Drew Barrymore
© Getty Images Drew Barrymore

Drew Barrymore "Ich wünsche mir pure, einfache Liebe"

Romantik ist ihre Sache: Drew Barrymore sprach im Interview mit Gala über Fernbeziehungen, Liebesbriefe und Justin Long

In Ihrem neuen Film geht es um eine Fernbeziehung. Wie viele Fernbeziehungen haben Sie denn schon durchgemacht?
Eigentlich ist es schrecklich, so etwas sagen zu müssen, aber mein gesamtes bisheriges Leben besteht aus Fernbeziehungen. Und, wenn ich sage, mein ganzes Leben, dann meine ich das wörtlich! Seit ich sieben Jahre halt bin, hatte ich Fernbeziehgungen ... (lacht). Erst mit Freunden und Familie, mit denen ich zeitweilig nur aus der Distanz kommunizieren konnte. Und als ich dann Teenagerin wurde kamen halt die Jungs dazu.

Der Film ist also eigentlich eine Dokumentation über Ihr Liebesleben.
(Lacht) ... Also, ich muss ja ganz ehrlich sagen, als Frau habe ich dieses Drehbuch gelesen und mich gefragt: Warum hat eigentlich nicht vorher schon jemand einen Film über dieses Thema gemacht? Sie kennen das als Journalist doch bestimmt auch? Sie sind ständig unterwegs und die Liebe leidet. Die Beziehung wird dadurch sehr unbeständig. Aber ich glaube auch, die ständigen Trennungen können die Liebe frisch halten. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie halten Sie in der Fernbeziehung die Leidenschaft am Kochen?
Auf eine irgendwie coole Weise, muss ich viel mehr Arbeit in die Beziehung investieren. Es ist eben nicht selbstverständlich, sich einfach Essen vom chinesischen Schnellrestaurant zu holen und zusammen einen schönen Film zu sehen. Eine Freizeitgestaltung die ich übrigens liebe. Gemeinsame Zeit bleibt immer ein Luxus und du sehnst dich nach Normalität. Aber auf der anderen Seite macht es mich immer sehr erfinderisch und kreativ, wenn mein Kerl tausende von Kilometern entfernt lebt. Was lassen Sie sich denn so einfallen?
Ich bin zum Beispiel eine leidenschaftliche Briefschreiberin. In Briefen kann man sich ganz anders ausdrücken, dass finde ich wunderschön. Ein schöner Brief ist viel romantischer, als eine Email, eine SMS oder ein Anruf. Ich habe diese Plattform, auf der ich zu Höchstform auflaufe, wenn es darum geht, meine Gefühle auszudrücken. Ich spreche dann mit dieser altmodischen Schlichtheit, die direkt aus dem Herzen kommt. Briefe zu schreiben aktiviert eine andere Seite unseres Gehirns. Das Ergebnis hat eine ganz zauberhafte poetische Wahrheit. Und ich finde die Vorstellung so schön, dass mein Freund diesen Brief mit sich herum tragen kann, wie einen Schatz und sich darüber freut: Mein Gott, meine Freundin empfindet wirklich so tief für mich? Liebesbriefe kann man unter das Kissen legen, wenn man schläft, oder Tränen darauf vergießen. Ich würde ja gern endlich einen Mann treffen, der diese Leidenschaft teilt.

Die Kerle schreiben also nicht regelmäßig zurück?
Nicht so oft, wie ich es mir wünsche ...(lacht). Das muss ich ganz ehrlich gestehen. Textnachrichten finde ich ja fast schon beleidigend. Warum?
Sie suggerieren so eine Art falsche Intimität. Viele Männer denken, sie haben genug getan, wenn sie ein paar uninspirierte Buchstaben mit ihrem Telefon verschicken. Aber mir reicht das nicht. Als romantische Frau erwarte ich einfach mehr von einem Mann. Wenn ich einen Mann date und der schreibt mir "see you soon" (ich sehe dich bald), in dieser Kurzform: C U soon. Wissen Sie, was ich dann denke? Verpiss dich, Alter. Das war es dann, verschwinde.

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