALA passt Schwester Belgin auf den Nachwuchs der Moderatorin ("DSDS") auf. Natürlich in unmittelbarer Nähe zur Mama, damit die sofort zur Stelle ist, falls es zwischendurch Kräh-Alarm gibt ...

Haben Sie sich schon in Ihr neues Leben als Mama eingegroovt?

Schneller als ich dachte - aber es blieb mir ja auch nichts anderes übrig. (lacht) Am Anfang dachte ich: Oh Gott, ich muss jetzt für dieses kleine hilflose Wesen sorgen; hoffentlich mache ich auch alles richtig! Ich war ganz schön unsicher und dankbar über jede Unterstützung. Aber jetzt nach einem Monat habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich schon viel länger Mama bin. Ich habe alles gut im Griff.

Wie haben Sie sich auf Ihr neues Leben vorbereitet?

Ich habe so viele Bücher gewälzt - es war ein Info-Overkill. Am Ende habe ich mich über mich selbst geärgert, dass ich derart viel gelesen und mich in vielen Fragen so verrückt gemacht habe. Aber ich wollte keine Fehler machen, eine perfekte Mama sein. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich mich bestens auf meinen Mutterinstinkt verlassen kann und intuitiv genau richtig entscheide.

Was genießen Sie als junge Mutter in diesen Tagen ganz besonders?

Die intensiven Mama-Kind-Momente, in denen ich mein Babyglück ungefiltert genießen kann. Ich lebe gerade in meinem ganz eigenen Kosmos: Ich darf mich zurückziehen, muss mir keine Gedanken darüber machen, was draußen in der Welt passiert, und niemand nimmt es mir übel.

Exklusiv: Nazan Eckes: Die Moderatorin und Julian Khol beim Deutschen Fernsehpreis 2010. Zwei Jahre später heirateten die beiden in Florenz.
© Getty ImagesDie Moderatorin und Julian Khol beim Deutschen Fernsehpreis 2010. Zwei Jahre später heirateten die beiden in Florenz.

Wie sieht so ein Moment aus?

Nachdem ich Lounis morgens gestillt habe, nehme ich ihn auf den Arm, und es wird gekuschelt. Dann lese ich ihm kleine Geschichten vor oder spreche mit ihm. Mein Sohn ist unglaublich aufmerksam und hört sich alles an. Inzwischen hat er auch seine Augen geöffnet - und wenn er mich dann anschaut, bin ich als Mama nur noch hin und weg.

Und in welcher Sprache sprechen Sie mit Lounis?

Ich rede mit ihm Türkisch. Ich möchte, dass er sich bereits jetzt an den Sprachklang gewöhnt und zweisprachig aufwächst.

Sie wollen grundsätzlich nur türkisch mit Ihrem Sohn reden?

Ja, auch wenn das sicher eine große Herausforderung für mich wird, da ich ja die meiste Zeit deutsch und eigentlich nur mit meinen Eltern türkisch rede. Ich muss also sehr aufpassen, dass ich am Ende nicht doch versehentlich switche.

Sind Sie und Ihr Mann ehrgeizige Eltern?

Wir legen beide viel Wert auf Sprache. Aber übermotivierte Eltern, die darauf drängen, dass der Nachwuchs bereits im Alter von fünf Jahren perfekt chinesisch spricht und bereits im Alter von zehn Jahren Geige spielt, sind wir aber garantiert nicht. Lounis soll in erster Linie seine Kindheit genießen.

Hält Sie Ihr Sohn nachts viel auf Trab?

Julian und ich haben ziemlich viel Glück, dass Lounis sehr pflegeleicht ist: Er hat von Anfang an drei bis vier Stunden durchgeschlafen. Gestern waren es sogar fünf Stunden am Stück. Ich konnte es kaum glauben und dachte zuerst, ich hätte vergessen, seine Stillzeit aufzuschreiben. Die notiere ich mir nämlich immer.

Hat Ihr Mann auch mal Nachtdienst?

Lounis hat sein Bettchen bei uns im Zimmer, und wenn ich ihn gestillt habe, dann ist Julians Talent gefragt. Er kann irre schnell und irre gut Windeln wechseln. Und das Beste: Während der Kleine bei mir beim Wickeln oft die Bude zusammenschreit, ist er bei Julian immer total ruhig. Er hat da offenbar mehr Feingefühl … (lacht)

Wie läuft es tagsüber?

Da langweilt sich mein Kleiner schnell. Wenn er wach ist, will Lounis am liebsten beschäftigt und herumgetragen werden. Er ist ein sehr neugieriges und aufgewecktes Baby. Inzwischen haben wir übrigens auch herausgefunden, dass er drei verschiedene Arten des Kreischens drauf hat.

Exklusiv: Nazan Eckes: Ende Januar 2016 machen sich die Australier große Sorgen um ihr Wetter. Sie fürchten, dass dicke Regenwolken über ihre geliebte Opera-House-Stadt ziehen. Diese Angst kann ihnen aber kein Meteorologe - sondern One-Direction-Star Louis Tomlinson - nehmen. Seine Ex Briana Jungwirth hat gerade ihren Sohn zur Welt gebracht und den Namen verraten, der nun durch das Netz geht. "Sydney Rain" heißt der Spross. Auf Twitter schreibt ein User: "Dieser peinliche Moment, wenn du denkst, alle sorgen sich um das australische Wetter, aber Louis hat einfach nur sein Kind benannt."
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Und die wären?

Mal heißt es "Ich habe Hunger", dann "Mir ist sterbenslangweilig", und manchmal hat er einen ganz besonders hohen Quietschton drauf. Der bedeutet dann: "Hol mich sofort hier raus!"

Waren Sie schon mal für eine längere Zeit von Ihrem Sohn getrennt?

Ja, weil es leider gar nicht anders ging: Ich hatte im Verlauf meiner Schwangerschaft und auch noch nach der Geburt schlimmen Ischias! Die erste Zeit habe ich noch die Zähne zusammengebissen, aber dann wurde es so schlimm, dass ich kaum noch laufen konnte. Zweieinhalb Wochen nach der Geburt musste ich schließlich unbedingt zum Arzt und Lounis deshalb mehrfach für eine Stunde bei seinem Papa lassen. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen und habe jedes Mal innerlich die Minuten gezählt! Einzig der Gedanke, dass er in besten Händen ist, hat mich ein wenig beruhigt.

Gab es im Vorfeld Diskussionen um den Namen?

Für mich stand der Name Lounis schon länger fest. Ich mag den Klang und auch die Bedeutung: Begleiter der Freund­schaft. Julian hatte sich allerdings einen anderen Namen gewünscht, der es in die Endauswahl geschafft hatte. Und eigentlich war ich mir sicher, dass er sich am Ende durchsetzt. Als dann der Kleine auf der Welt war und Julian ihn anschaute, sagte er nur: "Er muss auf jeden Fall Lounis heißen."

Verraten Sie uns den anderen Namen?

Lieber nicht, denn wenn ich noch mal einen Jungen bekommen sollte, dann ist dieser Name für ihn reserviert.

Lounis soll also kein Einzelkind bleiben?

Julian und ich wissen zwar noch nicht, wann es so weit sein soll - aber wir möchten auf jeden Fall mindestens noch ein zweites Kind.

Wie sieht’s generell mit der Rollenverteilung aus?

Es gibt Tage, wo Lounis nur bei mir sein möchte. Dann gibt es wiederum Zeiten, wo er stundenlang mit seinem Papa kuschelt und laut kräht, sobald ich ihn auf den Arm nehme. Wir teilen uns da sehr gut auf, auch was den Haushalt angeht. Es war von Anfang an klar, dass wir uns beide um die Erziehung kümmern. Wenn einer von uns kaputter ist, dann kümmert sich der andere. Auf jeden Fall ist Julian ein großartiger und sehr verantwortungsbewusster Vater.

Herrscht zu Hause derzeit Chaos?

Wenn wir mal Besuch haben - und das kommt zur Zeit relativ selten vor - dann warne ich vorher telefonisch jeden, dass es zur Zeit bei uns nicht so aussieht, wie man es gewohnt ist. (lacht)

Exklusiv: Nazan Eckes: GALA, Nr. 22
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Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe von Gala. Das Heft ist ab Mittwoch, 25. Mai 2016, am Kiosk erhältlich. Zum GALA-Abo Passendes Angebot auswählen und bestellen

Das heißt konkret?

Es liegen halt immer irgendwelche Klamotten herum. Bei uns läuft mindestens zweimal täglich die Waschmaschine und trotzdem komme ich kaum mit der Wäsche hinterher. Wenn ich morgens aufgestanden bin, Lounis gestillt habe und Julian sich erst mal um ihn kümmert, dann versuche ich zumindest, ganz schnell meinen nötigsten Papierkram zu erledigen, der sich seit Wochen stapelt. Manchmal fühle ich mich ein bisschen wie im Hamsterrad.

Ihr Sohn ist bereits jetzt eingetragener Fan vom FC Köln?

Julian und ich sind zwar beide Fans - aber auf diese Idee wären wir selbst niemals gekommen. Das war ein Geschenk von Freunden, was wir extrem süß fanden. Wenn er nach seinem Vater kommt, wird er später ein riesen Fußball-Fan.

Ihre Babypause wird relativ kurz sein - Ende Januar wollen Sie wieder auf RTL moderieren …

Ja, aber zunächst nur einmal die Woche für "Explosiv Weekend". Das ist ein Pensum, das ich stemmen und dabei trotzdem für mein Kind da sein kann. Ich liebe meinen Beruf und bin natürlich froh, dass ich das Privileg habe, schrittweise wieder einsteigen zu können. Aber ich möchte mir später niemals selbst vorwerfen müssen, dass ich die erste Zeit mit meinem Sohn nicht genug genossen habe.

Wird in Deutschland genug für berufstätige junge Mütter getan?

Auf diese Frage hätte ich bis vor kurzem keine Antwort geben können. Erst jetzt wo ich selbst betroffen bin, entwickle ich für das Thema ein Gefühl. Ich selbst genieße ja den Luxus, dass ich viele Probleme durch meine Familie lösen kann: Sofern Julian Zeit hat, hilft er mir ohnehin. Zudem unterstützt mich meine Schwester, die ja auch mein Management macht. Und dann sind da noch meine Eltern und mein Bruder, die ebenso helfen wo sie können.

Viele andere Frauen haben es da schwerer …

Ich frage mich wirklich, wie sie es trotzdem schaffen, den Alltag zu meistern. Vor allem bei alleinerziehenden Müttern ist mir das wirklich ein Rätsel. Ich habe einige Freundinnen, die sich teilweise verzweifelt nach einem Kita-Platz umsehen und dabei das Gefühl, dass man ihnen bei der Suche eher Steine in den Weg legt als helfend unter die Arme zu greifen. Das Angebot müsste noch viel besser werden und der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert werden. Es kann nicht sein, dass die Verantwortung immer noch hauptsächlich auf den Schultern der Mütter lastet. In dieser Frage gibt es in Deutschland noch eine ganze Menge zu tun.