Eddie Redmayne

"Ich habe von Hugh Jackman gelernt"

Heute kommt die preisgekrönte Musicalverfilmung "Les Misérables" in die deutschen Kinos. Neben Hugh Jackman und Anne Hathaway begeistert darin der Brite Eddie Redmayne mit toller Stimme. Mit Gala.de sprach er über seinen Erfolg und verriet, warum seine Freundin manchmal von ihm genervt ist

Eddie Redmayne

hätte allen Grund, den abgehobenen Hollywoodstar zu geben: Der 31-Jährige spielte mit am renommierten Eton College Rugby, modelte für Burberry, ist mit befreundet und durfte auf der Leinwand bereits und küssen. Für die Musicalverfilmung "", in der er den Jurastudenten "Marius Pontmercy" spielt, reist er gerade um die Welt, schließlich gilt der Streifen als großer Oscar-Favorit.

Beim Interview in Berlin ist Eddie Redmayne von all dem aber nichts anzumerken. Er erzählt offen von einem Wochenende in der Hauptstadt mit seiner Freundin ("Wir waren im DDR-Museum"), entschuldigt sich für seine nicht-vorhandenen Deutsch-Kenntnisse und nimmt sich für seine Antworten Zeit. Der Brite wirkt bescheiden, freundlich und ehrlich begeistert von seinem Job - vor allem von "Les Misérables". Schon als kleiner Junge sang Eddie Redmayne mit seinen Brüdern auf Familienausflügen leidenschaftlich gerne die Songs aus dem , nun darf er es auf der großen Leinwand tun. Bei uns ist der Film ab dem 21. Februar im Kino zu sehen.

Wie war es, in einer Rolle nur zu Singen anstatt zu Sprechen?

Bis wir wirklich am Filmen waren, hatten wir alle einen Weg gefunden, das Singen wie Sprechen zu betrachten. Es hat auch geholfen, dass alles live aufgenommen wurde. Interessant war die monatelange Arbeit mit dem Gesangslehrer im Vorfeld, durch die unsere Stimmen und Körper sich so an das Singen gewöhnt hatten, dass es keinen Unterschied mehr machte. Ich habe am Set gar nicht mehr darüber nachgedacht, ob es sich gut anhört, sondern es ging um die Gefühle meiner Rolle.

War es schwierig, danach wieder damit aufzuhören?

Die Musik bleibt wirklich in deinem Kopf – meine Freundin war schon ein bisschen genervt von mir! Schon eine Woche nach den Dreharbeiten wollte ich die Songs unbedingt wieder hören, obwohl ich ja ein Jahr lang mit dem Musical verbracht hatte. Das muss man Claude-Michel (Schönberg, Komponist des Musicals, Anm. der Redaktion) hoch anrechnen.

Ihre Kollegin hat gesagt, dass Sie der Einzige der Schauspieler seien, der auch eine Musikkarriere haben könnte...

Das ist sehr nett von ihr, aber es stimmt überhaupt nicht. Am Set waren viele, die eine Gesangsausbildung hatten und man hat gemerkt, welchen Unterschied das macht. Ich würde niemals denken, dass ich in diese Welt gehöre. Mir macht das Singen wirklich Spaß, aber ich kenne meine Grenzen.

Preisverleihung

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Was haben Sie bei den Dreharbeiten zu "Les Misérables" am meisten gelernt?

Als Mensch habe ich von gelernt, der das beste Beispiel dafür ist, wie man sich in diesem Business verhalten sollte. Wie man ein fantastischer Schauspieler und gleichzeitig ein großartiger Mensch sein kann, wenn man so ein verrücktes Leben hat. Er hat ja eine Familie und schafft es irgendwie, das alles außergewöhnlich gut zu jonglieren. Von habe ich wirklich am meisten gelernt, auch von seiner Bescheidenheit.

Mit der Pressesprecherin Hannah Bagshawe ist Eddie Redmayne seit etwa einem Jahr glücklich.

Mit der Pressesprecherin Hannah Bagshawe ist Eddie Redmayne seit etwa einem Jahr glücklich.

Können Sie Ihren eigenen Erfolg eigentlich gerade fassen?

Nein, ich muss mich die ganze Zeit kneifen. Ich bin mit meinem kleinen Bruder hier, weil er so mag und das Wochenende frei hat. Wir waren gerade beim Lunch und er fragte mich, ob ich mir vor zehn Jahren hätte träumen lassen, dass ich hier sein werde. Die Antwort ist ganz klar Nein. Es ist sehr schwierig, das alles in meinen Kopf zu kriegen.

Sie werden oft mit Ihren britischen Kollegen wie Robert Pattinson verglichen, was halten Sie davon?

Es gibt da eine Gruppe von britischen Schauspielern, die alle vor etwa zehn Jahren angefangen haben. Wir haben alle zur gleichen Zeit für Rollen vorgesprochen und sind in der Regel gut befreundet. , Rob, Andrew Garfield, Ben Whishaw - das war so unser Kreis. Seitdem haben die Leute viele tolle Jobs gemacht und alles hat sich verändert. Dadurch entsteht ein Gefühl von gemeinsamer Vergangenheit, die weit zurückreicht. Gleichzeitig ist einem immer sehr viel stärker bewusst, wie andere Leute wahrgenommen werden, als man selbst. Ich habe auch mit Kristen (Stewart, Anm. der Redaktion) gearbeitet, kurz bevor sie und Rob „Twilight“ gemacht haben und habe gesehen, wie ihre Leben sich wahnsinnig verändert haben. Aber man hat nie ein Gefühl dafür, was andere über einen denken. Man kann sich nicht von der eigenen Wahrnehmung distanzieren. Ich finde es aber schön, dass es so viel Unterstüzung gibt. Wenn man als britischer Schauspieler die ersten paar Male nach L.A. kommt, tendiert man dazu, in der Gruppe zu bleiben – man weiß ja gar nicht, was man dort so machen soll.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ich versuche einfach, immer Arbeit zu haben. Ich hatte bisher immer das Glück, Sachen machen zu können, die mir am Herzen liegen. Es wäre schön, wenn das so bleibt und ich mit Menschen zusammenarbeiten kann, die ich bewundere. Aber das weiß man nie - im einen Moment hat man Erfolg, im nächsten ist er schon verschwunden. Ich habe auch viele Filme gemacht, für die ich hart gearbeitet habe, die ich wirklich interessant fand und die nicht gut waren oder die keiner sehen wollte.

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