David Kross
© Getty Images David Kross

David Kross Auf dem Weg nach oben

Jungstar David Kross spricht exklusiv in Gala über Liebe auf den ersten Blick und verrät, warum er wieder bei seinen Eltern lebt

Er ist gerade mal 19 Jahre alt und wirkt wie ein ganz normaler Teenager, als er zum Interview im Hamburger Hotel "Mövenpick" erscheint. Dabei zählt David Kross, der 2009 neben Kate Winslet im Film "Vorleser" brillierte, schon jetzt zu den vielversprechendsten Talenten weltweit. Seinen neuen Film "Same Same But Different" drehte der Teenager aus Schleswig-Holstein mit Detlev Buck in Südostasien.

"Same Same But Different" startet mit einer Liebe auf den ersten Blick. Kennen Sie das Gefühl?

Bei mir ist es so, dass es eine Zeit lang dauert, bis ich mich auf jemanden wirklich einlasse. Liebe auf den ersten Blick habe ich noch nicht erlebt. Aber vielleicht kommt das noch, wer weiß?

Ihre Filmfigur Ben ist mit 20 Jahren bereit, für die große Liebe alles zu riskieren - sind Sie es auch schon mit 19?

Ich habe mich auch gefragt, ob ich genauso wie Benjamin gehandelt hätte. Ich glaube, ehrlich gesagt nicht. Natürlich würde ich gern sagen, dass ich es gemacht hätte. ( lacht) Er wollte, dass diese junge Frau eine Chance bekommt und hat dafür gekämpft. Das ist eine großartige Entscheidung, vor der ich enormen Respekt habe.

Haben Sie sich schon mal im Urlaub verliebt?

Nein, im Urlaub nicht. Nur bei der Arbeit.

David Kross hat erst vier Filme gedreht, gilt aber jetzt schon als Geheimtipp in Hollywood.
© WireImage.comDavid Kross hat erst vier Filme gedreht, gilt aber jetzt schon als Geheimtipp in Hollywood.

Sind sie jemand, der viel und gern reist?

Ich war mal mit Freunden in Italien wandern, da haben wir in vielen schlechten Hotels übernachtet und auch mal auf einem Berg gezeltet - Extrem-Backpacking habe ich bislang noch nie gemacht. Aber Reisen ist toll, ich will unbedingt mal nach Südamerika. Man kann alles aufsaugen, ohne es zu bewerten. Durch die Welt gehen, seinen Horizont erweitern und schlauer werden.

Wie hat Ihnen der Dreh in Asien gefallen?

Es ist einfach anders. Wenn man gestresst ist, sollte man nach Kambodscha fahren. Dort habe ich gemerkt, dass man plötzlich immer ruhiger wird. Man nimmt sich nicht so viel vor, macht manchmal nur eine Sache am Tag. Genau das Gegenteil von Deutschland.

Sie wollten im Sommer 2009 nach London ziehen, was ist daraus geworden?

Ich hatte geplant, dort drei Jahre eine Ausbildung zu machen. Die habe ich aber nach drei Monaten abgebrochen. Es war einfach nicht das, was ich erwartet hatte. Jetzt bin ich auf der Suche nach etwas Neuem. Und wohne wieder in Bargteheide bei meinen Eltern. Mal sehen, was kommt. Mein größtes Ziel wäre, dass ich mein Englisch akzentfrei hinbekomme. Dann könnte ich in internationalen Produktionen auch Rollen annehmen, die nicht speziell für Deutsche oder Ausländer angelegt sind.

Innerhalb eines Jahres haben Sie mit Kate Winslet gedreht, sind auf der Berlinale zum deutschen "Shooting Star" gekürt worden und anschließend zu den Oscars nach Amerika geflogen ...

Das war auf jeden Fall das bewegteste Jahr meines bisherigen Lebens. Schwer zu übertreffen. Gerade während der Berlinale-Zeit wusste ich nicht mehr, wo oder wer ich bin. Weil ich das so extrem natürlich nicht kannte. Aber es ist eine Blase, in der man sich bewegt. Alles wird gehypt, und plötzlich merkt man, dass es nicht echt ist. Da sind die alten Freunde ganz wichtig.

Detlev Buck sagt über Sie: "David ist ein Gucker, das ist seine große Stärke." Wissen Sie, was er damit meint?

( lacht) Keine Ahnung, aber ich nehme es mal als Kompliment! Ich gucke mir halt mit großen Augen die Welt an - und das gefällt ihm wahrscheinlich.