Eva Green
© Getty Images Eva Green

Eva Green Auf ein Bier mit Eva Green

Sie sei so schön, dass es unanständig sei, schwärmte Bernardo Bertolucci. Die einzig Richtige, fand James Bond. Wir meinen: Frauen wie Eva Green könnten häufiger am Tresen sitzen

Werden Sie in Bars immer noch gefragt: "Gerührt oder geschüttelt?"

Den hab ich lange nicht gehört. Aber harten Alkohol bestelle ich selten. Lieber trinke ich Rotwein. Gestern hatte ich hier einen österreichischen, unverschämt gutes Zeug!

Sie leben in London. Was halten Sie als Französin von der Pub-Kultur?

Pubs mag ich, wenn sie klein und gemütlich sind, so wie diese Bar hier. Das Lustige ist: In England haben um fünf Uhr nachmittags alle einen sitzen. Ich bin eher die Oma, die zu Hause bei ihrem Glas Wein hockt. Wenn ich mich aufraffe auszugehen, darf es auch mal Guinness sein. Aber nur eins oder zwei - sonst explodiert man ja.

Wenn ein Mann es geschafft hat, Sie auszuführen ...

... sollte er authentisch bleiben. Und bitte nicht zu viel über Wirtschaft und Politik reden.

Sind viele Typen tatsächlich solche Langweiler? Deshalb dauert es ja so lange, bis ich auf ein Date einwillige. Und dann lasse ich meistens mein Gegenüber reden. Ich höre lieber zu.Viele Männer haben angeblich Angst vor Ihnen. Wirklich? Vielleicht, weil ich immer so kühl und uninteressiert wirke. Zwischen all den Hollywood-Blondinen sehen Sie aus wie die Königin der Nacht. Sie tragen fast immer Schwarz und schminken Ihre Augen dunkel. Das ist doch nur Make-up. Aber ich mag es, dramatisch und exzentrisch auszusehen. Heute habe ich mich auch wieder total aufgedonnert. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: In Wahrheit bin ich lächerlich harmlos und total schüchtern.

Eva Green mag es, dramatisch und exzentrisch auszusehen.
© Getty ImagesEva Green mag es, dramatisch und exzentrisch auszusehen.

Und Alkohol ist keine Lösung?

Nein! Natürlich löst er die Zunge. Aber wenn ich rede, möchte ich ja auch noch wissen, was.

Die Frauen in Ihren Filmen sind alles andere als schüchtern.

Extreme Charaktere interessieren mich als Schauspielerin natürlich mehr.

In "Die Träumer" spielten Sie ein Mädchen, das mit seinem Zwillingsbruder schläft, in Ihrem neuen Film "Cracks" verführen Sie als Internatslehrerin eine Schülerin.

Ja, aber die Lehrerin, um die es geht, ist eher so der Typ Blanche DuBois. Sie wird völlig besessen von diesem Mädchen. Dank Ihnen gehen Männer also wieder in Arthaus-Filme. Dann werden sie diesmal enttäuscht sein: Es gibt keine wilden Sexszenen. Dass es um zwei Frauen geht, soll weder Männerfantasien bedienen, noch ist es eine Geschichte über ein Coming-out.

Trotzdem sind Sie im Kino die Frau fürs Abseitige: In "Womb", der auch bald startet, klonen Sie Ihren Ehemann - und tragen das Baby selbst aus.

Schräg, ja. Aber immer wahrscheinlicher: Sie können mittlerweile Ihren Hund kopieren lassen. Das ist irre teuer, aber es geht.

Sie haben Ihren Terrier mal im Scherz als Ihren Ehemann bezeichnet. Schon überlegt, den irgendwann klonen lassen?

Ich würde es mir bestimmt zweimal überlegen. Aber Griffin ist erst vier, also hat er hoffentlich noch ein paar Jahre.

Demnächst drehen Sie mit Mickey Rourke. Darauf muss man erst mal kommen, Sie beide als Liebespaar zu besetzen.

Mickey ist ein echt cooler Typ. Ich mag dieses Ambivalente an ihm: Extrem männlich, aber auf mich wirkt er wie aus Zucker.

Sie müssten jedenfalls am Tresen nicht über Politik reden, sondern könnten sich über Ihre Hunde austauschen.

Wer weiß? Bisher habe ich ihn noch nicht persönlich kennengelernt. Aber ich bin sehr gespannt auf das erste Treffen.

RR

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© GalaGala Men Cover - 200

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