Demi Moore

Unverschämt glücklich

Bevor Demi Moore sich traute, ihr neues Liebesglück zu leben, musste sie umdenken. Wie sie das schaffte, verrät die Schauspielerin exklusiv Gala

Demi Moore

Der beeindruckende Brillantenring

fällt als erstes auf, dazu das rote Kabbala-Band am zarten Handgelenk. Doch streckt ihren Arm gerade nicht aus, um auf ihren Schmuck aufmerksam zu machen. "Hier, riechen Sie mal", bietet die Schauspielerin ohne jegliche Berührungsängste an und reibt einem ihren neuen Duft "Wanted" von freundlich unter die Nase. "Ich reagiere ja meist allergisch auf Parfums", sagt die 46-Jährige grinsend. "Ich muss immer niesen – überaus peinlich." Dieses Mal aber hat sie an dem Duft selbst mitgearbeitet und wirbt ganz ohne Nasekräuseln dafür. Die Vorhänge sind zugezogen, das Licht gedämpft. Und wer zu lästern anfängt, das sei doch sicher Taktik, mögliche Falten zu kaschieren, dem sei gesagt: Hat die Frau gar nicht nötig. Die Gardinen halten nur gleichermaßen die gleißende Pariser Morgensonne und die Blicke von neugierigen Passanten fern, die dank der breiten Fensterfront freien Blick in die Hotelsuite des Hollywood-Stars hätten. Genau hier nämlich lädt die 46-Jährige zum exklusiven Gala-Interview. Ein Gespräch über Zahnlücken, ihre Liebsten und den Sinn des Lebens.

Bruce Willis + seine Töchter

Patchwork-Glück - von Demi Moore bis Emma Heming

26. Juni 2017  Daddy Cool: Mit seinen Töchtern Mabel und Evelyn und seiner Frau Emma Heming macht Bruce Willis einen Ausflug in den Streichelzoo von Santa Monica. 
26. Juni 2017  Besonders die kleine Evelyn freut sich auf die Tiere.
18. Juni 2017  Emma Heming feiert mit ihren Liebsten ihren 39. Geburtstag. 
18. Juni 2017  Bruce Willis und seine Töchter haben sogar eine Geburtstagstorte gebacken. 

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Kann es sein, dass Sie schwerst süchtig sind?

Bitte?

Sie sind gestern Abend aus Los Angeles in Paris angekommen, haben heute früh die ersten Interviews und sich trotzdem – mal wieder – die Nacht mit Twittern um die Ohren geschlagen. Um zwei Uhr morgens erfolgte der letzte Eintrag – wann sind Sie ins Bett gekommen?

Ich weiß: Ich muss mehr schlafen! Aber andererseits bringt es so viel Spaß. Und noch hat der Jetlag mich nicht richtig erwischt.

Sie sehen jedenfalls klasse aus. Verraten Sie uns doch Ihr Anti-Jetlag-Rezept?

Wasser, ganz viel Wasser, und dann ab nach draußen. Als ich gestern in Paris ankam, sind wir gleich essen gegangen: Lunch in der Sonne, herrlich! Na ja, und außerdem darf natürlich auch noch ein wenig mit Kosmetik nachgeholfen werden. Ich schwöre da auf den "Collagen Lip Zoom" von Helena Rubinstein und die Augencreme, wundervolle kleine Helfer. Ich fange schon im Flieger an, zu cremen. Es lohnt sich.

Wir vermissen Ihren Ehemann Ashton – meistens reisen Sie ja zusammen ...

Stimmt, aber er ist dieses Mal leider nicht dabei. Dafür kommen zwei meiner Töchter, und dann machen wir uns ein paar richtig schöne Mädelstage in Paris. Ich freue mich schon auf eine ausgedehnte Shoppingtour durch die neuesten Hotspots. Kennen Sie schon das "Merci"? Soll ja der letzte Schrei sein. Ein Store, in dem sie alles mögliche haben, von Kaffee bis zu Kleidern. Und das Beste ist, dass ein Teil des Erlöses einer Charity-Organisation zugutekommt.

Als Wohltäterin hat Sie auch gerade Ihre Tochter Rumer gepriesen und sich bedankt, dass Sie Ihre Karriere für die Kindererziehung hinten angestellt haben. Was sind für Sie die wichtigsten Werte, die Sie Ihren Mädchen mitgegeben wollen?

Um ehrlich zu sein, erteile ich Ihnen gar nicht groß Ratschläge. Es ist eher so, dass ich von ihnen lerne, jeden Tag aufs Neue. Wenn ich bedenke, wie selbstbewusst und selbstsicher die drei sind, unglaublich bewundernswert - in ihrem Alter war ich nicht halb so weit. Wenn ich mir überhaupt etwas auf die Fahne schreiben kann, dann wohl eher, dass ich ihnen den Freiraum gewährt habe, sich zu entfalten.

An Ihrem Familienleben lassen Sie die Welt dank Internet teilhaben: Wir wissen, dass Sie gerade ein paar Tränen vergossen haben, als Scout ausgezogen ist, und von Rumer haben Sie sogar Fotos ins Netz gestellt.

Nein, das mit den Fotos war ich nicht, ganz sicher. Rumer hat aber selbst eine Internet-Seite. Ich würde nie über den Kopf einer meiner Töchter etwas online stellen, ich respektiere ihre Privatsphäre. Bei meinen Mädchen bin ich supervorsichtig, die wären auch total abgenervt, wenn es anders wäre. Das gilt für meine Familie generell: Neulich etwa war ich mit meinen Neffen im Aquarium, da habe ich darauf geachtet, dass ich ein Foto auswähle, auf dem beide nur von hinten zu sehen sind. Wenn Ashton und ich Bilder von uns ins Netz stellen, ist das etwas anderes. Außerdem ist er auch nicht so empfindlich, den kann ich ruhig mal auf die Schippe nehmen.

Sie selbst sind aber auch nicht gerade zimperlich.

Ha! Sie spielen auf das Foto von mir beim Zahnarzt mit der Zahnlücke an, oder? Dazu kann ich nur sagen: Wenn man nicht fähig ist, sich selbst auf den Arm zu nehmen, dann ist's doch echt vorbei.

Nicht gerade typisch für einen Hollywood-Star - wo doch sonst immer alle darauf bedacht sind, perfekt rüberzukommen. Kein Haar darf falsch sitzen, kein Gramm zu viel, keine Falte sichtbar ...

Schätzchen, das alles kenne ich natürlich auch. Es ist aber so: Du kannst noch so perfekt aussehen, wahre Schönheit hat immer mit positiver Energie zu tun. Mehr Spaß zu haben und zu vermitteln - darauf sollten wir uns konzentrieren. Ich könnte doch jetzt auch hier sitzen und rumzicken, dass ich wieder einmal einen anstrengenden Flug hatte, unter Jetlag leide, müde bin - und dabei kleiner und kleiner werden, bis ich unter dem ganzen Gezetere verschwinde. Aber hey: Mein Leben ist toll!

Wunderbare Einstellung - es ist ja nur leider nicht immer so einfach, alles toll zu finden.

Da haben Sie recht! Ich muss mich an manchen Tagen regelrecht zwingen, um gut drauf zu sein. Und ich glaube, dass ich heute manche Dinge nur deshalb gelassener sehe, weil ich bereit bin, auch mal danebenzugreifen.

Demi Moore verkörpert die Vision einer modernen Amazone, die "Helena Rubenstein" mit ihrem neuen Parfüm umhüllen will

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Sie sind eine erfolgreiche Frau, die zehn Jahre jünger aussieht, als sie ist, und mit einem 15 Jahre jüngeren Mann glücklich verheiratet, ihre Patchworkfamilie kommt ohne Skandale aus - so viel Glück bringt immer wieder Neider auf den Plan. Woher nehmen Sie das Selbstbewusstsein, unbeirrt Ihren Weg zu gehen?

Indem ich mich freigemacht habe von allen Klischees und Erwartungen. Wir alle haben diese festen Vorstellungen, wie etwas zu sein hat im Leben - und sind dann völlig überfordert, wenn es anders kommt. Und bei mir ist es nun mal anders gekommen. Wenn ich allein daran denke, wie ich meinen Mann damals traf: eine 40-Jährige auf der Suche nach Liebe. Ich fühlte genau das Verlangen, das ich auch hatte, als ich 20 war - auf einmal fing alles wieder von vorn an. Und das mir, einer Frau mit drei Kindern. Mir passiert es heute immer noch, dass ich in Gesprächen plötzlich innehalte und denke: Moment mal, dein Gegenüber ist gerade mal 20 Jahre alt und ich bin absolut auf derselben Wellenlänge.

Ignorieren Sie Ihr Alter einfach?

Nein, es geht überhaupt nicht darum zu vergessen, dass ich Mitte vierzig bin, schließlich ist es wichtig zu wissen, wer ich heute bin, welche Erfahrungen mich geprägt haben. Aber wenn unser Leben ein Bild wäre und wir der Maler, dann sollten wir genau die Farben verwenden dürfen, die wir uns wünschen. Wir dürfen nie vergessen, warum wir auf der Welt sind: um andere glücklich zu machen und selbst glücklich zu werden. Und bei allen Widerständen wertzuschätzen, dass manchmal gerade die schwierigen Zeiten einen wachsen lassen und selbstbewusster machen. Das ist etwas, das einem niemand abnehmen kann. Und das gilt so auch für meine Kinder.

Inwiefern?

Natürlich kann ich versuchen, ihnen Werte mitzugeben, vorzuleben, was mir wichtig ist. Am Ende aber müssen sie selbst ihre Erfahrungen machen und auch mal auf die Nase fallen. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass wir uns endlich lockermachen und nicht mehr diese panische Angst vorm Versagen haben - aber natürlich habe auch ich meine Kämpfe ausgefochten, bevor ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin. Wenn ich nicht verstehe, welche Chancen sich mir im Hier und Jetzt bieten, bin ich doch verloren. Wir haben nun mal kein zweites Leben und wenn wir nicht runterkommen, nicht aufhören uns zu hetzen, werden wir immer weiter hinter etwas herjagen und nicht merken, dass das Leben vorbei ist, ohne dass wir richtig gelebt haben. Und nur damit wir uns richtig verstehen: Diese Erkenntnis hilft leider auch nicht immer, denn auch ich wache sicher nicht jeden Morgen auf und denke, wow, ich fühle mich umwerfend.

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