Dirk Nowitzki
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Dirk Nowitzki "Fast wieder der Alte"

Der Skandal um seine Ex-Freundin ist für Dirk Nowitzki Vergangenheit. Exklusiv in Gala spricht der Basketball-Superstar über seine Familie und seine neue Liebe

Wenn Frauen sich die Haare abschneiden,

markiert das nicht selten einen neuen Lebensabschnitt. Ob Dirk Nowitzki, 32, mit seinen gekappten Locken auch Abschied vom vergangenen Jahr mit dem Betrugsskandal um seine ExFreundin nehmen wollte? Er sieht's eher praktisch: Kurze Haare trocknen einfach schneller nach dem Duschen.

Der 2,13 Meter große BasketballProfi der Dallas Mavericks spricht beim Gala-Interview in Dallas offen wie nie über die Narben der Vergangenheit und seine Pläne für die Zukunft. Als Star der amerikanischen Glamourliga NBA lebt er seit zwölf Jahren in den USA, wo er liebevoll als "German Wunderkind" tituliert wird. Auch dass er 15 Millionen Euro pro Jahr verdient, hat ihn nicht abheben lassen. Im grauen Trainingsanzug begrüßt er uns in der Teeküche seines Klubs im American Airlines Center. Auf dem Display seines BlackBerrys sieht man die Kinder seiner Schwester Silke. Um dieses Glück beneidet er sie. Denn Familie ist ausgesprochen wichtig für ihn.

Haben Sie in diesem Jahr Zeit, um so richtig Weihnachten zu feiern?

Ja, wir haben einen sehr guten Spielplan. Zwischen dem 21. und 27. Dezember habe ich Weihnachtsferien. Meine Familie kommt schon seit neun Jahren zum Fest zu mir rüber. In diesem Jahr feiern wir ganz traditionell an Heiligabend. Meine Schwester bringt ihre beiden Kids mit, dann ist die Bude voll. Herrlich!

Eitelkeit ist nicht sein Ding: Dirk Nowitzki rasierte sich die Haare selbst auf Streichholzlänge ab, das spart Zeit nach dem Duschen. Schnell ist der Basketballstar mit jeder Frisur.
© ReutersEitelkeit ist nicht sein Ding: Dirk Nowitzki rasierte sich die Haare selbst auf Streichholzlänge ab, das spart Zeit nach dem Duschen. Schnell ist der Basketballstar mit jeder Frisur.

Glühwein und Schnee vermissen Sie in Texas nicht?

Ich bin kein Trinker, schon gar nicht Glühwein. Der schmeckt doch schrecklich. Und Kälte hat mir noch nie gefallen. Ansonsten ist unser Fest in Dallas ziemlich deutsch. Wir stellen für die Kids gleich zwei Bäume auf, es brennen viele bunte Lichter, das machen die in Amiland ja noch heftiger als in Deutschland. Vorm Essen gibt's die Geschenke für die Kinder. Das Essen wird deftig, früher gab's Schweinebraten, aber auf den verzichte ich heute. Es wird wohl ein knuspriger Truthahn mit Sauerkraut und Kartoffelklößen. Die lasse ich mir nicht nehmen. Ich bin gespannt, was die Mutter zaubern wird.

Sie sprechen Ihre Diät an, die Sie seit einiger Zeit machen. Die gilt auch während der Festtage?

Klar. Für mich war es am Besten, auf rotes Fleisch zu verzichten, weißes ist bekömmlicher. Und ich esse viel Fisch. Ich habe bestimmt drei Kilo abgenommen, wiege jetzt 110 Kilo.

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki und Gala-Mitarbeiter Thilo Komma-Pöllath beim Interview in Dallas.
© GalaBasketball-Superstar Dirk Nowitzki und Gala-Mitarbeiter Thilo Komma-Pöllath beim Interview in Dallas.

Sie haben als Sportler fast alles erreicht. Haben Sie noch Träume?

Der eine war die Teilnahme an Olympia 2008 in Peking - den habe ich verwirklicht. Das war bisher das schönste Erlebnis in meinem Leben. Mein zweiter Traum ist die Meisterschaft mit Dallas in der NBA zu holen. Deshalb werde ich die nächsten vier Jahre genauso angehen, wie die ersten zwölf: Ich spiele gesund, ich spiele verletzt, ich spiele krank, ich will das Ding endlich holen.

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird in Deutschland gerade als neuer Star gefeiert. Was können Sie ihm raten, wie kann er mit Druck und Heldenstatus klar kommen?

Ich habe immer versucht, ich selber zu sein. Das ist manchmal schwer, wenn die ganze Welt etwas von einem will. Als es in meinem Privatleben letztes Jahr so richtig schiefgegangen ist, hat mich die Familie aufgefangen. Mir war immer wichtig, dass sie, also die Menschen, denen ich am meisten vertraue, auch in meiner Karriere die Fäden ziehen. Den Tipp kann ich auch Sebastian geben, mir hat das sehr geholfen.

2009 erlebten Sie den Skandal um Ihre Ex-Freundin Cristal Taylor, eine mehrfach von der Polizei gesuchte Betrügerin. Wie schmerzhaft war die Erfahrung?

Jeder Mensch macht Dinge durch, die ihm nicht gefallen. Und das war definitiv eine grausame Erfahrung für mich. Aber die Familie war wieder die absolute Bank. Ich habe einen Fehler gemacht, und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich da wieder rausgezogen hatte. Als das Ganze passiert ist, war ich total down und habe mir gedacht, das wirst du jetzt den Rest deines Lebens mit dir herumschleppen. Und dann war ich mit meinen Eltern im Urlaub, und schon da ging es mir sehr schnell besser. Man sagt ja so schön, die Zeit heilt alle Wunden. Das ist im Sport so, und das gilt fürs Private in gleichem Maße. Ich war selbst überrascht, wie schnell ich die Geschichte vergessen konnte.

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