Diane Kruger

"Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen"

Hildesheim goes Hollywood: Diane Kruger hat den Sprung zum Weltstar geschafft. Im Exklusiv-Interview mit Gala spricht sie über ihren Erfolg, ihre große Liebe und ihren Wunsch nach einer Familie

Diane Kruger

Sie jettet zwischen Paris, Los Angeles, New York und Berlin hin und her, spielt mit Leinwandhelden wie Brad Pitt zusammen ("Troja", "Inglourious Basterds") und gilt als stilsichere Fashion-Ikone. Aus Diane Heidkrüger, 33, geboren in Algermissen bei Hildesheim, ist der Weltstar Diane Kruger geworden. Und so empfängt sie auch beim Gala-Gespräch in Paris: Souverän führt sie durch die Suite des eleganten Hotels "Le Meurice", weist lässig auf den Blick über die Seine und die Dächer von Paris. In Frankreich liebt man Diane Kruger für ihren leichten deutschen Akzent à la Romy Schneider. In Deutschland wurde sie gerade mit der Goldenen Kamera als beste internationale Schauspielerin geehrt; sie selbst zeichnete als Jurorin der Berlinale die besten Filmschaffenden aus. Nun hat L'Oréal Paris das talentierte Ex-Model zu seiner neuen Botschafterin erkoren. Wie es dazu kam, was sie über ihre rasante Karriere denkt und welche Zukunftspläne sie schmiedet, verrät die aparte Blondine im Interview.

Diane Kruger hat Karl Lagerfeld seine Plauderlaune längst verziehen.

Diane Kruger hat Karl Lagerfeld seine Plauderlaune längst verziehen.

Sind sie eigentlich sauer auf Ihren Freund Karl Lagerfeld? Bei der Laudatio für die Goldene Kamera hat er einfach ihre Privatadresse ausgeplaudert ...

Oh Gott, ja! Ich stand hinter der Bühne und hab einen riesigen Schreck bekommen. Meine Privatsphäre ist mir unheimlich wichtig. Aber ich habe Karl in der Zwischenzeit schon wieder gesehen, und er hat sich mehrmals entschuldigt, es täte ihm ganz schrecklich leid und es sei ihm im Eifer irgendwie so rausgerutscht.

Mit peinlichen Fotos haben Sie dafür keine Probleme.

Ja, darauf achte ich sehr. Es wird sicher nie ein Foto von mir geben, auf dem ich ohne Höschen aus dem Auto steige. Aber ich bin auch nicht der Typ, der in Nachtclubs geht. Ich kenne zwar viele Leute aus der Filmbranche, doch die meisten meiner Freunde und Bekannten arbeiten nicht im Showbusiness.

Golden Globes, Cannes, Venedig, Oscars - Ihr Leben wirkt sehr glamourös. Empfinden Sie das selbst auch so?

Auf jeden Fall. Ich stehe immer noch manchmal neben mir und kann mein Glück kaum fassen. Obwohl das Filmemachen selbst eigentlich gar nicht glamourös ist. Ich habe gerade drei Monate lang den Thriller "Unknown White Male" in Berlin mit Liam Neeson gedreht und mir die ganze Zeit die Füße abgefroren. Aber die Öffentlichkeit sieht mich natürlich meistens bei Premieren und schicken Veranstaltungen. Mir ist auf jeden Fall bewusst, wie unglaublich das alles ist. Wer kann schon Karl Lagerfeld anrufen und fragen: Machst du mir ein Kleid für die Oscars?

Haben Sie schon als Mädchen von Hollywood geträumt?

Das hätte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können. In meiner Familie kommt niemand aus dem Showbusiness oder hat irgendwelche Kontakte dorthin. Ich habe ja damals Ballett getanzt. Es war also schon klar, dass ich etwas Kreatives machen wollte und keine akademische Karriere. Und in der Schule habe ich im Theater immer die Hauptrolle gespielt. Ich habe sogar selbst Stücke geschrieben und alle Kinder in der Gegend dazu gezwungen, mitzuspielen. Aber dass jemand wie ich Schauspielerin werden könnte, war mir nicht klar. Ich dachte, dafür müsste man in einer Großstadt geboren sein oder entdeckt werden.

Diane Kruger ist der deutsche Hollywood-Export: 2004 kam der Durchbruch mit "Troja", 2009 tanzte sie lässig mit der "Inglourious

Diane Kruger ist der deutsche Hollywood-Export: 2004 kam der Durchbruch mit "Troja", 2009 tanzte sie lässig mit der "Inglourious Basterds"-Crew in Cannes.

Als neues L'Oréal-Paris- Gesicht wirbt Diane Kruger für das mattierende Make-up "Mat Morphose".

Als neues L'Oréal-Paris- Gesicht wirbt Diane Kruger für das mattierende Make-up "Mat Morphose".

Heute sind Sie das neue Gesicht von L'Oréal Paris. Wie kam es dazu?

Ich wurde ins "Laboratoire" eingeladen und durfte mir dort die Produkte aussuchen, von denen ich auch selbst überzeugt bin und für die ich gern werben möchte. Das fand ich toll. Zumal die ersten Produkte, die ich gekauft habe oder die meine Mutter mir gegeben hat, auch von L'Oréal waren.

Bei L'Oréal Paris dreht sich alles um das perfekte Aussehen. Welche Rolle spielt Schönheit in Ihrem Leben?

Es ist mir fast ein bisschen peinlich, aber ich muss zugeben, ich bin ein Beauty-Junkie. Ich habe ganze Säcke voll mit Schminke. Sogar eine Profi-Tasche mit Pinseln und Utensilien, wie ein Stylist. Aber als Schauspielerin weiß ich auch, dass es nicht genügt, einfach nur schön zu sein. Man bekommt keine Rollen, nur weil man hübsch ist. Na ja, vielleicht bekommt man so seinen ersten Job, aber dann ist schnell Schluss.

Sie gehören zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, die in Hollywood erfolgreich sind. Wie ist das Leben in der Traumfabrik?

Für mich ist es die Erfüllung. Auch wenn viele von Hollywood wohl eine etwas verklärte Vorstellung haben. Los Angeles ist eine sehr harte Stadt und kann gnadenlos sein. Dort zerplatzen unheimlich viele Träume. Aber ich habe immer versucht, mich nicht einengen zu lassen, und werde auch weiterhin Filme in Frankreich machen. Es ist wundervoll, keine Grenzen zu haben.

Können Sie sich vorstellen, in Deutschland zu leben?

Wenn, dann vermutlich in Berlin. Es ist eine aufregende Stadt. Aber am wohlsten fühle mich immer noch in Paris. Die französische Art zu leben entspricht am ehesten meiner Persönlichkeit. Hier würde ich gern alt werden.

Wäre Ihr Partner Joshua Jackson damit einverstanden?

Ich glaube schon. Josh mag die Stadt auch.

Sie haben gesagt, Sie möchten frühestens mit 50 wieder heiraten. Sind Sie sich auch hierin einig?

Ich war in meinem Leben schon einmal sehr jung verheiratet (mit dem französischen Schauspieler Guillaume Canet, Anm. d. Red.). Für mich kommt es seither nicht mehr darauf an, welches Papier ich unterschreibe. Viel wichtiger ist doch, dass man sich zueinander bekennt. Das ist bei Josh und mir der Fall.

Möchten Sie Kinder?

Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem mir mein Privatleben immer wichtiger wird. Für mich steht nicht mehr nur die Arbeit im Vordergrund. Ich liebe meinen Job, aber ich möchte das Kapitel Familie nicht verpassen. Es gibt für alles Abschnitte im Leben: jung und unerfahren zu sein, zu arbeiten und sich beruflich zu verwirklichen - und dann gibt es für mich noch die Zeit, in der ich Kinder bekommen möchte.

Sind Sie an diesem Abschnitt angekommen?

Nein, jetzt noch nicht. Aber er ist auf jeden Fall am Horizont zu sehen.

Estelle Marandon

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