Emile Hirsch

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Er ist jung, sexy und hoch talentiert - Emile Hirsch setzt zur großen Filmkarriere an

Emile Hirsch

Sean Penn hält

ihn "für das größte Talent, das mir je untergekommen ist". Als Aussteiger Christopher, der zu einem Selbstfindungstrip in die Wildnis Alaskas aufbricht, gelang unter Regie der große Durchbruch. Doch Komplimente sind dem 22-Jährigen eher peinlich: Jedesmal wenn man ihn auf seinen Erfolg anspricht, läuft er rot an. Und spricht erfrischend offen über Ruhm, Einsamkeit und Naturgewalten.

Emile mit "Into The Wild"-Regisseur Sean Penn

Emile mit "Into The Wild"-Regisseur Sean Penn

Gala: Sean Penn gilt als schwierige Persönlichkeit. Wie haben Sie ihn als Regisseur erlebt?

Es war eine sehr intensive Zeit am Set, denn Sean ist ein intensiver Mensch. (lacht) Er fordert dir viel ab. Aber zugleich ist er ein loyaler Typ, der dich nie hängen lässt. Das schätze ich sehr an ihm.

Gala: Stimmt es, dass Sie bei den Dreharbeiten an Ihre physischen Grenzen gegangen sind?

Das kann man so sagen. Ich musste zum Beispiel in das reißende Wasser des Colorado River springen. Ich hatte echt Schiss. Sean muss die Angst in meinen Augen gesehen haben, denn er nahm mich beiseite und sagte: "Ich springe zuerst."

Gala: Wie bitte?

Ja, Sean hat sich einfach die Schwimmweste umgeschnallt und ist in den eisigen Fluss gesprungen. Wenn das kein vorbildlicher Boss ist. Danach konnte ich natürlich nicht mehr Nein sagen.

Gala: Ihre Filmfigur Christopher will raus aus der Zivilisation, weg von den Menschen. Haben Sie diesen Drang schon einmal selbst verspürt?

Klar, schon öfter. Es tut der Seele gut, mal eine Zeitlang allein zu sein. Als wir in Alaska drehten, habe ich das gemerkt. Da überkommt dich so eine tiefe Zufriedenheit. Nichts könnte mich aufhalten, falls ich eines Tages wirklich ernsthaft weg will.

Gala: Sie mussten für Ihre Rolle drastisch abnehmen. Wie haben Sie das angestellt?

Eine Wunderpille gab es dafür leider nicht. Ich habe einfach weniger gegessen und mich ganz in die Rolle versenkt. An manchen Tagen war ich so schlapp, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte.

Gala: Für "Into the Wild" werden Sie bereits als Oscar-Anwärter gehandelt. Lastet ein gewisser Erfolgsdruck auf Ihnen?

Ach was, überhaupt nicht. Ich bin stolz auf diesen Film, stolz auf meine Arbeit. Wer würde sich da nicht geehrt fühlen, wenn er mit so viel Anerkennung überschüttet wird?

Gala: Erfolg macht sexy. Sie zählen nicht nur zu den gefragtesten Nachwuchsstars, sondern auch zu Hollywoods heißesten Junggesellen.

So etwas kann ich nicht ernst nehmen. Ich bin doch nicht Schauspieler geworden, weil das sexy ist. (lacht)

Emile Hirsch räumt ein Preis nach dem nächsten ab

Emile Hirsch räumt einen Preis nach dem nächsten ab

Gala: Andere Kollegen bauen ihre Karriere auf solch einem Image auf.

Sollen sie, ich habe nichts dagegen. Aber ich persönlich kümmere mich lieber um gute Rollen. Hollywood kann leicht verblenden: Heute wirst du gefeiert und schon morgen wieder fallen gelassen. Das Business ist knallhart. Es überrascht mich selbst, aber ich komme ganz gut mit dem Ruhm klar. Das liegt wohl daran, dass ich einen halbwegs klaren Kopf auf den Schultern trage. Ich weiß um die Vergänglichkeit der Dinge.

Gala: Weil Sie nicht in Kalifornien, sondern in New Mexico aufgewachsen sind?

In Santa Fe, richtig. Meine Umgebung hat mich sicher sehr geprägt. Ich bin nicht im Großstadtdschungel groß geworden, sondern habe viel Zeit in der freien Natur verbracht. Ich war immer mit meinen Freunden unterwegs: beim Hiking, in der Wüste. Ich bin der Typ, der sich am liebsten draußen aufhält.

Gala: Was ist mit den coolen Clubs?

Genau, und ich! (lacht) Nö, ich sitze eher mit meinen Kumpels - die meisten sind übrigens nicht aus meiner Branche - in einer kleinen Kneipe und trinke mein Bier.

Gala: Ihre Mutter ist Künstlerin. Hat Sie das geprägt?

Bestimmt. Ich habe ihr immer gern bei der Arbeit zugeschaut. Noch heute male ich gern, und in meiner Freizeit zeichne ich Cartoons.

Gala: Was hält Ihre Familie von Ihrer Filmkarriere?

Sie unterstützt mich. Ich habe mal einen Sommer in einem Theater-Camp in den Canyons von Los Angeles verbracht, da war ich neun. Meinen Eltern war wohl schon damals klar, dass ich Schauspieler werden würde. Eltern haben da einen siebten Sinn.

Gala: Werden Sie auch noch so sympathisch bodenständig bleiben, wenn Sie erst mal eine Oscar-Nominierung in der Tasche haben?

Warum denn nicht? Ich mutiere doch nicht über Nacht zur Diva, so nach dem Motto: Ich bin ein Star - man reiche mir mein Evian! Bevor ich so arrogant werde, gehe ich lieber irgendwo Biergläser spülen.

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